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Theatergruppe Haddessen brilliert mit „Geld allein macht nicht glücklich“

Überbordende Situationskomik

Pötzen. Ein Prolet mit dem Intelligenzquotienten einer Scheibe Brot trifft auf eine geldgierige Zicke, die sich lieber für die Millionen entscheidet als für den Herrn in Ballonseide. Ein biederer Grundbuchbeamter, der auf Freiersfüßen wandelt und einem Lottogewinn sei Dank über ein üppiges finanzielles Polster verfügt und plötzlich rigoros umgarnt wird. Eine adrette Nachbarin und deren Mutter, die manches Geheimnis lüften – beste Zutaten für eine flotte Komödie aus der Feder von Wolfgang Binder. Die Theatergruppe Haddessen liefert mit dem Fünf-Personen-Stück eine Ensembleleistung ab, die von der ersten Sekunde an zündet und für diverse Lacher und reichlich Szenenapplaus an insgesamt acht Abenden im Pötzer Schützensaal sorgt.

veröffentlicht am 09.03.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 00:21 Uhr

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Autor:

Stefan Bohrer
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Eine glänzende Charakterstudie als grenzdebiler Muckimann in Ballonseide liefert Lars Kugel ab. Ihm steht Thorben Drews als reichlich angegrauter Beamter in nichts nach. Herrlich ebenso Maren Homeier als durchtrieben-arrogantes Luder, die erst beiden Herren gehörig den Kopf verdreht, weil der eine tatsächlich, der andere allerdings nur vermeintlich über ein paar „Milliönchen“ auf dem Konto verfügt und schließlich kurzerhand davongejagt wird. Und natürlich Marion Scharff als kokette Nachbarin und Silke Wollnik als ihre Mutter, die am Ende nach zahlreichen Verwicklungen den biederen Beamten in den Hafen der Ehe locken können.

Was Wolfgang Binders „Geld allein macht nicht glücklich“ so sehenswert macht, ist die überbordende Situationskomik, die von der Theatergruppe perfekt umgesetzt wird. Dieser Komödienspaß ist von Martina Drews mit absolut leichter Hand in Szene gesetzt worden, ohne die gestalterische Fantasie der Akteure zu beschneiden. Die scheinbar sinnliche Macht des Geldes und die von Unternehmenstöchterlein Judith (Maren Homeier) propagierte Besessenheit von materiellem Besitz, die sie leichtfertig mit den echten Gefühlen ihrer männlichen Mitstreiter spielen lässt, gewährt dem Zuschauer nicht nur manchen „Aha“-Effekt, sondern zeigt die fünf Akteure einmal mehr als versierte Schauspieler, die weit über das Laienhafte hinausgewachsen sind. „So perfekt haben sie noch nie gespielt“, lautet daher auch immer wieder das Fazit der Zuschauer nach dem Schlussvorhang in allen acht ausverkauften Vorstellungen. Was immer wieder verblüfft, ist die Art und Weise, mit der das Ensemble den Figuren Leben einhaucht. Wie etwa dem biederen Beamten, dem Thorben Drews durch seine minimalistische Gestik, gepaart mit einem Hauch Tragik, eben doch zum unerwarteten Happy End mit der scheinbar unscheinbaren Nachbarin verhilft. Von ganz anderem Kaliber ist da als Gegenpart der zwar geistig einfach gestrickte, aber eben mit beiden Beinen im Leben stehende Fred, der gern mal über die prolligen Stränge schlägt, und das ganz besonders, wenn eine Reise zum Ballermann ansteht.

Unterm Strich bieten alle Aufführungen zu Recht das, was in Fachkreisen als „Brot des Schauspielers“ bezeichnet wird – donnernden Applaus beim Publikum. Und eines sei gesagt: Nach dem Theaterstück ist ja bekanntlich vor dem Theaterstück. Auch im nächsten Jahr wird sich das Ensemble mit einer neuen Komödie zurückmelden. Und wer bis dahin die Haddesser Truppe schauspielerisch unterstützen möchte, kann sich mit dem Ensemble in Verbindung setzen.



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