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Hessisch Oldendorf, Rinteln und Auetal arbeiten bei Kitas zusammen – eine Leiterin erzählt von ihren Erfahrungen

„Anreize von außen, aber nicht von oben“

Hessisch Oldendorf/Fischbeck. Nun ist es endlich auch nach außen sichtbar. Die Integrative Kindertagesstätte in Fischbeck hat als erste der zwölf kommunalen Kitas im Stadtgebiet Hessisch Oldendorf das Gütesiegel „Qualität im Dialog“ an ihrer Fassade angebracht. Damit ist ein erster Abschnitt in dem Projekt, welches die Stadt Hessisch Oldendorf, die Stadt Rinteln und die Gemeinde Auetal gemeinsam durchführen, zu Ende gegangen. Alle Kitas hätten das Gütesiegel offiziell überreicht bekommen und dürfen es nun an ihren Einrichtungen anbringen. Die Kita in Fischbeck war an dieser Stelle aber halt die erste, wie Denise Fischer, Koordinatorin des Projekts, betont.

veröffentlicht am 03.04.2015 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 02:22 Uhr

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Autor:

von christoph boßmeyer
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„Das Projekt war ein Anreiz, über das eine oder andere nachzudenken“, sagt die Leiterin der Fischbecker Einrichtung, Jutta Poludniok (60), die zugibt, dass man hin und wieder auch mal betriebsblind wird. Das sei ganz normal. Ihr aus insgesamt 16 Kräften, 14 Erzieherinnen und zwei Erziehern bestehendes Team hätte gegenüber Denise Fischer absolut keine Vorbehalte gehabt, antwortet die 60-jährige Tünderanerin auf die Frage, wie es denn gewesen sei, dass da jemand kommt und ihre Arbeit beurteilen soll. „Frau Fischer weiß, wie die Arbeit in einer Kita funktioniert und sie hat bei uns auch schon ein Praktikum absolviert“, sagt Poludniok. „Es waren Anregungen von außen, aber keinesfalls von oben“, so die Tünderanerin weiter. Fischer ergänzt, dass das Projekt so auch keinesfalls gedacht war, sondern die Mitarbeiter der Einrichtungen aktiv in den gesamten Prozess eingebunden waren.

Im Ergebnis habe die Fischbecker Einrichtung gar nicht viel verändern müssen. „Lediglich an ein oder zwei Stellschrauben haben wir gedreht“, sagt Poludniok. Woran insgesamt im Projekt Qualität im Dialog noch gearbeitet werden müsse, das sei der Dialog zwischen den Einrichtungen in Rinteln, Auetal und Hessisch Oldendorf. Vor kurzem berichtete Fischer, das für dieses Jahr ein Zusammenkommen geplant sei. „Was dafür häufig fehlt, ist die Zeit“, bringt es Poludniok auf den Punkt. Aber vom Grundsatz her sei die Idee gut, so die 60-Jährige. So könne man von Stolpersteinen aus anderen Einrichtungen erfahren, davon profitieren und macht die Fehler nicht selbst. Deshalb ja auch die Internetseite, ergänzt Fischer, auf der sich alle Kitas mit ihrem Konzept vorstellen.

In der Integrativen Kindertagesstätte in Fischbeck betreut Jutta Poludniok mit ihrem Team derzeit 86 Kinder plus noch eine Außengruppe mit 25 Kindern in Haddessen. Was sie schätzt, ist die Nähe zur Fischbecker Grundschule. So könnten die Kinder lange an einem Ort bleiben, bevor sie für eine weiterführende Schule weite Wege in Kauf nehmen müssten. „Das war auch im Rahmen der Beurteilung ein Kriterium, die Gestaltung von Übergängen“, wirft Fischer ein. Was im Rahmen von Qualität im Dialog nicht unbedingt an erster Stelle steht, aber in Kitas immer noch ein Thema ist, ist die Anzahl männlicher Erzieher. In Fischbeck hat Poludniok zwar zwei, würde aber dennoch weitere Erzieher mit Handkuss nehmen. Sie hatte mal zwei männliche FSJ-ler, die hätte sie sofort genommen. Sie waren auch nicht abgeneigt, hätten dann jedoch ein Studium vorgezogen. „Es gibt immer noch zu wenige Vollzeitstellen und es wird zu schlecht gezahlt“, sagt die Leiterin, woran es ihrer Meinung nach liege, dass sich nur wenige Männer für den Erzieherberuf entscheiden.

Bis zur nächsten Bewertung ist es noch ein bisschen hin. Aber Poludniok und Fischer hoffen, dass das Projekt noch lange weiterläuft, denn jetzt könne man was bewegen. Auch Fischer betont, dass es vor allem um eine nachhaltige Entwicklung gehe.



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