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Alte Wand- und Deckengemälde rekonstruiert

Fischbeck (bj). Das Westwerk war in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts gründlich saniert worden. Der Hannoveraner Hermann Schaper, von dem auch die Ausgestaltung der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin stammt, malte die Kirche und die Westwerkvorhalle im Stiftsdorf in den Jahren 1902 bis 1904 aus. Die noch sichtbaren Fragmente seiner Arbeit waren die Grundlage, um die ursprüngliche Ausmalung nun wieder herzustellen.

veröffentlicht am 30.09.2011 um 17:08 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 08:41 Uhr

Stiftskirche
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Fischbeck (bj). Das Westwerk war in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts gründlich saniert worden. Der Hannoveraner Hermann Schaper, von dem auch die Ausgestaltung der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin stammt, malte die Kirche und die Westwerkvorhalle im Stiftsdorf in den Jahren 1902 bis 1904 aus. Die noch sichtbaren Fragmente seiner Arbeit waren die Grundlage, um die ursprüngliche Ausmalung nun wieder herzustellen.

Joachim Frey, Leiter der Restaurierungswerkstatt der Klosterkammer Hannover, geht auf die umfangreichen Vorarbeiten ein. „Der alte Putz war schadhaft bis ins Mauerwerk hinein und musste deshalb abgetragen werden. Da das Mauerwerk sehr unregelmäßig ist, war es notwendig, um dieses auszugleichen, den Putz an einigen Stellen in einer dicken Schicht aufzutragen.“ Bis alle Vorarbeiten abgeschlossen waren, vergingen einige Monate. Durch den feuchten Sommer im Vorjahr dauerte es etliche Wochen, bis der Putz getrocknet war und mit der Ausmalung begonnen werden konnte. Diese führten die Restauratoren Ulrich Heitfeldt und Klaus-Peter Ohm aus. „Die Malerei an den Wänden haben wir nach alten Fotos rekonstruiert“, erklärt Ulrich Heitfeldt. Was von Schapers Malerei am Gewölbe noch zu sehen war, hatten Restauratoren bereits 1998 über Folien abgenommen. „Wir haben das noch einmal überprüft und mit Pausen oder Schablonen nun wieder auf den neuen Putz aufgetragen und ausgemalt – bis auf ein „Belegfeld“, das noch die Originalmalerei von Hermann Schaper zeigt, erklärt Heitfeldt.  „Allein die reine Ausmalung hat vier Monate gedauert“, sagt Joachim Frey, das seien rund 1600 Arbeitsstunden. Die Gesamtmaßnahme hatte im August des Vorjahres begonnen.

Rund 100 000 Euro kostet die Restaurierung und Renovierung des Westwerks. Die Hälfte der Kosten kamen über das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen. Die weitere Finanzierung erfolgte durch das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege, die Klosterkammer Hannover und die Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die 20 000 Euro beigesteuert hat.

Stiftskirche
  • Blick durch die Westwerkvorhalle auf den Haupteingang der Stiftskirche. Fotos: bj

Wenn es darum geht, das historische Kleinod im Stiftsdorf zu erhalten, finden sich immer wieder Menschen und Organisationen, die sich finanziell oder handwerklich engagieren. Alle wollen helfen, wenn es um den Erhalt der romanischen Stiftskirche geht, die im 12. und in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstanden ist und „heute ein Denkmal von nationaler Bedeutung ist“, wie Äbtissin Uda von der Nahmer betont. Für sie und die Mitglieder des Kapitels „war es immer wieder aufregend zu sehen, wie sich Arbeiten in der Westwerkvorhalle entwickelt haben. Für uns ist es ein Freudentag, das vollendete Werk zu sehen.“

Äbtissin Uda von der Nahmer ist gespannt, was die Gemeindemitglieder sagen werden, wenn diese am Erntedankgottesdienst die Westwerkvorhalle betreten, um durch den Haupteingang in die Stiftskirche zu gelangen. Kapitularin Ursula Schröder ist jedes Mal besonders beeindruckt, wenn die Sonne am späten Nachmittag und am frühen Abend in die Vorhalle scheint: „Durch die intensiven, leuchtenden Farben wird eine ganz besondere Stimmung erzeugt.“ Der Leiter der Restaurierungswerkstatt der Klosterkammer Hannover, Joachim Frey, macht deutlich, dass es zukünftig darauf „ankommt, kleine Schäden sofort zu beheben. Die Pflege ist entscheidend, damit eine Nachhaltigkeit des Geschaffenen erreicht werden kann.“



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