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Seniorenbeirat fordert Pflegestützpunkte / Kaum noch Beratungsstellen für alte Menschen, obwohl der Bedarf eher steigt

Ältere fühlen sich mit ihren Sorgen allein gelassen

Hessisch Oldendorf (doro). „Wir haben hier niemanden, zu dem ein alter Mensch gehen und sagen kann: ,Ich habe Sorgen‘“, kritisiert Wilhelm Waltemathe, Mitglied im Seniorenbeirat Hessisch Oldendorf. Der stufenweise Abbau von Stellen, die Menschen im Alter helfen, sei ein Rückschritt, beklagt auch Fritz Holstein, Vorsitzender des Seniorenbeirats. Den Alten-Fachberater des Landkreises gebe es schon lange nicht mehr, das Sozialamt, das früher vor Ort war, ist nun in Hameln, und die Sprechstunde, die bis vor rund zwei Monaten einmal in der Woche in Hessisch Oldendorf abgehalten wurde, ist auf eine im Monat eingedampft worden. Weil sie nicht genügend in Anspruch genommen wurde, habe es geheißen.

veröffentlicht am 13.10.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 05:21 Uhr

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Dass es trotzdem einen großen Bedarf gibt, davon sind Waltemathe und Holstein fest überzeugt. „Alte Menschen haben oft eine Schamgrenze und trauen sich zum Beispiel bei der Grundsicherung nicht, einzufordern, was ihnen zusteht, selbst wenn sie mit dem, was sie haben, nicht mehr zurechtkommen. Das wird oft übersehen“, erklärt Wilhelm Waltemathe.

Nach eingehender Beratung fordert der Seniorenrat deshalb den Kreistag und die Kreisverwaltung erneut auf, über die Einrichtung von Servicebüros und Pflegestützpunkten zu reden und zu beschließen.

Vorbild ist für den Seniorenrat der Pflegestützpunkt des Landkreises Schaumburg. Der in Stadthagen in der Kreisverwaltung ansässige Stützpunkt bietet mit dem integrierten Seniorenservicebüro eine umfassende Beratung rund um die Themen Alter und Pflege. In der Beratungsstelle, die Außenstellen in Rinteln, Bückeburg, Obernkirchen und Bad Nenndorf hat, sind neun Mitarbeiterinnen tätig. „Können Hilfesuchende nicht in die Sprechstunden kommen, werden diese von einem Mitarbeiter in der Wohnung aufgesucht“, erläutert Waltemathe das Modell.

Dass die Schaumburger die Nase vorn haben, haben sie ihrer guten Vorarbeit zu verdanken: Erst gab es den Fachdienst Altenhilfe, der zusammen mit dem Seniorenservicebüro in den Pflegestützpunkt übergegangen ist. Der Vorteil eines Pflegestützpunktes liegt in der Vernetzung aller pflegerischen, medizinischen und sozialen Leistungen. Er bildet das gemeinsame Dach, unter dem das Personal der Pflege- und Krankenkassen, der Altenhilfe oder der Sozialhilfeträger sich untereinander abstimmen und den Rat und Hilfe suchenden Betroffenen ihre Sozialleistungen erläutern und vermitteln können. Das Land Niedersachsen strebt an, in Kooperation mit den Pflegekassen und den Kommunen ein landesweites Netz solcher Stützpunkte aufzubauen. „Der Wunsch des Seniorenbeirats Hessisch Oldendorf nach einem Pflegestützpunkt hier im Landkreis ist sehr verständlich. Vor dem Hintergrund der momentan sehr angespannten Haushaltssituation des Landkreises können wir die Einrichtung einer solchen Stelle als freiwillige Leistung auch im Hinblick auf die Folgekosten, vor allem beim Personal, leider nicht in Aussicht stellen. Das ist in den politischen Gremien so entschieden worden, vor allem mit Blick auf die vielfältigen Beratungsangebote von unterschiedlichen Trägern im Landkreis, insbesondere auch vor Ort,“ sagt Landrat Rüdiger Butte.

Der Seniorenbeirat wünscht sich einen Pflegestützpunkt, der Senioren eine umfassende Beratung rund um die Themen Alter und Pflege bietet.

Foto: Bilderbox



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