weather-image

Männergesangverein Hemeringen blickt auf 150-jährige Geschichte zurück / Und die hat es in sich

Alkohol und Tabak waren tabu

Hemeringen. „Ein Sänger ist, wer gerne singt und and’ren damit Freude bringt, kommt er in größ’ren Mengen vor, entsteht daraus ein Männerchor.“ Dieser Vers G. Maiers trifft auch auf die Gründungsgeschichte des Männergesangverein Hemeringens zu, der morgen sein 150-jähriges Bestehen feiert.

veröffentlicht am 10.05.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 21:21 Uhr

270_008_6333175_lkho101_0905_ah.jpg

Autor:

VON ANNETTE HENSEL
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

1863 stellte Lehrer Sandmann zur Feier des 50. Gedenktages der Völkerschlacht bei Leipzig in Hemeringen einen vierstimmigen Männerchor zusammen. Der gemeinsame Vortrag vaterländischer Weisen machte so viel Freude, dass 46 Männer am 9. November den „Gesangverein zu Hemeringen“ gründeten, den späteren „Männergesangverein (MGV) Hemeringen“. Wer Mitglied werden wollte, musste laut Satzung „seine Gesangfähigkeit und seine Notenkenntnisse überprüfen“ lassen und konnte erst nach Befürwortung des Gesanglehrers mit einer Dreiviertelmehrheit aufgenommen werden.

Mancher Sangesfreund habe intensiv geübt und Noten gebüffelt, um vor dem gestrengen Chorleiter zu bestehen, ist einer alten Festschrift zu entnehmen. Wer nicht regelmäßig zu den Proben erschien, musste einen Silbergroschen bezahlen, wer viermal unentschuldigt fehlte, musste sogar mit Ausschluss rechnen. Außerdem durfte der Gesang bei den Übungsabenden auf dem Saal des Gasthauses „Zur Ahrensburg“ hinter der Zimmerei Wolter nicht durch Nikotin oder Alkohol entweiht werden.

Allen disziplinarischen Androhungen zum Trotz erlebte der Verein von 1896 bis 1933 unter seinem Chorleiter und Vorsitzenden, Lehrer Heinrich Hillebrecht, eine Glanzzeit mit bis zu 60 Sängern. Zum 75-jährigen Bestehen des MGV schrieb Hillebrecht, er erinnere sich noch gerne an die ersten Jahre, als manche alten Sänger um den warmen Ofen saßen. Mittlerweile findet die Chorprobe im Feuerwehrhaus Hemeringen statt, einstudiert werden Volkslieder und moderne Männerchorsätze. „Beim Maisingen am 1. Mai wecken wir beispielsweise die Leute mit Frühlingsliedern aus dem Winterschlaf“, berichtet Schriftführer Wolfgang Drieschner.

In der „Ahrensburg“ bewahrt Notenwart August Wolter die Zelter-Plakette zum 100-jährigen Bestehen, alte Fotografien oder die hinter Glas gebannte Gründungsfahne, die 1984 durch eine neue ersetzt wurde, auf. Wie viele andere Gesangvereine auch kämpft der Männergesangverein um Nachwuchs, das Durchschnittsalter liegt aktuell bei 67 Jahren. Unter Chorleiter Uwe Lange weist er heute neben 52 passiven auch 20 aktive Sänger auf. „Bereits seit 65 Jahren singt bei uns Karl-Heinz Ackmann mit, seit 62 Jahren Günter Langer und seit 57 Jahren Manfred Gröhlich“, betont der Vorsitzende Wolfgang Knatz. Langes Vorgänger als Chorleiter, Rudolf Reuker, der dem Verein von 1977 bis 1988 auch vorstand und diesem durch die Organisation von Fahrten und Bällen eine besondere Blütezeit bescherte, bereitete die Jubiläumsfeier mit vor, starb jedoch Anfang des Jahres.

Morgen beginnt die Feier im Festzelt auf dem Schützenplatz in Hemeringen um 10 Uhr mit dem Gottesdienst, der Festakt schließt sich an. Im großen Konzertprogramm ab 13.30 Uhr wirken neben dem Jubiläumsverein mit: der katholische Kirchenchor und der DRK-Chor aus Hemeringen, der Gemischte Chor Haverbeck, der Shanty-Chor Bisperode, die Männergesangvereine Liedertafel Barksen, Halvestorf-Hope und Heßlingen, außerdem die Brass Band Rot Weiß Hemeringen und die Forellentaler Blasmusik. Durch das Programm führt Thomas Berger, die musikalische Leitung übernimmt Uwe Lange.

„Beim Maisingen wecken wir die Leute mit Frühlingsliedern aus dem Winterschlaf“: der Vorsitzende Wolfgang Knatz. ah



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt