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Unerwartete Gäste beim Stadtempfang: Hemeringer kombinieren gekonnt Kritik mit Werbefeldzug

Überraschender Aufmarsch

HESSISCH OLDENDORF. Lauter Kanonendonner und Rauch über dem Südwall überrascht die Gäste, die der Einladung des Bürgermeisters zum Empfang des Rates gefolgt sind. Danach marschieren zur Überraschung des Stadtoberhauptes, der Politiker, Ehrenamtlichen und Ehrengäste die Bataillone des Hemeringer Schützenfestes auf.

veröffentlicht am 27.05.2018 um 15:46 Uhr

Hemeringer Bataillone ziehen mit über 200 Teilnehmern im Innenhof des Rathauses auf. Foto: PJ

Autor:

PETER JAHN
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„Wir protestieren gegen die Gegenveranstaltung der Stadt zu unserem Ausmarsch“, begründet Bataillonskommandant Oberst von Kirchberg (Olaf Hrabak) den Aufmarsch des königlichen Stabs und der Kompanien.

„Herr Bürgermeister, es kann nicht sein, dass hierher die Lachemer abgezogen werden und wir unseren Ausmarsch verkürzen müssen.“ Oberst von Kirchberg hat auch eine Einladung zum 10. Stadtempfang erhalten. „Ich bin gern gekommen und habe einige Freunde mitgebracht“, scherzt der Bataillonskommandant. Einige Freunde, das sind an diesem Sonntagmorgen König Gerwin I. (Rügge) und über 200 Mitglieder der Hemeringer Kompanien. Einen Tag vor dem Ratsempfang hat von Kirchberg „diese wichtige geheime Mission“ ankündigen lassen.

Die Überraschung ist gelungen. Verdutzte Gesichter bei den Gästen des Rates, als der Oberst „ein weiteres Vergehen“ brandmarkt: „Ich habe gehört, dass Sie, Herr Bürgermeister, am Tag unseres Katerfrühstücks den Landrat und die Bürgermeister der übrigen Städte und Gemeinden des Landkreises hier nach Hessisch Oldendorf eingeladen haben. Eigentlich haben wir sie bei uns in Hemeringen erwartet.“ Die Mienen erhellen sich zugleich, als klar wird, dass Bürgermeister Harald Krüger mit den Anklagen umzugehen weiß: „Ich weiß nicht, wie ich das wieder gutmachen kann? Vielleicht gelingt es mir, die Kollegen mit zum Fest zu nehmen. Auf jeden Fall bitte ich um Verzeihung und werden als kleine Wiedergutmachung ein Fass spendieren.“

Bataillonskommandant Oberst von Kirchberg (Hrabak) liest dem Rat nachdrücklich aber humorvoll die Leviten. Foto: PJ
  • Bataillonskommandant Oberst von Kirchberg (Hrabak) liest dem Rat nachdrücklich aber humorvoll die Leviten. Foto: PJ
König Gerwin I. (Rügge) hört aufmerksam der Entschuldigung des Bürgermeisters zu. Foto: pj
  • König Gerwin I. (Rügge) hört aufmerksam der Entschuldigung des Bürgermeisters zu. Foto: pj

„Ja, ja Herr Bürgermeister, Sie wissen, dass nur alle vier Jahre historisches Schützenfest ist, da darf ihnen ein solcher Fehler nicht unterlaufen. Ich hoffe, Sie nehmen künftig frühzeitig Kontakt zu uns auf, damit wir Termine absprechen und gegebenenfalls Termine aus ihrem Kalender streichen. Solch ein Fehler ist nämlich nur schwer zu verzeihen, denn er richtet sich gegen das wohl herausragendeste Fest im Weserbergland“, betont der Bataillonskommandant.

Die Einladung des Bürgermeisters zu Essen und Getränken können die Hemeringer, die in Reih und Glied angetreten sind, an diesem Tag nicht annehmen, es warten nämlich andere Aufgaben auf sie. Nach einer kleinen Übung in der Weserstraße vor dem Rathaus geht es mit Bussen in Richtung Haverbeck. Hier wartet die Kavallerie, um den Tross des Königs zu vervollständigen. Über Halvestorf-Hope und Herkendorf ziehen König nebst Stab und die Bataillone nach Demkerbrock. Ebenso wie in Hessisch Oldendorf gelingt es, eindrucksvoll für das bevorstehende Fest zu werben.

Der Werbefeldzug ist die letzte Großveranstaltung vor der Schlacht am Hemeringer Berg am 24. Juni und der Belagerung Wahrendahls tags darauf. Dass die Truppe bereits kräftig exerziert hat, ist unverkennbar, auch wenn so manchem Kämpfer am gestrigen Sonntag noch die Strapazen des Manövers am Sonnabend mit den anschließenden Treffen in den Quartieren anzumerken ist.



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