weather-image
30°
Dorothee Möller kämpft für konventionelle Landwirtschaft

Agrarscouts wollen Image aufpolieren

HESSISCH OLDENDORF. Sie sind die Gesichter der modernen Landwirtschaft: AgrarScouts ermöglichen in Führungen und persönlichen Gesprächen einen Blick in die moderne Landwirtschaft. Auch Dorothee Möller aus Hessisch Oldendorf ist in die Rolle des Agrarscouts geschlüpft – auf der Grünen Woche in Berlin.

veröffentlicht am 30.01.2018 um 17:47 Uhr
aktualisiert am 30.01.2018 um 19:50 Uhr

Agrarscout Dorothee Möller im Gespräch mit einem Messebesucher. Foto: PJ

Autor:

Lene Dibbern
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Die Internationale Grüne Woche in Berlin zählt zu den weltweit wichtigsten Agrar- und Ernährungsmessen. Hier gibt es vielfältige Informationen über das gesamte Spektrum der Landwirtschaft. Es stellen sich an den zehn Messetagen der konventionell arbeitende Bereich ebenso wie der Biobereich einem großen Publikum vor. Die konventionelle Landwirtschaft steht seit Jahren in der Kritik, kämpft um ihren Ruf und möchte deshalb ihr Image verbessern. Dabei helfen sollen Agrarscouts. Das sind Landwirte, landwirtschaftliche Lehrlinge oder Agrarwissenschaftsstudenten sowie Mitarbeiter von Agrarunternehmen, die unter dem Dach des Forums Moderne Landwirtschaft Besuchern als Gesprächspartner zur Verfügung stehen wollen. Als Agrarscout ist auch Dorothee Möller aus Hessisch Oldendorf auf dem Erlebnisbauernhof bei der Messe tätig.

Gefragt nach ihrer Motivation, warum sie in Berlin dabei ist, antwortet die Studentin: „Ich möchte, dass nicht nur über uns, sondern mit uns geredet wird. Ich möchte der Landwirtschaft ein Gesicht geben. In Berlin möchte ich mit den Verbrauchern in den Dialog kommen.“ Ihr Bereich auf dem Erlebnisbauernhof ist der Ackerbau. Den kennt sie vom elterlichen Betrieb in der Hessisch Oldendorfer Weserstraße, den sie auch einmal übernehmen möchte. Ihr wichtigstes Handwerkszeug ist ein Tablet, das den Besuchern einen Rundumblick vermitteln soll. Dorothee Möller hält das Tablet in Richtung einer Drillmaschine und schon beginnt die virtuelle Fahrt über den Acker. Dabei werden landwirtschaftliche Maschinen erklärt, es geht ebenso um Saatgut, Feldbestellung, Düngung und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

Neben dem Fachpublikum kommen natürlich in Berlin viele Städter an den Messetagen zu Dorothee Möller und den anderen Agrarscouts. Die Menschen wollen sich kundig machen, möglichst viel über die unterschiedlichen Zweige der Landwirtschaft und damit mehr über ihr Essen erfahren. Die Messebesucher interessiert, wie die Menschen auf den Höfen arbeiten, welche Bedingungen sie vorfinden und wie sie sich ihre Zukunft vorstellen. Dabei werden den konventionell wirtschaftenden Landwirten viele kritische Fragen gestellt. Die Agrarscouts sollen auch diesen schwierigen Themen nicht aus dem Weg gehen, betont das Forum moderne Landwirtschaft in dem sich Verbände und Großkonzerne der Agrarindustrie zusammengeschlossen haben, um die Wertschätzung der modernen Landwirtschaft in der Gesellschaft zu verbessern. Ziel ist es, den Dialog zwischen Bürgern und modernen Landwirten zu stärken, insbesondere im städtischen Raum.

Dorothee Möller findet es „sehr interessant, hier zu arbeiten, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen“. Und sie hofft natürlich, die Messebesucher von der Wirtschaftsweise der modernen Landwirtschaft überzeugen zu können. Ihre Erfahrung: „Viele Menschen, die sich für meinen Bereich interessieren, haben Verbindung mit der Landwirtschaft.“ Daneben bekommt die Hessisch Oldendorferin Besuch von Schulklassen, die durch die Hallen geführt werden und Eltern mit ihren Kindern. „Es ist schön, mit den Leuten zu sprechen“, resümiert Dorothee Möller und für sie steht fest: Auch im kommenden Jahr will sie wieder bei der Grünen Woche dabei sein, um über ihren späteren Beruf zu informieren. Bevor die 22-Jährige den elterlichen Hof übernehmen wird, soll erst noch der Masterabschluss her, außerdem ist das Sammeln praktischer Erfahrungen auf anderen Ackerbaubetrieben fest vorgesehen.

Wesentlich mehr Besucher trifft man bei Möllers Kollegen an den Messeständen, an denen es Tiere zu sehen gibt. Auch hier ist es möglich, sich mit dem Tablet einen umfassenden Eindruck etwa von der Arbeit in modernen Viehställen zu verschaffen. Hier werden angesichts der lebenden Tiere noch mehr kritische Fragen gestellt. Viele Städter wissen nicht mehr, wie ihre Nahrungsmittel erzeugt werden und wie es auf den Bauernhöfen aussieht. Gut und gesund ernähren wollen sie sich natürlich, das erhöht die Anspruchshaltung. Außerdem wollen die meisten Verbraucher das, was täglich auf den Tisch kommt, günstig einkaufen. Da beginnt sich die Schere zu öffnen: Preisgünstig geht nur über die Menge, Intensivhaltung und chemiebasierten Ackerbau, bleiben die Fragen nach Nachhaltigkeit, Tier- und Umweltschutz, Erhalt der Artenvielfalt im Tier- und Pflanzenbereich, Klimaveränderung und den Grundwasserschutz.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare