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Vor 100 Jahren wurde das Sünteldorf elektrisch

Als die „Energiewende“ Pötzen erreichte

Pötzen. Das Wort Energiewende wird heutzutage mit ökologischer Aufbruchstimmung verbunden, mit nachhaltiger Stromversorgung, mit dem Ende des Atomzeitalters. An ihr erhitzen sich die Gemüter: Während die einen fordern: „Atomkraft? Nein danke!“, gründen die anderen Bürgerinitiativen, um den Bau der erforderlichen Stromtrassen durch die eigenen Hintergärten zu verhindern. Woran heute kaum noch jemand denkt: Auch vor 100 Jahren gab es bereits eine Energiewende – die zum elektrischen Strom nämlich. Wie diese das Sünteldorf Pötzen erreichte, beschreibt der damalige Volksschullehrer Peter in der Pötzener Schulchronik:

veröffentlicht am 19.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 01:41 Uhr

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Autor:

Barbara Jahn-Deterding
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„Schon zu Beginn des Jahres 1913 verhandelte das Elektrizitätswerk ,Wesertal‘ in Hameln mit der hiesigen Gemeinde. Es handelte sich zunächst darum, dass das Elektrizitätswerk von der Gemeinde und den Grundeigentümern die Erlaubnis erhielt, durch die Pötzer Feldmark die Hochspannungsleitung zu legen. Diese wurde dann gebaut. Im Laufe des Sommers wurden dann von 15 Familien die Installationsarbeiten in den Wohnungen der Firma Ohlendorf und Francke in Hannover und später dann noch vier dem Elektrizitätswerk ,Wesertal‘ übertragen.

Im Winter 1913/1914 wurden dann diese Arbeiten sowie der Ausbau des Ortsnetzes gemacht. Die Gemeinde hat auch in dankenswerter Weise für die Wohnung des Lehrers die Kosten für die elektrische Lichtanlage bewilligt. Es wurde in der Wohnung 11 Brennstellen von dem Elektrizitätswerk ,Wesertal‘ angelegt. Die Beleuchtungskörper (Lampen, Glühbirnen und so weiter) hat der Lehrer auf eigene Rechnung von Schlossermeister Amelung in Hessisch Oldendorf gekauft, der sie auch aufhängte.

Endlich am Dienstag, den 17. März 1914, nachmittags um drei Viertel 3 Uhr, wurde die ganze Anlage in Betrieb gesetzt, und zur Freude aller Beteiligten flammte überall das schöne, helle elektrische Licht auf. Im ganzen sind also in Pötzen vorläufig 19 Familien an die elektrische Licht-, und davon neun auch an die elektrische Kraftanlage angeschlossen. Für die Kilowattstunde Licht müssen 40 Pfennig und für die Kilowattstunde Kraft 18 Pfennig bezahlt werden. Außerdem beträgt die Miete für den Elektrizitätszähler pro Monat 50 Pfennig.“



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