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Der Tropfen und das Fass?

Anwohner rügt Hochwasserschutz

HESSISCH OLDENDORF. Diskussionen über Hochwasserschutz stehen in Hessisch Oldendorf regelmäßig auf der Tagesordnung. Immer wieder wird das Thema von verschiedenen Seiten aufgegriffen. Erst im Juli ist unter anderem der Wasserspiegel des Segelhorster Baches bedrohlich angestiegen.

veröffentlicht am 15.08.2017 um 12:34 Uhr
aktualisiert am 15.08.2017 um 18:30 Uhr

Das alte Brückenwerk soll ersetzt werden. Foto: Dana
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Robin Mai Reporter
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Während einer Schlechtwetter-Periode war es vermehrt zu starken Regenfällen gekommen. „Es hat nur ein halber Meter gefehlt, bis der Oldendorfer Mühlengraben überläuft“, berichtet der Anwohner Manfred Wehrhahn. Weiter: „Die Stadt muss endlich etwas unternehmen, wir sitzen hier auf einer Insel.“

Auch Ortsbürgermeister Claus Clavey ist besorgt: „Noch acht Stunden mehr und ich mag mir nicht vorstellen, was zumindest im Talbereich Innenstadt passiert wäre.“

Laut Heiko Wiebusch von der städtischen Gebäudewirtschaft der Stadt Hessisch Oldendorf, gab es in den letzten Jahren jedoch keine Schadensfälle durch überlaufene Bäche. „Das Risiko von Hochwasserschäden kann man trotzdem nie komplett ausschließen“, ergänzt er.

Um möglichen Schäden vorzubeugen, plant die Stadtverwaltung die Baumaßnahme „Erneuerung Durchlass Segelhorster Bach“. Das Brückenwerk bei der Grundschule am Rosenbusch soll dabei komplett erneuert werden. Anschließend sollen Rohre unter der Brücke installiert werden, die das Wasser zurückhalten und an dieser – für die Hessisch Oldendorfer ungefährlichen – Stelle zurückstauen (wir berichteten). Inzwischen wurde das Bau-Projekt vom Umweltamt des Landkreises Hameln-Pyrmont genehmigt und soll im Herbst umgesetzt werden. Die Kosten belaufen sich dabei auf ungefähr 16000 Euro.

„Für mich wäre es schon ein Anfang, wenn die Stadt die Bäche zweimal im Jahr vom ganzen Pflanzen-Bewuchs befreit“, sagt Anwohner Wehrhahn. Die Kombination aus Naturabfällen wie Ästen und Starkregen sorgt nämlich dafür, dass Bäche schneller überlaufen. Andererseits kann ein natürlicher Flusslauf auch verhindern, dass der nächste Ort flussabwärts durch schnell ankommende Wassermengen begraben wird.

Nach Angaben der Stadtverwaltung kann Wehrhahns Wunsch nicht erfüllt werden: „Es gibt Vorschriften des Landes, welche dies verhindern“, sagt Wiebusch. Vor dem 15. Juni dürfe man die Bäche nämlich nicht von Pflanzen und Ähnlichem säubern. Damit sei zeitlich kein Raum, um die Bäche mehr als einmal im Jahr zu behandeln.

Ich möchte mich auf keinen Fall hinter gesetzlichen Vorschriften verstecken.

Heiko Wiebusch, Fachbereichsleiter

Vor einiger Zeit sollte eine winklige Kurve des Segelhorster Baches aus Hochwasserschutzgründen umgelegt werden. Dabei sind 3000 Euro in die Entwicklung verschiedener Konzeptideen geflossen. Schließlich hatte man sich entschieden, den Bach auf ein Privatgrundstück umzuleiten. Allerdings hatte die Grundstückbesitzerin Beschwerde eingelegt, weshalb diese Idee verworfen werden musste. „Damit war das Geld sinnlos verausgabt“, findet Clavey.

Der SPD-Politiker würde am liebsten eine Talsperre ähnlich wie die in Fischbeck errichten. Für ihn ist der jetzige Wasserschutz der Stadt Hessich Oldendorf nicht zufriedenstellend: „Um das gesamte Kernstadtgebiet intensiv zu sichern, wäre eine kleine Talsperre angesagt, was man in Fischbeck gemacht hat oder in Fuhlen mit einer Umlegung eines Baches.“ Beide Varianten finde er gut.

Rechtlich gesehen ist jeder Anwohner selbst für Wasserschäden verantwortlich. Neubauten werden möglichst nicht in gefährdeten Gebieten errichtet. Dadurch soll die Chance eines Hochwasserschadens verringert werden. Ortsbürgermeister Clavey ist damit nicht zufrieden: „Das Zurückziehen auf Rechtspositionen durch die Verwaltungsspitze – wie in alten Baugebieten sollten die Anwohner selbst für die Sicherheit sorgen, – ist dem Thema nicht angemessen.“

Wiebusch aber betont, dass die Verwaltung viele verschiedene Maßnahmen zur Hochwasser-Bekämpfung unternehme – wie die Erneuerung des Durchlasses des Segelhorster Bachs. Der Hochwasserschutz sei ihm persönlich sehr wichtig: „Ich möchte mich auf keinen Fall hinter Vorschriften verstecken, mir liegen die Sorgen der Anwohner sehr am Herzen.“ Somit gebe die Verwaltung ihr Bestes, um Anwohner vor Hochwasserschäden zu beschützen.



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