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Faltblatt weist Einheimischen und Gästen den Weg zu sehenswerten Gebäuden und Plätzen

Auf den Spuren der Stadtgeschichte

Hessisch Oldendorf. Im Rathaus sowie im Rintelner Touristikzentrum liegt seit kurzem die Neuauflage des Flyers „Hessisch Oldendorf – Spaziergang“ aus. Statt wie beim zwei Jahre alten Vorgänger über geschichtsträchtige Gebäude und Plätze werden Einheimische und Gäste nun vornehmlich über historisch bedeutsame Entwicklungen informiert. Vorgegeben wird die Strecke, auf der Ortsfremde Sehenswürdigkeiten der Innenstadt ansteuern können, von 23 Informationstafeln des Heimatbundes.

veröffentlicht am 09.08.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 15:41 Uhr

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Autor:

Annette Hensel
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Im Vorfeld sammelte der Verein die wichtigsten Ereignisse der knapp 800-jährigen Stadtgeschichte und fasste alles Wissenswerte für die Tafeln verständlich zusammen. Mitarbeiter der Stadt stellten sie nach und nach an passenden Standorten auf. Mittlerweile ist der Rundgang komplett. „Es ist wichtig, die wertvolle Vergangenheit zu erhalten und in ihrer Vielfältigkeit anderen zugänglich zu machen“, erklärte der Vorsitzende des Heimatbundes, Hans-Jörg Böhne, als die ersten Tafeln des „historischen Spaziergangs“ das Stadtbild zierten.

Mit Blick auf die im Flyer abgedruckte Karte mit den Standorten der Tafeln bedarf es nur eines Moments der Orientierung: Der grüne Faden auf dem Plan führt vom Rathaus zur ersten Station, dem Südtor in der Weserstraße. Dank des Hinweises auf der Tafel fällt manchem erst jetzt auf, dass ein Teil des Straßenpflasters den Grundriss des Stadttores wiedergibt. Über den Südwall verläuft der Weg zum alten Friedhof am Ostertorkreisel, über Lange Straße, Mittelstraße, Stadtwall und Bäckerstraße erneut zur Langen Straße. Über den Münchhausenring geht es durch den Münchhausenpark zur Weserstraße, und weiter durch die von Ahlefeldstraße, Schulstraße, Lange Straße und die kleine Gasse hinter der St. Marienkirche zum Kirchplatz und zurück auf den Marktplatz. Unterwegs erfahren die Spaziergänger, was Hessisch Oldendorf mit dem Dreißigjährigen und dem Siebenjährigen Krieg, dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg oder der französischen Besatzung zu tun hat. Am Ostertorkreisel werden ihre Schritte auf den alten Friedhof mit der Familiengrabstätte der Baxmanns gelenkt, wo es sich lohnt, unter altem Baumbestand eine Pause einzulegen.

Aufschlussreich ist es, sich die nur wenige Meter entfernte Informationstafel über die ehemalige Nato-Kaserne genau durchzulesen und auf der Karte nachzuvollziehen, wo die niederländischen, später die amerikanischen Soldaten stationiert waren und wohnten. Als einzige Erinnerung an das Kasernengelände, das sich am nördlichen Stadtrand der Kernstadt befand, steht heute nur noch die amerikanische Schule, die, als die Amerikaner abgezogen waren, umgebaut und zur Grundschule am Rosenbusch umgewidmet wurde.

Tafeln in der Mittelstraße und auf dem Stadtwall über Scharfrichter und Bürgerzwangturm bescheren historisch belegbare, leicht gruselige Unterhaltung. In der Langen Straße warten Informationen über die wirtschaftliche Blütezeit in der Weserrenaissance, die Oldendorfer Münze und die Mühlengeschichte. Dass in der Stadt sieben Schleifmühlen, eine Wind- und eine Schiffsmühle angesiedelt waren, dass aus der Lohmühle für die Gerber eine Walkmühle für die Leineweber wurde, erinnert an alte Handwerke und deren Vergänglichkeit. Einen Katzensprung entfernt wird auf Tafel 12 nicht vergessen zu erklären, wie das Hessisch zu Oldendorf kam. Entlang an den „alten Gerbereien am Bach“ geht es durch den Münchhausenpark zur übersichtlich gestalteten Tafel über die Familie von Büschen und von Münchhausen.

An der Kastanie eingangs des Kirchplatzes wird auf alte Stiftungen und soziale Einrichtungen hingewiesen. Was fehlt ist der Verweis, dass das auf der Tafel abgebildete Armenhaus im Original mit Blick nach rechts in der Schulstraße zu sehen ist. Auf dem Kirchplatz gibt es ein Problem: Wo ist Tafel Nummer 18: „Münchhausen Familiengrabstätte“? „Die wurde umgefahren, muss erst wieder neu aufgestellt werden“, erklärt Hermann Faust von der Stadtverwaltung.

Nach ausführlichen Informationen über die Geschichte der St. Marienkirche und des königlichen Amtsgerichtes führen die letzten Meter Richtung Marktplatz. Hier stimmen die Tafeln 21 und 22 nicht so ganz mit den im Flyer eingezeichneten Standorten überein, lassen sich aber dennoch sofort finden. Darauf wird noch einmal tabellarisch das Wichtigste aus der Stadtgeschichte zusammengefasst und anhand eines Grundrisses der Stadt deren Entwicklung bildlich dargestellt. Diese beiden Tafeln bringen die unterwegs erworbenen Kenntnisse gut nachvollziehbar auf den Punkt.

Am „Historischen Ortsschild“ vor dem Pörtner-Haus gegenüber dem Rathaus endet der historische Spaziergang nach genau anderthalb Stunden. Insgesamt sind die auf Edelstahl-Füßen meist in Beeten befestigten 23 Tafeln leicht zu finden, gut zu lesen, nur ein paar wenige sind etwas textlastig und bereits drei beschädigt.

Manch reizvolle Ecke würde Ortsunkundigen ohne die Wegbeschreibung auf dem mit Leader-Mitteln von der Stadt Hessisch Oldendorf herausgegebenen Flyer verborgen bleiben. Dieser bietet darüber hinaus Informationen zum früheren Stadtleben. Unabhängig davon lädt jede einzelne Tafel zum Verweilen ein – gerade, wenn sie vor einem dazugehörenden Baudenkmal installiert ist.

Interessiert liest Willi Weiß auf der Tafel des Heimatbundes sowie im von der Stadt herausgegebenen Flyer alles Wissenswerte über die St. Marienkirche und den Kirchplatz.ah



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