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Bereits rund eine Million Euro an Zuschüssen für private und andere Projekte zur Dorferneuerung beantragt

Ansturm auf die Fördergelder

Hessisch Oldendorf. Das Interesse an der Dorferneuerung in Großen- und Kleinenwieden, in Rohden und Rohdental, Segelhorst und Welsede ist groß: Am 15. Februar endet die Frist, bis zu der Einwohner für 2016 staatliche Fördergelder beantragen können, um ältere Gebäude zu sanieren und ihr Wohnumfeld aufzuhübschen.

veröffentlicht am 09.02.2016 um 13:22 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:58 Uhr

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Marc Fisser

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Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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„Es sind bereits zum Start Anträge im Volumen von rund einer Million Euro eingegangen“, berichtet Norbert Lütke vom Hildesheimer Amt für regionale Landentwicklung. Eine solche Summe komme anderswo erst in zwei Jahren zusammen. Für Lütke ist das Hessisch Oldendorfer Projekt damit „schon jetzt auf privater Seite ein Erfolg“. Auch die Stadtverwaltung hat für diese Dorfregion einige Vorhaben im Köcher, wird aber nach Worten von Bürgermeister Harald Krüger angesichts der finanziellen Enge „sparsam anfangen“. Denn noch seien die Maßnahmen in Fischbeck nicht abgeschlossen.

Für die „Verbunddorfentwicklung Weserdörfer“, so der offizielle Projektname, sind seit der ersten Bürgerversammlung vor einem Jahr gemeinschaftlich viele Vorschläge erarbeitet worden. 23 Maßnahmen stellten die beauftragten Fachplaner Andreas Ackermann und Peter Flaspöhler am Montagabend in Großenwieden auf der dritten Bürgerversammlung vor. Dazu gehören der Bau eines Spiel- und Festplatzes als Bürgertreff in Segelhorst, die Einrichtung eines landwirtschaftlichen Lehrpfades zwischen Rohdental und Großenwieden, die Freilegung des teilweise kanalisierten Ellerbachs, die barrierefreie Erschließung des Friedhofes in Welsede, die Schaffung von Gewerbegrundstücken am Rande von Rohden und Welsede sowie verkehrsberuhigende Maßnahmen durch Tempolimits und Kreisverkehre. „Jeder, der noch eine weitere gute Idee hat, sollte sich an die Kommune oder die Planungsbüros wenden“, empfiehlt Lütge. Die Beratung ist kostenfrei. Lütge verspricht eine „wohlwollende Prüfung“ durch die Behörde des Landes. Private können für die Sanierungsarbeiten an regionaltypischen Gebäuden – die Kosten müssen zwischen 9000 und 50 000 Euro liegen – mit 30 Prozent Fördergeld rechnen, öffentliche Träger sogar mit bis zu 73 Prozent. Erstmals beteiligt sich das Amt unter bestimmten Umständen auch an den Kosten für Grunderwerb und Abriss von Gebäuden. „Denn um Leerstände zu beseitigen, hilft eventuell die Neugestaltung des Ortsbildes“, sagt Lütges Kollege Gunther Korf.

„Die Fördertöpfe sind gut gefüllt“, betont Lütke. Das Amt werde die Anträge prüfen und gewichten. Die Bewilligungen werden voraussichtlich im April oder Mai verschickt. Die Chancen, den gewünschten Zuschuss zu erhalten, ständen sehr gut: „Im vorigen Jahr wurden alle Anträge bedient“, sagt Lütge; rund sechs Millionen Euro überwies das Amt für die Dorfentwicklungsmaßnahmen in seinem Bezirk. Für die Förderperiode 2016 werden nach Worten Korfs im Raum Leine-Weser mit seinen derzeit 35 Orten im Dorferneuerungsprogramm deutlich mehr Anträge erwartet. Möglicherweise werde dann „ein roter Strich gezogen“: Wer im Ranking darunter liege, müsse sich gedulden; in den Folgejahren kann das Projekt erneut eingereicht werden – vielleicht in optimierter Version und damit mit besseren Aussichten.

Die dritte Bürgerversammlung zur Entwicklung der Weserdörfer war zugleich die Sitzung der beiden zuständigen Ortsräte. Die Lokalpolitiker nahmen die Planung ohne Gegenstimmen zur Kenntnis. Am Mittwoch, 10. Februar, beschäftigt sich der städtische Planungsausschuss mit dem Thema, am 17. März abschließend der Stadtrat. Bürgermeister Harald Krüger sprach bereits in Großenwieden von „hervorragenden Ergebnissen“ und einer „tollen konstruktiven Arbeit“. Er unterstrich: „Unsere Dörfer sollen auch in Zukunft lebens- und liebenswert sein.“

Info: So kommen Investoren ans Geld

Die Dorfregion Weserdörfer mit Großenwieden, Kleinenwieden, Welsede, Rohden/Rohdental und Segelhorst befindet sich im Dorferneuerungsprogramm des Landes Niedersachsen. Mit der Zielsetzung „Erhaltung und Gestaltung des dörflichen Charakters“ werden in dem Fördergebiet mit Hilfe der Europäischen Union vielerlei Maßnahmen bezuschusst. Wer an seinem älteren Gebäude etwa das Dach neu eindecken, Fenster und Türen ersetzen oder die Wärmedämmung verbessern möchte und dabei die regionaltypische Bauart bewahrt, kann mit 30 Prozent Fördergeld rechnen – bei einer Investitionssumme zwischen 9000 und 50000 Euro. Bei der Umnutzung ortsbildprägender Häuser sind es bis zu 100000 Euro. Geld wird ebenso für den Neu-, Aus- oder Umbau dörflicher Dienstleistungseinrichtungen oder Gemeinschaftsanlagen gegeben. Es können sich auch Nachbarn zusammentun, um zum Beispiel ihren Grundstückszaun zu erneuern.

Die Förderung muss jeweils bis zum 15. Februar des Förderjahres beim Amt für regionale Landentwicklung Leine-Weser (Bahnhofsplatz 2-4, 31134 Hildesheim) beantragt werden. Und zwar vor der Auftragsvergabe unter Vorlage von drei Angeboten oder einer Architektenberechnung. Anträge im Internet unter www. arl-lw.niedersachsen.de. Ansprechpartner Gebäude und Stadtplanung: Architekt Peter Flaspöhler, Telefon 05152/962466; Außenanlagen: Garten-/Landschaftsarchitekt Andreas Ackermann, 0511/9245231; Rathaus: Martina Kexel, 05152/782126.



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