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Aber geteilte Meinungen zum Erhalt

Alte Fuhler Brücke: „Schönes Andenken für alle“

Die alte Fuhler Brücke ist bald Geschichte. Das komplette Bauwerk allerdings nicht: Zumindest ein Teil des Bogens soll den Hessisch Oldendorfern als Andenken erhalten bleiben. Was sagen die Bürger dazu?

veröffentlicht am 11.11.2018 um 16:32 Uhr
aktualisiert am 12.11.2018 um 10:16 Uhr

Ein Teil der alten Brücke (links) soll erhalten bleiben. Foto: Archiv
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Annette Hensel Reporterin

FUHLEN. Die Fuhler Brücke, wie die Hessisch Oldendorf und Fuhlen verbindende Weserbrücke nicht nur von den am Fluss lebenden Dorfbewohnern genannt wird, existiert nicht mehr lange in doppelter Ausführung: Das Modell aus dem Jahre 1953 wird auseinandergenommen und nach und nach entsorgt – bis auf einen kleinen Brückenbogenabschnitt, den die Dorfgemeinschaft Fuhlen behalten und ausstellen möchte (wir berichteten).

Beim Martinimarkt auf dieses Thema angesprochen, erzählt Petra Görlitz (52 Jahre) aus Zersen, dass sie gerne mit ihrem Mann über die Brücke nach Fuhlen radelt: „Die Idee der Fuhler finde ich gut, schließlich hat so eine Brücke eine historische Bedeutung – so was schmeißt man nicht einfach auf den Müll. Wenn dieses Bauwerk sprechen könnte, würde es uns viele interessante Geschichten erzählen – etwa über den Wandel des Verkehrsaufkommens.“ Auch ein 80-Jähriger Welseder befürwortet das Engagement der Fuhler Dorfgemeinschaft in Sachen Brücke und sagt: „Ein schönes Andenken für alle.“

„Ich kann mir schon vorstellen, dass die alte Brücke und das Land, auf dem sie entlangführte, noch eine Weile Thema sind“, meint ein 65-Jähriger, der nachvollziehen kann, dass die Fuhler ein Stück davon aufbewahren wollen. „Den Brückenneubau habe ich interessiert verfolgt, der Abriss der alten Brücke ist die logische Folge, insofern sehe ich persönlich ihn emotionslos“, so der Rohdentaler. Die Brücke ist für ihn ein Mittel zum Zweck: „Ich fahre darauf regelmäßig über die Weser – seit einigen Wochen nun eben über die neue Brücke. Hoffentlich wird die Geschwindigkeit wie bei der alten irgendwann auf 70 Stundenkilometer hoch gesetzt – das ist für mich ein Thema“.

Ratsherr Kai-Uwe Eggers (SPD), der seit 44 Jahren in Fuhlen lebt, betont: „Ich träume von einem Platz bei uns im Dorf, auf dem die verschiedenen Weserübergänge wie Fähre, Kettenbrücke oder unsere ‚alte Dame‘, die gerade abgebaut wird, in Form eines Kunstwerks verkörpert werden.“

„Dieser Quatsch mit der Brücke – wer hat denn da was davon?“, empört sich ein 30-Jähriger aus der Kernstadt und fügt hinzu: „Was bringt es, wenn da so ein Stück Metall in Fuhlen herumsteht? Von mir aus kann die komplette Brücke auf den Schrottplatz.“ „Wir haben noch Altmetall im Schuppen – das bringen wir den Fuhlern gerne vorbei, wenn es sie glücklich macht“, scherzt ein Paar aus der Altersklasse „40plus“.

Wolfgang Wenger, der mit seiner Familie am Sonntag auf dem Martinimarkt seinen 61. Geburtstag feiert, sagt: „Ich finde es nicht verkehrt, wenn die Brücke nicht so sang- und klanglos verschwindet.“

Ohne lange zu überlegen erklären ein Vater und sein Sohn aus der Kernstadt fast gleichzeitig: „Wir hatten das Glück, mitzuerleben, wie die neue, schöne, große Bogenbrücke gebaut wurde – das war echt spannend. Jetzt wird die alte Brücke abgebaut – und gut ist!“



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