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Seit acht Wochen gesperrte Straße sorgt für erheblichen Unmut / Gefahr droht durch herabfallende Ziegel

Ärger nach Brand schwelt weiter

HESSISCH OLDENDORF. Mehr als acht Wochen sind seit dem Brand im Haus an der Ecke Lange Straße/Mittelstraße vergangen. Noch immer ist die Straße für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Es droht Gefahr, dass vom Dach des Hauses Ziegel oder andere Bauteile auf die Straße fallen. Die lange Sperrung sorgt für Unmut, denn Autofahrer müssen Umwege machen.

veröffentlicht am 14.11.2018 um 18:19 Uhr

Wegen der seit Wochen anhaltenden Sperrung an der Ecke Lange Straße/Mittelstraße müssen Autofahrer einen Umweg in Kauf nehmen, um in die Paulstraße zu gelangen. Foto: pj

Autor:

Peter Jahn
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Um mit dem Auto aus Richtung Marktplatz in die Paulstraße zu gelangen, muss derzeit durch die Lange Straße bis zur Bäckerstraße gefahren werden. „Das ist ärgerlich und unnötig“, sagen viele Hessisch Oldendorfer. Zu ihnen gehört auch Patrick Schimanke, der sich an die Stadtverwaltung und den Landkreis Hameln-Pyrmont wendet.

„Es kann nicht sein, dass die Allgemeinheit unter der Sperrung leidet, nur weil ein Hausbesitzer seinen Pflichten nicht nachkommt und der Landkreis unternimmt nichts dagegen“, ärgert sich Schimanke. In der Tat: „Eine Lösung muss der Landkreis Hameln-Pyrmont finden. Die Stadtverwaltung in Hessisch Oldendorf ist nicht zuständig“, heißt es im Hessisch Oldendorfer Rathaus Auch für Bürgermeister Harald Krüger ist es „ein Unding, dass der Hauseigentümer noch nicht tätig geworden ist“. Dies ist, wie die Stadtverwaltung ermittelte, eine Firma in Berlin. Von den Problemen in Hessisch Oldendorf bekommt man dort nichts mit. „Der Aufforderung, unverzüglich für eine Netzsicherung zu sorgen, ist der Eigentümer noch nicht nachgekommen“, sagt Heiko Wiebusch, Amtsleiter im Hessisch Oldendorfer Rathaus. Fest steht indes, dass „die Stadt dem Eigentümer den bisherigen und den kommenden Aufwand in Rechnung stellen wird“, wie Wiebusch betont. Wie hoch die Rechnung ausfallen wird, kann er noch nicht sagen; die Kostenermittlung läuft.

„Nach einem Brandereignis im Gebäude Lange Straße 69 in Hessisch Oldendorf ist die Lagesicherheit von Dachziegeln auf einem Teil der Dachfläche des Gebäudes nicht mehr gegeben. Dem Eigentümer ist daher aufgegeben worden, den Mangel zu beheben beziehungsweise die Dachfläche so zu sichern, dass von diesem Gebäude keine Gefahr mehr ausgeht. Aktuell ist die Schadensstelle so abgesperrt, dass der Fußweg an der Westseite der Mittelstraße gefahrlos begangen werden kann. Auch ist die Fahrbahn von der Paulstraße kommend bis zum Gebäude Lange Straße 67 nutzbar“, teilt der Landkreis auf Anfrage am Dienstagabend mit. Pressesprecherin Nicola Stasko vom Landkreis Hameln-Pyrmont verweist gestern Morgen auf erneute Nachfrage auf „ein laufendes Verfahren in dem Fristen verwaltungsrechtlich eingehalten werden müssen. Mehr kann dazu nicht gesagt werden.“

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In Hessisch Oldendorf fühlt man sich derweil weiter alleingelassen. Damit für die Weserstädter nicht bis auf weiteres die ärgerliche Situation und ein Schandfleck in der historischen Stadtmitte bleibt, hat die Stadtverwaltung unabhängig vom Landkreis auch eigene Ermittlungen nach dem Eigentümer aufgenommen und herausgefunden, dass es sich um eine Firma in der Bundeshauptstadt handelt. „Der momentane Zustand zieht den ganzen Bereich herunter, wir fühlen uns den dort ansässigen Geschäftsleuten verpflichtet, etwas zu tun“, betont Bürgermeister Krüger. Anders als der Landkreis ist er auch bereit, etwas zum Verfahren und die Zeitdauer zu sagen: „Nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz wird der Eigentümer von amtlicher Seite aufgefordert, den Missstand zu beseitigen. Dies erfolgt mit Fristsetzung. Verstreicht diese erste Frist, wird eine neue Frist gesetzt. Erst, wenn auch diese abgelaufen ist, können Ersatzvornahmen ergriffen werden. Das heißt: Dann kann von amtlicher Seite einer Firma der Auftrag erteilt werden, die Sicherungsmaßnahmen auf Kosten des Eigentümers durchzuführen.“ Hessisch Oldendorfs Bürgermeister verheimlicht nicht, dass dieses Prozedere einige Wochen dauern kann.

Als es der Stadtverwaltung vor einigen Tagen gelungen ist, das Besitzverhältnis zu klären, „ist telefonischer Kontakt zu der Berliner Firma geknüpft worden, um auch zu erfragen, was diese mit dem Gebäude überhaupt vor hat“, teilt Krüger mit. Der Rathauschef hofft weiter, „dass bald etwas passieren wird und der nicht tragbare Zustand im öffentlichen Raum ein Ende findet.“



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