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2011 zu 50 Hilfeleistungen und 24 Löscheinsätzen ausgerückt / Brandschützer klagen jetzt auch im Stadtgebiet über Nachwuchsmangel

Überschwemmung und Unwetter machen Feuerwehren zu schaffen

Hessisch Oldendorf (tis). Erstmals seit nunmehr zwei Jahren verzeichnen auch die Feuerwehren in der Stadt Hessisch Oldendorf einen Rückgang bei der Zahl der Aktiven. „Ein Rückgang, der bei knapp einem Prozent liegt, aber noch keinen Anlass zur Sorge gibt“, betont Stadtbrandmeister Jürgen Hilpert. Wenn es im vergangenen Jahr im Stadtgebiet größer brannte, war immer wieder Grünschnitt, Stroh oder Mist im Spiel. Aber auch mehrere Einsätze nach Überschwemmungen und Unwettern mussten die Brandschützer bewältigen.

veröffentlicht am 15.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 22:41 Uhr

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Im Jahr 2010 waren noch 708 Feuerwehrmänner und -frauen in der Stadt aktiv, im letzten Jahr waren es nur noch 701. „Das könnte besser sein, aber wir stehen dabei noch relativ gut da und liegen über dem allgemeinen Trend, was zurückgehende Aktivenzahlen betrifft“, erklärt Jürgen Hilpert. Und letztendlich war die Zahl der Aktiven mit 688 im Jahr 2008 schon mal deutlich geringer. Auch mit dem Altersdurchschnitt, der bei 39 Jahren liegt, ist der Stadtbrandmeister zufrieden. Ausbaubar sei eventuell die Frauenquote mit derzeit 13,4 Prozent. Das bedeutet, 94 Frauen sind in den 24 Ortswehren aktiv.

Um langfristig neue Brandschützer zu gewinnen, setzen die Feuerwehren in Hessisch Oldendorf auf die Kinderfeuerwehren. In Höfingen und Barksen gibt es schon solche Abteilungen, Kleinenwieden kam im vergangenen Jahr dazu, wo auch Kinder aus Welsede und Großenwieden mitmachen. 14 Jungen und 22 Mädchen zählen die drei Kinderfeuerwehren. Und es geht weiter, so laufen in Fischbeck, Rohden und Segelhorst Probebetriebe. Hier sind noch mal 19 Jungen und neun Mädchen dabei. „Für Rohden ist die offizielle Gründung im April vorgesehen und für Fischbeck am 23. September dieses Jahres“, freut sich Jürgen Hilpert.

Die Verantwortlichen hoffen, dass möglichst viele Kinder dann auch den Schritt in die 16 Jugendfeuerwehren tun, über die der stellvertretende Stadtjugendwart Andreas Wienecke viel Positives berichten konnte, auch wenn es mit 178 Mädchen und Jungen im Jahr 2011 wieder einen Rückgang um 3,8 Prozent gab. Dass hier aber gute Ausbildung geleistet wird, zeigen die Platzierungen bei den Kreiswettbewerben. Hier belegten die drei ersten Plätze Gruppen von Jugendwehren aus dem Hessisch Oldendorfer Stadtgebiet (Friedrichsburg Platz 1 und 2, Barksen Platz 3). Stadtbrandmeister Jürgen Hilpert hebt in Zusammenhang mit Wettbewerben aber auch einen 11. Platz beim Landesentscheid in Bockhorn (Landkreis Friesland) durch die Wettkampfgruppe Hemeringen hervor und spricht von einem „sagenhaften Ergebnis“.

Das Einsatzgeschehen mit 24 Bränden, 50 Hilfeleistungen und 21 Fehlalarmen zeichnet sich dadurch aus, dass beim größten Feuer riesige Mengen Grünschnitt auf der Kompostierungsanlage brannten. „Wegen der Wasserknappheit vor Ort mussten wir die Alarmstufe 3 und die Waldbrandschleife auslösen lassen“, erklärt Jürgen Hilpert. Im Juli und August brannten gleich fünfmal Strohballen und Misthaufen im Bereich Rumbeck und Welsede, verursacht vermutlich von einem Brandstifter. Für größere Sachschäden sorgten Küchen- und Kellerbrände in Fischbeck.

Bei den Hilfeleistungen waren es immer wieder Überschwemmungen, die den Einsatz der Feuerwehren notwendig machten. So rückten die Freiwilligen nach der Schneeschmelze und nach Unwettern mehrfach nach Hemeringen aus. Auch in Haddessen, Pötzen sowie in der Ortschaft Sonnental, wo in Friedrichsburg fast der ganze Ort unter Wasser stand, mussten sie helfen. Mit Blick auf viele weitere Veranstaltungen wie Karnevalsumzug, Felgenfest, zahlreiche Laternenumzüge betont Hessisch Oldendorfs Bürgermeister Harald Krüger: „Ohne die Feuerwehren geht es nicht. Ich hoffe, das ist auch allen bewusst.“ Er zeigt sich zudem erfreut, dass die Wehren im Bereich des Nachwuchses so gut aufgestellt sind.

Bei den Neu- und Ersatzbeschaffungen verwies Stadtbrandmeister Jürgen Hilpert darauf, dass den größten Posten der Kauf einer neuen Tragkraftspritze für die Ortswehr Zersen ausmachte. Zudem mussten acht Atemschutzgeräte, eine hydraulische Rettungsschere und ein Sprungretter ersetzt werden. „Außerdem haben wir im vergangenen Jahr sämtliche Sirenen auf den Digitalbetrieb umgerüstet“, erwähnt Jürgen Hilpert, der in diesem Zusammenhang dem ehemaligen Stadtbrandmeister Hans-Jürgen Hoffmann dankte, der die Arbeiten maßgeblich begleitet hat. Für dieses Jahr ist der Kauf eines neuen Tragkraftspritzenfahrzeugs für die Ortswehr Großenwieden vorgesehen, das vermutlich Mitte des Jahres ausgeliefert wird.

Dafür, dass die Aktiven gut ausgebildet zum Einsatz kommen, sorgt unter anderem Stadtausbildungsleiter Jörg Gottschalk, der 28 neue Brandschützer im Bereich der Truppmannausbildung, Teil 1, und 33 in der Truppmannausbildung, Teil 2, mit seinen Ausbildern schulte. Weiterhin wurden von Hessisch Oldendorfern 55 Lehrgänge an der Feuerwehrtechnischen Zentrale Kirchohsen besucht und 15 Führungslehrgänge an der Akademie für Brand- und Katastrophenschutz in Celle.



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