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Böse Überraschung beim Abriss des Zwischentrakts am Seniorenzentrum Poppelbaum

Alter Pfusch am Fundament

Hessisch Oldendorf. Vor vier Wochen begann der Abbruch des Zwischentraktes am Senioren- und Pflegeheim Eberhard Poppelbaum in der Schulstraße. Zunächst lief alles nach Plan. Doch dann kam die ernüchternde Überraschung: Das alte Gebäude, das stehen bleiben wird, steht auf dem Fundament des Zwischentrakts. Bedeutet: Der Abriss wurde sofort gestoppt, die Gründung wird überprüft, ein Bodengutachten eingeholt und eine neue Statik erstellt. Architekt Michael Wunder spricht von einer „sehr großen Herausforderung“.

veröffentlicht am 05.07.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 17:41 Uhr

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Autor:

Peter Jahn
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Technisch ist das Problem zu lösen, doch „es wird Zeit vergehen“, wie Michael Wunder sagt. Er hatte sich – wie in der Branche üblich – auf alte Pläne verlassen; doch die darin gemachten Angaben entsprechen nicht dem, was man beim Abriss vorgefunden hat. Nun wissen Fachleute, dass ein Abriss eines Gebäudes immer wie eine Wundertüte ist, man nicht weiß, was zutage gefördert wird.

Vor einigen Wochen konnte der neue Westflügel bezogen werden. Dort leben Senioren in 45 Einzelzimmern mit eigenen barrierefreien und behindertengerechten Bädern. Außerdem gibt es im Neubau drei Doppelzimmer, die von Paaren bewohnt werden. Der Einzug war vorüber, da rückte der große Bagger an und riss Teil für Teil des Zwischenbaus ein – bis zum Keller.

Nun fahren keine Lastwagen mehr zur Baustelle. Es wird nun in Büros gearbeitet, damit es bald weitergehen kann. Michael Wunder rechnet mit rund sechs Wochen, bis der Abriss fortgesetzt wird und gleich darauf die neuen Fundamente gegossen werden können. Der Vorsitzende des Vereins Eberhard Poppelbaum, Wolfgang von Aulock, geht von drei Wochen aus. So oder so, es bleibe beim Einweihungstermin. Dieser soll nach wie vor im März kommenden Jahres sein, wie Michael Wunder ausführt. Er hat in seinem Zeitplan genügend Puffer eingearbeitet.

Wolfgang von Aulock, um eine Stellungnahme gebeten, versucht zunächst auf einen Interviewtermin in zwei Wochen zu vertrösten. Dann führt er aber doch widerwillig aus, „dass nach bereits erfolgtem Abriss von circa 98 Prozent des Mitteltraktes festgestellt wurde, dass es lediglich an einer Stelle noch eine Gründungsverbindung zwischen dem Osttrakt und dem ehemaligen Mitteltrakt gibt, was aus dem vorhandenen Bauunterlagenbestand aber nicht zu entnehmen war. Diese Verbindung kann allerdings problemlos bautechnisch durch Schneid- und Verdübelungsarbeiten so getrennt werden, dass die Standfestigkeit und Sicherheit des Ostflügels zu keiner Zeit gefährdet ist. Die Arbeiten auf der Baustelle werden demgemäß auch ab Montag, 8. Juli, wieder planmäßig aufgenommen“.

Bereits mit Fertigstellung des Westflügels erklärt Heimleiter Wilfried Völz, dass er davon ausgehe, dass die zunächst veranschlagten Kosten in Höhe von 4,5 Millionen Euro nicht gehalten werden können. „Ich rechne derzeit damit, dass der ganze Um- und Erweiterungsbau etwa fünf Millionen Euro kosten wird“, sagt er. Trotz der neuen Situation rechnet Michael Wunder mit nur geringen Mehrausgaben, die nicht über den abgesteckten finanziellen Rahmen hinausgehen. Er ist sich auch sicher, dass der Einweihungstermin im Frühjahr gehalten werden kann.

In dem Teil, der demnächst Ost- und Westflügel verbinden wird, entstehen die Zentralküche, Büros und ein Friseurraum sowie Kommunikationsflächen und ein Bereich für die Beschäftigungstherapie der Heimbewohner.

Die Bewohner des Pflegezentrums achten sehr genau darauf, was auf ihrer Baustelle in der Schulstraße geschieht – schließlich sind auch Fachleute unter ihnen, die früher selbst im Baubereich und im Bauhandwerk tätig waren. In der Bauphase sparen sie nicht mit guten Tipps und erzählen gern, wie es früher auf der Baustelle zuging.

Um- und Neubauarbeiten lassen sich mit den täglichen Abläufen im Alten- und Pflegeheim vereinbaren. „Der Betrieb läuft problemlos, die Bewohner sind umgezogen, ein großer Teil der Außenanlagen ist fertig.“ Nicht ganz einfach haben es derzeit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Pflege- und Seniorenzentrum Poppelbaum. In der Einrichtung des Diakonisches Werkes der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover werden auch in der Bauphase knapp 100 Personen von 60 Mitarbeitern versorgt. Diese müssen noch einige Zeit auf dem Gelände weitere Wege zurücklegen. Ein Beispiel: Die Küche, früher im Erdgeschoss, ist derzeit im Obergeschoss des Altbaus. „Sämtliche Mitarbeiter unserer Einrichtung sind mit allergrößtem Engagement bemüht, auch während der Bauphase die Versorgung und Betreuung unserer Bewohner in dem gewohnten Umfange sicherzustellen“, betont Wolfgang von Aulock.

Der Betrieb auf der Baustelle ruht. Ein kleiner Teil der Kellerwände steht noch, Fachleute berechnen, wie stark das Fundament für den Zwischenbau sein muss.pj



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