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Stefan Bohrer fährt zur Kur nach Bad Orb und kommt als Schriftsteller zurück

Abenteuer im Spessart

Hessisch Oldendorf/Bad Orb. Eigentlich wollte sich der Krückeberger Stefan Bohrer in Bad Orb nur erholen. In der hessischen Stadt, gelegen zwischen bewaldeten Bergen im Naturpark Spessart, verbrachte Bohrer seine Kur. Große Wahlmöglichkeiten hatte er im Vorfeld nicht. Zwei Kurorte hatte er zur Auswahl, Bad Orb sagte ihm mehr zu und so war die Entscheidung getroffen. Ob er da schon wusste, was in Bad Orb mit ihm passieren würde?

veröffentlicht am 14.12.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 08:41 Uhr

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Autor:

von Christoph Boßmeyer
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Stefan Bohrer ist in der Kur zum Schriftsteller geworden. Sein Buch heißt „Auf der Suche nach Lieselotte oder Spessart mal anders“. Auf die Frage, in welchem Genre das Buch zu verorten sei, hat Bohrer keine klare Antwort und man erkennt, dass das durchaus gewollt ist. „Reisebericht, Satire, Erfahrungsbericht, Tragödie, Komödie – es ist von allem etwas drin“, sagt Bohrer und beschreibt so die Vielfalt seines Buches. „Noch dazu sind Teile des Buches auf Hessisch geschrieben“, fügt der Autor augenzwinkernd an. Die grundsätzliche Entscheidung, ein Buch zu schreiben, sei wohl-überlegt gewesen. Dem Vorhaben kam zugute, dass Bohrer nach eigener Aussage „nirgendwo ein leeres Blatt Papier sehen“ könne.

Film mit Lieselotte Pulver als Inspirationsvorlage

Zu der Geschichte inspiriert hat Bohrer „Das Wirtshaus im Spessart“, zum einen eine Novelle, die Wilhelm Hauff im Jahre 1827 veröffentlichte, und zum anderen ein Film mit Lieselotte Pulver aus dem Jahr 1958. Ort der Handlungen ist in beiden Fällen der Spessart und ein Wirtshaus spielt eine prominente Rolle. Räuber wollen dort eine Gräfin entführen, doch diese tauscht mit einem jungen Burschen die Rollen und so entführen die Räuber den als Gräfin verkleideten Burschen.

Von da an nehmen die Irrungen und Wirrungen ihren Lauf, bis Buch und Film einen glücklichen Ausgang nehmen. Bohrer hat während seiner Kur auch viele Wirtshäuser aufgesucht und versucht, Buch und Film auf die Schliche zu kommen. Ob er das eine Wirtshaus aber gefunden hat, da ist er sich bis heute nicht sicher. Und auch die Suche nach Lieselotte Pulver setzt er fort, wobei für Bohrer ganz klar gilt: Der Weg war das Ziel.

Wirtshaussuche bahnt Kontakte an

Das ist aber auch alles nicht entscheidend, denn das Buch war auch eine Art für Stefan Bohrer, die Erlebnisse in der Kur zu verarbeiten. „Was erlebt man auf Kur, wie sind Kurkliniken aufgebaut, wie ist der Umgang mit jemandem, der aus der Materie kommt“, all das waren Fragen, die sich Bohrer, der im Hamelner Sana-Klinikum arbeitet, in dem Buch von der Seele geschrieben hat. Die wichtigste Frage, aber die den Autor angeleitet hat, war, wie man in Bad Orb mit den Einheimischen in Kontakt kommt. Und da waren die Suche nach dem Wirtshaus im Spessart und die dazugehörigen Recherchen natürlich keine schlechte Idee.

Auf die Frage, ob Bohrer irgendwelche Marotten beim Schreiben gehabt hat, kommen ziemlich nüchterne Antworten. Geschrieben habe er immer abends so zwischen 21 und 23 Uhr auf seinem Laptop und irgendwie war es dann ruckzuck ein 700 Seiten starkes Manuskript. Danach begann aber die eigentliche Arbeit. Bohrer musste einen Verlag finden. Mit einer Handvoll Verlagen stand er in Verhandlung und letztlich habe er sich bei edition winterwork einfach am besten betreut gefühlt – und auch die Konditionen stimmten.

Bei den Konditionen ging es auch darum, wie es mit Bohrers Schriftsteller-Karriere weitergeht. Teilweise wollten ihn die Verlage zu einer bestimmten Anzahl weiterer Bücher verpflichten. Das wollte er zwar so nicht, an seinem zweiten Buch, einem Krimi, schreibt er aber inzwischen trotzdem – und auch die Suche nach dem Wirtshaus im Spessart und nach Lieselotte Pulver hat er weiter auf dem Plan.



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