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Ziegel fallen vom Dach / Akute Gefahr: Landkreis lässt Teil der Straße sperren

Ärger um Haus hinter der Stadtmauer

Hessisch Oldendorf (pj). Es ist kein schöner Anblick, wenn man über den Münchhausenring und die Weserstraße auf die alte Stadtmauer zukommt. Gleich vor dem ersten Haus auf der rechten Seite sind seit Wochen rot-weiße Baken aufgestellt und Flatterband gespannt. Aus Sicherheitsgründen, denn es drohen Ziegel vom Dach zu fallen. Ratsherr Cord Möller, der gegenüber auf dem Münchhausen-Gutshof zu Hause ist, und andere Anlieger regen sich darüber auf, dass es die Stadtverwaltung „nicht geregelt bekommt, dass hier etwas passiert“.

veröffentlicht am 21.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 11:41 Uhr

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Was sie aber offensichtlich nicht wissen: Die Stadtverwaltung ist gar nicht zuständig, kann nicht eingreifen. Der Landkreis ist in solchen Fällen gefordert. Und die Mitarbeiter der Kreisverwaltung sind dabei, die Angelegenheit zu regeln. Da der Hausbesitzer sich im Ausland aufhält, sei dies nicht so einfach, heißt es aus dem Kreishaus in Hameln. Nachdem der Hinweis eingegangen ist, „erfolgte die Absperrung des Fußwegbereiches vor dem betreffenden Gebäude in der Weserstraße wegen festgestellter Schäden an der Dacheindeckung. Es drohen Dachziegel auf die öffentliche Verkehrsfläche zu fallen“, erklärt der stellvertretende Pressesprecher des Landkreises Hameln-Pyrmont, Claus Hake. Der Grundstückseigentümer war von sich aus nicht tätig geworden und auch nicht zu erreichen. „Um die akute Gefahr abzuwenden, wurde der betreffende Bereich im Auftrage der Unteren Bauaufsichtsbehörde des Landkreises Hameln-Pyrmont durch den Bauhof der Stadt Hessisch Oldendorf abgesperrt“, führt Claus Hake weiter aus.

Der stellvertretende Pressesprecher erklärt, wie generell vorgegangen wird, wenn die Öffentlichkeit durch den baulichen Zustand eines Gebäudes gefährdet wird. „Gemäß Paragraf 1 Abs. 1 der Niedersächsische Bauordnung müssen bauliche Anlagen so angeordnet, beschaffen und für ihre Benutzung geeignet sein, dass die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht gefährdet wird. Verstoßen bauliche Anlagen gegen diese grundsätzlichen Anforderungen, so kann die Untere Bauaufsichtsbehörde nach pflichtgemäßem Ermessen Maßnahmen anordnen, die zur Herstellung oder Sicherung rechtmäßiger Zustände erforderlich sind“, so steht es in Paragraf 89 Abs. 1 Bauordnung. „Bevor eine solche Maßnahme angeordnet wird, erfolgt im Regelfall eine Erörterung des Sachverhaltes mit dem Betroffenen“, fügt Claus Hake an.

Im Falle des Hauses in der Weserstraße wurde der Grundstückseigentümer bereits angehört. „Weitere bauaufsichtliche Maßnahmen befinden sich in Vorbereitung“, sagt der stellvertretende Pressesprecher. Das heißt konkret: Dem Eigentümer ist eine Frist gesetzt worden, innnerhalb der er die notwendigen Reparaturen an seinem Haus durchführen muss. Die Frist beträgt in der Regel sechs Wochen. Sind die verstrichen und der Eigentümer ist der Aufforderung nicht nachgekommen, ist wieder der Landkreis an der Reihe. Die Kreisbehörde lässt dann die Arbeiten ausführen, muss aber auch die Kosten übernehmen. „Diese wird der Kreis vom Besitzer zurückfordern“, wie Claus Hake erklärt.

Dass vor dem Haus das Kraut aus den Fugen des Pflasters sprießt, dafür ist der Landkreis aber nicht zuständig. Das ist erst einmal Sache des Eigentümers. Der hat aber wochenlang nichts getan. Es wurde Strafe angedroht, doch auch jetzt geschah nichts. Was nun? „Das ist nicht so einfach. Man muss aufpassen, dass kein Präzedenzfall geschaffen wird, sonst müssten wir überall eingreifen, wenn ein Anlieger seiner Pflicht nicht nachkommt“, erklärt Bürgermeister Harald Krüger. Nun ist es aber so, „dass Schaden droht. Das Grün hebt das Pflaster an, deshalb wird der Baubetriebshof umgehend handeln“, sagt er. Die Kosten muss nun zunächst die Stadt tragen.

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