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Ehemalige Infotafel wird zum Hotel für Bienen und Fliegen

Auch die Insekten haben nun ihr Ritz-Carlton

Céline nimmt das neue Insektenhotel in Großen-

veröffentlicht am 04.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 17:41 Uhr

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wiedenen genau unter die Lupe und entdeckt prompt einen ersten Hotelgast im Reagenzglas. Eine Fliege, wie sich nach Betrachtung herausstellt.

Fotos: ah

Großenwieden (ah). Zur Eröffnung des Hotels „Zur wilden Biene“ in Großenwieden kamen auf Einladung von NABU-Mitglied Klaus Göring ganze Familien, Vertreter von Ortsrat, Naturschutzbund, Kirche und der Stadtwerke Schaumburg-Lippe. Der Bestand heimischer Wildbienen und vieler anderer Insektenarten, die von großer Bedeutung für den Naturhaushalt sind, sei gefährdet, erklärte Göring. Nahezu die Hälfte aller Bienenarten steht bereits auf der Roten Liste – das belegen Studien. Fast 40 weitere Arten wurden in die Vorwarnliste aufgenommen. Es werde darum höchste Zeit, etwas für diese Insekten zu tun, empfiehlt der NABU Deutschland – schließlich seien Insekten auch Nutz-Tiere.

Da geeignete Nistmöglichkeiten im Umkreis fehlen, entstand die Idee, ein Insektenhotel in Großenwieden anzusiedeln. Als Standort fand sich das Gelände an den drei Wasserbrunnen, Eigentum der Stadtwerke Schaumburg-Lippe, wo es, umgeben von angepflanzten Hecken – ein ideales Biotop auch für Insekten – aufgestellt wurde.

Werner Beerbom, Hans-Hermann Beißner, Helmut Feldkötter von den
  • Werner Beerbom, Hans-Hermann Beißner, Helmut Feldkötter von den Stadtwerken Schaumburg-Lippe und Klaus Göring (von links) mit den Kindern, die das Insektenhotel eingerichtet haben.

Wildbienen im

Bestand bedroht

Eine ehemalige Informationstafel diente als Fassade für das Hotel. Durch den unermüdlichen Einsatz des Tischlers Werner Beerbom und die Hilfe zahlreicher Kinder, die sich jeden zweiten Sonntag unter Anleitung von Klaus Göring trafen, entstand ein komfortables Domizil für Insekten. Die Kinder ernteten Holunder, Schilf und Sommerflieder, schnitten die Stängel zu und bohrten Löcher hinein. Heu, Stroh, Holzwolle, Buchenholz, Tonrohre, Lehm- und Gittersteine wurden gespendet, die Materialien bearbeitet und in verschiedenen Etagen und Zimmern des Hotels eingefügt. Eigens für Hummeln wurden drei Zimmer mit Vorbau angebracht und die Florfliegen bekamen eine Lamellenwand, hinter der sie einziehen können. In einer Suite wurden außerdem Reagenzgläser installiert, die die Betrachtung der verschiedenen Entwicklungsstadien der Insekten ermöglichen, was besonders für Kinder von großem Interesse ist.

Ortsbürgermeister Hans-Hermann Beißner überreichte Klaus Göring zur Eröffnung symbolisch einen Schlüssel, damit der Hotelbetrieb losgehen könne. Die neunjährige Céline, die fleißig beim Einrichten der Zimmer geholfen hatte, entdeckte in einem Reagenzglas gleich den ersten Hotelgast, „eine Fliege“, wie sie nach genauer Untersuchung feststellte. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, wie gut das von Heimatverein und NABU finanziell unterstützte Insektenhotel angenommen wird, dann beginnt die Insektensaison.

Bei frühlingshaften Temperaturen gab es im Anschluss an die Hoteleinweihung Kaffee und Kuchen unter freiem Himmel, außerdem konnten Fledermaus- und Vogelnistkästen erworben werden, die die Naturschutzkinder an Schlechtwettersonntagen gebaut hatten.

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