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Krüger Baufachzentrum wird umgebaut – ein Blick auf die Unternehmensgeschichte

Als das Telex ratterte und die Polaroid im Einsatz war

HESSISCH OLDENDORF. Wer infolge des Schneefalls in den vergangenen Tagen Streusalz oder einen neuen Schneeschieber benötigte, hat sich vielleicht in Krüger Baufachzentrum auf die Suche begeben – und gestaunt. Denn dort, wo Firmengründer Carl Leopold Krüger einst an sogenannten Handschlagtischen und in Eisenformen Betondachsteine und Betonrohre herstellte und verkaufte, hat sich so einiges getan.

veröffentlicht am 05.03.2018 um 18:17 Uhr

Wird derzeit umgebaut: Krügers Baufachzentrum. Foto: ah
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Annette Hensel Reporterin
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Seit Jahresbeginn wird der etwa 400 Quadratmeter große Fachmarkt am Güterbahnhof, der 2022 sein 150jähriges Bestehen feiert, umgebaut – und das ohne Ausfallzeiten während des Betriebs: Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten ist ein neuer Tresenbereich installiert und die Regaltechnik komplett erneuert worden. Prokurist Heiko Eggers, seit Beginn seiner Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann 1987 im Betrieb, weiß noch genau, wie alles aussah, als er 1984 im Rahmen eines Schulpraktikums erstmals dort arbeitete: „Damals war die Verkaufs- und Ausstellungsfläche im Fachmarkt viel begrenzter.“ Das Sortiment an Werkzeug sei überschaubar gewesen, habe aus Kellen, Schaufeln oder Besen bestanden. „Wer eine Kabellampe oder Kabeltrommel benötigte, hatte im Gegensatz zu heute genau ein Fabrikat zur Auswahl. Elektronisches Werkzeug wie Bohrmaschinen oder Stichsägen seien erst später in den Warenbestand aufgenommen worden.

In den zwanziger Jahren erweiterte Krügers Sohn Heinrich Friedrich den Baustoffhandel, zu dem auch ein Betonwerk gehörte, um den Handel mit Bauholz, das per Schiff angeliefert wurde. „Baustoffe zur Dämmung oder Zement, in Säcken abgefüllt, wurden hingegen per Bahn über ein separates Abstellgleis angeliefert und mussten mit Karren von den Mitarbeitern abtransportiert werden“, sagt Eggers.

„Krügers Baumarkt“ wurde unter Führung von Heinrich Krüger, dem Sohn von Heinrich Friedrich 1972 Am Güterbahnhof 1 für Handwerker im Hoch- und Tiefbau wie für private Häuslebauer eröffnet.

Auch von der Kommunikation her fand ein Wandel statt, den Eggers selbst miterlebte: „1987 wurde der Text für Warenbestellungen – als Lochstreifen verarbeitet – als Telex abgeschickt, Mitte der 90er Jahre hielt das Faxgerät Einzug, heute kommunizieren wir nur noch über E-Mail und WhatsApp – das beschleunigt auch das Ordern der Ware enorm.“ Wurden einst auf Baustellen zur Dokumentation Polaroid-Fotos gemacht, geht das heute übers Handy – die Aufnahmen können sofort weitergeleitet werden. Heiko Eggers erinnert sich daran, dass sein Chef, Heinrich Krüger jun., als einer der Ersten in Hessisch Oldendorf ein Mobiltelefon besaß, das „so groß wie ein Aktenkoffer war“. Nach dessen Tod wurde Eggers 2007 Betriebsleiter. Er erzählt von den „besonders innovativen 90er Jahren, in denen viel gebaut und investiert wurde, wir acht Verkäufer hatten – heute sind es vier – und einen Umsatz von einer Million Mark im Monat. Damals haben wir uns umbenannt, von Krügers Baumarkt in Baufachzentrum, um uns mit hochwertiger Qualität, ausgebildetem Fachpersonal, Lagerlogistik und Außendienstberatung von den Baumärkten abzusetzen, die wie Pilze aus dem Boden schossen.“ Und warum wird nun umgebaut? „Wir nehmen am Modernisierungskonzept der Eurobaustoff teil, die auch die Planung übernommen hat“, sagt Eggers. „Wenn wir modern verkaufen wollen, müssen wir uns auch modern darstellen“, erklärt er. Ende März soll der Umbau abgeschlossen sein, vom 5. bis 8. April wird zu Aktionstagen eingeladen, am 8. April offiziell Einweihung gefeiert.

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