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Biomasse liefert fast ein Drittel der Strommenge im Stadtgebiet / Vollmer: „Deutlich besser als der Durchschnitt“

Anteil regenerativer Energien ist größer als gedacht

Hessisch Oldendorf (doro). Der ökologische „Fußabdruck“ der Stadt Hessisch Oldendorf ist größer geworden – und zwar um einiges. Im Jahr 2007 wurden zwölf Prozent des Stromverbrauchs aus örtlichen erneuerbaren Energien gewonnen, damit lag Hessisch Oldendorf unter dem Landkreisdurchschnitt von rund 27 Prozent und im Bundesdurchschnitt von circa zwölf Prozent. Das geht aus dem Integrierten Klimaschutzkonzept für den Landkreis Hameln-Pyrmont und seine Städte und Gemeinden hervor. Bis Ende 2010 ist der Anteil regenerativer Eigenerzeugung und Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) an der Gesamtstrommenge (kWh) in Hessisch Oldendorf deutlich gestiegen.

veröffentlicht am 10.01.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 02:41 Uhr

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Um wie viel, hat die Dewezet Lokalpolitiker schätzen lassen. Mit 25 Prozent liegen Torsten Schulte (Grüne), Hans Joachim Grote (CDU) und Bürgermeister Harald Krüger dabei ebenso auf einer Linie wie Günter Kuhnert (Grüne) und Hartmut Büttner, Leiter des Fachbereichs III, die 35 Prozent schätzten. Genau dazwischen liegt der Sozialdemokrat Dirk Adomat mit 30 Prozent. Dass Hessisch Oldendorf seinen Bedarf fast vollständig aus regenerativen Energien decken kann, vermutete mutig der Ortsbürgermeister der Kernstadt, Claus Clavey.

Interessant: Richtig lag keiner der Politiker. Der Anteil der regenerativen Energien und der KWK macht genau 48,31 Prozent aus, wie eine Studie von e.on Westfalen-Weser belegt. Dabei entfällt der Löwenanteil auf die Biomasse mit 32,71 Prozent. Die Windenergie macht 13,35 Prozent aus, Solarenergie lediglich 2,09 Prozent. Wasserkraft und sonstige Energien fallen kaum ins Gewicht.

„Typisch für den ländlichen Raum ist das Ergebnis für Hessisch Oldendorf nicht unbedingt, sagt e.on-Sprecher Dieter Vollmer. „Mit fast der Hälfte der Erzeugung aus regenerativer Energie oder Kraft-Wärme-Kopplung ist Hessisch Oldendorf deutlich besser als der Durchschnitt.“ Eine in etwa vergleichbare Kommune aus der Region beziehe gerade mal zehn Prozent aus regenerativen Energien. „Andererseits gibt es Kommunen im Kreis Paderborn, die durch eine Vielzahl von Windkraftanlagen auch über 100 Prozent Eigenerzeugung haben.“

Das e.on Westfalen Weser-Netzgebiet hatte 2010 einen Anteil von rund 20 Prozent an der Erzeugung von regenerativen Energien beziehungsweise an KWK. In Deutschland lag der Wert im selben Jahr bei rund 17 Prozent. 2011 ist der Beitrag der erneuerbaren Energien an der deutschen Energieversorgung kräftig gestiegen. Das bestätigen erste Abschätzungen, die die Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien Statistik (AGEE-Stat) für das Bundesumweltministerium vorgenommen hat. Insbesondere bei der Stromerzeugung machten die erneuerbaren Energien einen Sprung auf einen Anteil von rund 20 Prozent am Stromverbrauch. Ausgehend von einem Anteil von 6,4 Prozent am gesamten Stromverbrauch im Jahr 2000 hat sich ihr Anteil bis zum Jahr 2011 etwa verdreifacht.

Gemessen am gesamten Endenergieverbrauch (Strom, Wärme, Mobilität) konnten die erneuerbaren Energien ihre Bedeutung ebenfalls weiter steigern: von 11,3 Prozent im Jahr 2010 auf nunmehr rund zwölf Prozent – rund dreimal so viel wie noch vor zehn Jahren.

Beim Wärmeverbrauch der privaten Haushalte in der Stadt Hessisch Oldendorf lag der Anteil 2007 mit knapp 13 000 Kilowattstunden/ EW/a im Landkreisvergleich allerdings über dem Durchschnitt. Der Heizöl- und auch der Holzanteil fielen sehr hoch aus. Der Erdgasverbrauch lag dagegen im Durchschnitt, der Fernwärmeverbrauch war gering. Auch die Anteile von Umweltwärme und Sonnenkollektoren waren gering. Die aus dem Wärmeverbrauch resultierenden CO2-Emissionen lagen in der Weserstadt unter dem Landkreisdurchschnitt.

Der Wärmeverbrauch der öffentlichen Einrichtungen der Stadt Hessisch Oldendorf und der Wirtschaft waren dagegen vergleichsweise niedrig. Und seit 2007 hat sich zudem eine Menge getan: Die VfL-Sporthalle wird mit Erdwärme versorgt und hat eine Sonnenenergie-Solaranlage zur Warmwasseraufbereitung. Das Biogasanlagen-Wärmenetz erstreckt sich inzwischen vom Rathaus über Kirche, Gemeindehaus, Pfarrhaus über das Poppelbaum-Altenzentrum bis zur Oberschule. Für Photovoltaikanlagen gibt es Flächen auf dem Feuerwehrhaus im Steinbrinksweg und auf dem Rathaus, die verpachtet sind. Der Verbrauch läuft über das allgemeine Stromnetz. In der Sporthalle Hemeringen verbessert ein Blockheizkraftwerk die CO2-Bilanz der Stadt. Dämmmaßnahmen mit den Mitteln aus dem Konjunkturpaket II wurden in den letzten Jahren in einigen Sporthallen und Grundschulen durchgeführt.

Ob die CO2-Emissionen sich seit 2007 verbessert haben, wäre die nächste interessante Frage – neuere Daten liegen allerdings nicht vor. Damals lagen die Emissionen pro Einwohner und Jahr über dem Landkreisdurchschnitt. Grund: In Hessisch Oldendorf waren rund 30 Prozent der Ölheizungen älter als 20 Jahre. Der Anteil von sehr großen Anlagen war hoch. Das Potenzial des Energieträgers Heizöl ist dementsprechend hoch einzuschätzen.

Verbessern möchte die Stadt ihren ökologischen Fußabdruck künftig auch durch die Nutzung von Öko-Strom. Seit dem 1. Januar des Jahres bezieht Hessisch Oldendorf von den Stadtwerken Weserbergland Strom aus erneuerbaren Energien. Die ökologisch beste Variante, die nach den Kriterien des „Grüner Label Strom e. V.“ zertifiziert ist (Gütesiegel in Gold), kommt aus Kostengründen allerdings nicht infrage: Alternativ zum Naturstrom erfolgt die Stromlieferung aus erneuerbaren Energien über RECS-Zertifikate. Die Spezifikation der darin angebotenen Stromlieferung entspricht unter anderem den Kriterien der Kommunalen Wirtschafts- und Leistungsgesellschaft-Ausschreibung für den Landkreis Hameln-Pyrmont aus dem Frühjahr 2011. Der Unterschied zum Naturstrom: Förderung von Investitionen in regenerative Energien erfolgt mit dem Kauf von Wasserkraft aus Europa nicht.



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