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Umwelttag im gesamten Stadtgebiet

Abfall in Massen – Helfer finden sogar Sondermüll

Hessisch Oldendorf (ah). Es ist Samstag, Punkt 11 Uhr, als sich auf dem städtischen Bauhof im Zuge des Umwelttages die Tore öffnen. Kurz darauf liefert die Freiwillige Feuerwehr Fischbeck bereits 30 Säcke und drei Kübel voller Müll, fünf Eimer Sondermüll und 46 Autoreifen an. „Zusammen mit den Großenwiedenern schlagen die alle Rekorde“, bemerkt Bauhof-Mitarbeiter Rüdiger Schünemann, der genau notiert, wer was in welcher Menge mitgebracht hat.

veröffentlicht am 04.04.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 19:21 Uhr

Staunend blicken Kinder- und Jugendfeuerwehr Höfingen auf den achtlos aus dem Auto geworfenen Müll, den sie entlang der Landesst
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Hochbetrieb herrscht in der Mittagszeit, als nacheinander die Wehren aus Segelhorst, Barksen, Bensen, Großenwieden und Langenfeld eintreffen. Eine Matratze, einen verrosteten Spindelmäher, einen alten Jägerzaun und einen PC-Bildschirm, alles in freier Natur entsorgt, hievt Julian Kerkmann, Aktiver aus Barksen, von seinem Hänger. 19 verstreut aufgefundene Autoreifen, mindestens zwei Kubikmeter Sperrmüll, diverse Elektroschrottteile und 30 Säcke voller Kleinmüll lädt die Großenwiedener Wehr ab. „Schön unter Laub versteckt, haben wir am Feldweg zehn noch mit Banderolen versehene Stapel einer Discounter-Werbezeitung vom Februar entdeckt“, berichtet Andrea Engelhardt-Stephan, die mit der ganzen Familie Müll gesammelt hat. „Aber das meiste, das wir zusammengetragen haben, ist Treibgut, das sich durch das Hochwasser in Großenwieden verteilt hat“, ergänzt Ortsbrandmeister Volker Struck.

In Höfingen tragen Aktive mit Unterstützung der Kinder- und Jugendwehr große Mengen an Müll zusammen, darunter „Kaffeebecher und viele Flaschen“, wie die siebenjährige Lara Oppermann berichtet. „Was wir hier tun, ist wichtig für die Umwelt“, fügt der elfjährige Vincent Lindenberg hinzu. Auf drei Gruppen verteilt, ziehen sie mit Eimern, Stöcken und Tüten zu den Ortsausgängen los. Süntel-Bürgermeister Heinz Beißner bekommt zufälligerweise mit, worüber sich die Kinder beim Sammeln aufregen. „In diesem Alter haben sie noch ein ungebrochenes Verhältnis dazu, was sich gehört und was nicht“, sagt Beißner, der den Ursprung jener Art der Müllentsorgung in Gedankenlosigkeit und Bequemlichkeit sieht. Oliver Bock, der der Wehr in Höfingen vorsteht, entfährt ein „Schlimm, was die alles so wegschmeißen“ angesichts von Bauschutt, Altölkanistern und Metallteilen in Gräben und Böschungen entlang der Landesstraße. „Die Leute hämmern beim Durchfahren einfach alles aus dem Auto“, empört er sich. „Die Tatsache, dass der Umwelttag jedes Jahr wiederholt wird, zeigt, dass er auch nötig ist“, so Beißner. Aus anderen Dörfern wie Bensen, wo sich 25 Leute am Müllsammeln beteiligen, Langenfeld oder Zersen ist zu hören, dass weniger Mull als in den Vorjahren herumliege. Nach anderthalb Kilometern haben beispielsweise die Zerserinnen Miriam Skoruppa, Julia Klus und Verena Scheer, die extra zum Umwelttag aus Hannover angereist ist, erst zwei Taschentücher und ein paar Zigarettenkippen aufgespürt.

„Schon als Kinder haben wir in Gummistiefeln beim Müllsammeln mitgemacht, konnten manches Mal unsere Säcke nicht mehr alleine tragen“, erzählen sie. Heute würden Wanderer vielleicht bewusster darauf achten, ihren Müll wieder mitzunehmen, mutmaßen die drei jungen Frauen. Jogger Klaus Santozki begegnen am Umwelttag auf seiner Runde von Fischbeck über Bensen und Höfingen zurück nach Hause mehrere Müllsammler-Gruppen. „Super Aktion“, lobt er den Einsatz der Wehren und Dorfgemeinschaften, deren Beitrag für die Umwelt mehr als nur ein Frühjahrsputz ist.

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Verena Scheer, Miriam Skoruppa und Julia Klus (v. li.) finden: „Dass hier kaum Müll herumliegt, spricht für unser Dorf Zersen.“

Insgesamt verbucht Rüdiger Schünemann auf dem Bauhof weit über 250 Säcke und 25 Kübel voller (Sperr-)Müll, Eisenschrott und Kleinmöbel wie Stühle, zudem sechs Kubikmeter Sperrmüll. Dazu kommt Sondermüll in Form von knapp 30 Eimern mit Farb-, Lackresten und Elektromüll.

Als Schlusslicht trägt er dann die Hessisch Oldendorfer Wehr ein, die neben stinkend vollen Windeln und einem vertrockneten Tannenbaum allein einen Anhänger Müll vom Glascontainer am Güterbahnhof auflas. „Spiegel, Bobbycar, Porzellan und unzählige Scherben“, zählt Ortsbrandmeister Thomas Zacher auf.

„Ich bin stolz auf meine Kameraden“, sagt Stadtbrandmeister Jürgen Hilpert und betont, dass der Umwelttag den Zusammenhalt in den Orten stärke. Zum Dank wird jeder Ortsteil 100 Euro aus Mitteln des städtischen Haushaltes erhalten.



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