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Hessisch Oldendorf trotzt dem Trend – und zählt mehr Männer als Erzieher

Ab in die Kita

Hessisch Oldendorf. Während im Landkreis der Anteil männlicher Erzieher in Kindertagesstätten zurückgeht, zeigt Hessisch Oldendorf einen anderen Trend. In den 13 Kindergarten-Einrichtungen der Stadt Hessisch Oldendorf sind nach Angaben von Margareta Seibert aktuell 70 Mitarbeiter beschäftigt, darunter sieben Männer.

veröffentlicht am 27.12.2015 um 15:39 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 08:38 Uhr

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Autor:

Matthias Aschmann und Susanne Herrmann
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Männer ab in die Kita. Mit dem Programm „Männer in Kitas‘‘ wollte die Bundesregierung im Zeitraum 2011 bis 2013 Männern das Erzieherdasein schmackhaft machen. Mit allerdings eher leidlichem Erfolg: Nur knapp fünf Prozent Männer stellen heute bundesweit das pädagogische Kita-Personal. Im Kreis Hameln-Pyrmont lag der Anteil 2014 bei 5,2 Prozent. Damit sank er um 0,4 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Allerdings gibt es einen auffälligen Ausreißer: die Stadt Hessisch Oldendorf. Hier beträgt der Anteil der Männer beachtliche zehn Prozent.

In den 13 Kindergarten-Einrichtungen der Stadt Hessisch Oldendorf sind nach Angaben von Margareta Seibert aktuell 70 Mitarbeiter beschäftigt, darunter sieben Männer. Die zuständige Fachbereichsleiterin hält zwei Aspekte ausschlaggebend für die bemerkenswerte Entwicklung. Zum einen nennt sie das 2013 ausgelaufene Programm „Männer in Kitas“, zum anderen das Bundesprogramm „Lernort Praxis“, in dem Hessisch Oldendorf als einzige Kommune des Landkreises aktuell eingebunden ist. Das vom Bundesfamilienministerium geförderte Programm dient der Qualifizierung von Erzieherinnen und Erziehern und soll die Qualität in den Kitas verbessern. Im Rahmen dieses im weitesten Sinne Folgeprogramms werden laut Seibert in Hessisch Oldendorf 38 Erzieher beziehungsweise Sozialassistenten ausgebildet, darunter zehn Männer. Interesse am Beruf des Erziehers scheint durchaus vorhanden zu sein. „Beim letzten Zukunftstag haben mehr als 20 Jungen die Gelegenheit genutzt, sich entsprechend zu informieren“, berichtet die Fachbereichsleiterin.

Während in Hessisch Oldendorf das Programm „Männer in Kitas‘‘ augenscheinlich etwas gefruchtet hat, blieb die bundesweite Werbekampagne in anderen Kommunen des Landkreises Hameln-Pyrmont letztlich ohne Erfolg: So sank die Männer-Quote von 5,4 im Jahr 2011 sogar noch auf 5,2 (Jahr 2014). Bundesweit stieg der Anteil im selben Zeitraum stetig von 3,8 auf 4,8 Prozent. Gleichwohl bleibt die Erziehungstätigkeit damit in den Kindertageseinrichtungen vorrangig weiblich. Wie wichtig sind eigentlich männliche Bezugspersonen in Kitas für die Entwicklung der Kinder? Männer verhalten sich anders als Frauen und können die Kinderbetreuung bereichern. Soweit der allgemeine Konsens. Tatsächlich ist wissenschaftlich nicht belegt, dass Männer in Kitas einen Unterschied machen. Aktuell ist Kindererziehung weiterhin hauptsächlich Frauensache, egal ob zu Hause oder in der Kita.

Die Frau ist lieb, nett und ausgleichend, der Mann aber kickt, tobt und führt die Gruppe mit bestimmendem Ton? Auf diese puren Rollenklischees wollen sich weder Erzieherinnen noch Erzieher reduzieren lassen: Sie ist weder die „Basteltante“ und er nicht der „Tobe-Onkel“. Abseits des Klischees vom männlichen Erzieher als notwendiges Vorbild für kleine Jungs sind die Männer interessant als schlummerndes Arbeitskräftepotenzial. Denn mit dem seit August 2013 geltenden Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für die unter Dreijährigen und dem damit verbundenen Ausbau der Kindertagesstätten suchen die Kommunen landauf, landab händeringend nach pädagogisch geschultem Fachpersonal. So gering die Männerquote derzeit noch ist, so groß sind die Unterschiede im Qualifikationsniveau gegenüber den weiblichen Arbeitskolleginnen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilt, haben die Männer in den Kitas doppelt so häufig einen Fachhochschul- oder Hochschulabschluss. Ebenso arbeiten Männer häufiger im Leitungs- und Verwaltungsbereich und eher gruppenübergreifend. Die Gruppenleitung ist hingegen eher in weiblicher Hand. Das Interesse am Erzieherberuf scheint zu steigen, wie aus Zahlen der Ausbildungsstatistik hervorgeht. Demnach waren im Ausbildungsjahr 2012/2013 bereits knapp 17 Prozent Männer beschäftigt.



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