weather-image
15°
Shantychor im Kirchenschiff

Über 400 Zuhörer beim Konzert der „Frischen Brise“

HESSISCH OLDENDORF. Die normalen Sitzplätze reichen nicht aus. Pastor Michael Hensel und seine Helfer müssen Klappstühle für die mehr als 400 Besucher herbeischaffen. Das Kirchenschiff von St. Marien quillt über, denn alle wollen die „Frische Brise“ erleben. „Ein Shantychor in einem Kirchenschiff, das ist eine Weltpremiere“, meint auch Jutta Hennies von der Betreuungsdienstleitung des Fischbecker Taubblindenwerkes. Die Einrichtung, in der 127 taubblinde Erwachsene betreut werden, ist Nutznießer des Konzerts.

veröffentlicht am 06.11.2017 um 08:29 Uhr

Immer wieder brandet Beifall auf: Der Shanty-Chor „Frische Brise“ hat viele Fans. Foto: eaw
Avatar2

Autor

Ernst August Wolf Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Aus gesundheitlichen Gründen beim Konzert in St. Marien nicht mit an Bord ist der Vereinsvorsitzende der „Frischen Brise“, Klaus Kohrs. „Uns gibt es 29 Jahre“, erklärt der 81-Jährige. Die Medienpräsenz des Shantychors ist ebenso beeindruckend wie die Tatsache ihrer mehr als 14 Auslandsreisen in alle Welt. „Nach einem ersten Auftritt in einer Kirche in Klein Berkel war das Publikum begeistert und wir hatten viele Anfragen“, so Kohrs. „Natürlich machen wir kein Weihnachtskonzert, denn wir sind ein Shanty- und kein Nonnenchor“, stellt er klar. Das Programm aber habe man an die Örtlichkeit angepasst. „Natürlich keine Sauflieder und andere Derbheiten“, meint Kohrs. „Da haben wir uns etwas sortiert.“

Seit Anfang an mit dabei ist auch Eberhard Ritz aus Nienstedt. Der wird im nächsten April 90 Jahre alt. „Dann feiere ich den 90. und der Chor wird 30“, sagt der Sänger. Gleich neben Ritz sitzt die Enkel-Generation. Seit zwei Jahren singt der zehnjährige Christoph bei der „Frischen Brise“ mit. In St. Marien hat er sogar zwei Soli: „Nimm mich mit Kapitän auf die Reise“ und „Bei Papa an Bord“.

Die musikalische Leitung hat Radmira Grüne. Das Temperamentsbündel spielt „alles, was Tasten hat“. Dann endlich ist es soweit und die „Frische Brise“ beginnt das zweiteilige Konzert mit dem Klassiker aller Seemannslieder, „La Paloma“.

Schnell schwappt die Stimmung ins Kirchenschiff über und löst Wellen der Begeisterung aus. Applaus brandet auf bei Titeln wie „Der Junge von St. Pauli“, bei dem auch Kohrs noch einmal nach vorne kommt, oder beim diesmal gänzlich unpolitischen „Jamaika“. Und der vorletzte Titel fasst dann die Stimmung im St.-Marien-Kirchenschiff treffend zusammen: „Hier sind wir auf dem richtigen Dampfer.“

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare