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Entscheidung über Konzeptentwurf zur Weiterentwicklung der Schulen im ländlichen Raum fällt heute

2015 eine Integrierte Gesamtschule?

Hessisch Oldendorf. Wird die Oberschule der Stadt Hessisch Oldendorf zum Schuljahr 2015/2016 in eine Integrierte Gesamtschule (IGS) umgewandelt? Der Kreistag des Landkreises Hameln-Pyrmont, der Schulträger der Oberschule ist, wird heute über eine Beschlussvorlage entscheiden, in der es heißt, „die Verwaltung wird beauftragt, die Oberschule Hessisch Oldendorf in einem beteiligungsorientierten Prozess möglichst zum Schuljahr 2015/ 2016 zu einer Integrierten Gesamtschule oder zu einer integrierten Modellschule mit gymnasialem Angebot weiterzuentwickeln“, wobei Letzteres nicht näher erläutert wird.

veröffentlicht am 16.12.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 07:41 Uhr

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Autor:

Wolfhard F. Truchseß
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Der Auftrag ist eingebettet in einen Konzeptentwurf zur Weiterentwicklung der allgemeinbildenden Schulen im ländlichen Raum, der in einem „offenen, transparenten Prozess ausgestaltet und umgesetzt werden“ soll, wie es in der Beschlussempfehlung heißt. Alle Beteiligten – Kommunen, Bürger, Schulleitungen, Lehrer, Eltern und Schüler sollen dabei die Möglichkeit erhalten, neue Ideen bezüglich der Schulformen und Schulstruktur einzubringen.

In Hessisch Oldendorf besuchen derzeit 226 Kinder die Klassen 5 bis 7 der Oberschule. In den Klassen 8 bis 10 des Hauptschulzweiges werden 146 Schüler unterrichtet, im Realschulzweig sind es 211 Schülerinnen und Schüler, zusammen also 583 Jugendliche. Für das Jahr 2030 erwartet die Kreisverwaltung aufgrund des demografischen Wandels und sinkender Geburtenzahlen eine Abnahme der Schülerzahlen auf 364. Die Zügigkeiten, das heißt die Klassen pro Jahrgang, würden sich mit fortschreitender Zeit insgesamt deutlich reduzieren, erwartet die Verwaltung und sorgt sich, „dass durch einen möglichen Verlust der Angebotsbreite“ die Gefahr eines weiteren Abwanderns in „alternative schulische Angebote in Hameln oder im Landkreis Schaumburg“ bestehe. Deshalb wird in dem Konzeptentwurf empfohlen, das schulische Angebot durch eine Erweiterung um einen gymnasialen Zweig abzusichern.

Zur Erinnerung: Im Stadtgebiet Hessisch Oldendorf waren die früher als Ganztagsschulen konzipierten Lehrinstitute Wilhelm-Busch-Realschule und die Hauptschule am Hohenstein 2011 zur Oberschule zusammengelegt und damit der Regelschulbereich für die Sekundarstufe I abgedeckt worden. Mit der Sanierung, dem Um- und Ersatzbau schätzt die Verwaltung den Standort mit Blick auf den Schulbau und die Schulausstattung als zukunftsfähig für eine gesicherte Schulentwicklung ein. Aufgrund des gemeinsamen Ganztagesangebotes einschließlich Mittagsverpflegung aus der neuen Mensa attestiert die Verwaltung dem Schulstandort eine gesteigerte Attraktivität, die erwarten lasse, „dass eine schülerzahlrelevante Abwendung der Eltern vom Schulangebot ,vor Ort‘ kaum zu erwarten ist“.

Bereits im Rahmen der IGS-Diskussionen im Jahr 2011 war aus der Elternschaft der Stadt Hessisch Oldendorf der Wunsch nach einem IGS-Angebot und damit auch nach einem gymnasialen Angebot formuliert worden. Eine landkreisweit durchzuführende Elternbefragung erbrachte jedoch nicht die erforderliche Zahl an Stimmen, weshalb auf die Einrichtung der IGS verzichtet werden musste. Möglicherweise hätte auch die Stadt Hameln Einspruch gegen die Einrichtung eines gymnasialen Angebots erhoben, um keinen der drei eigenen Gymnasialstandorte zu gefährden. Dieses Problem wird jetzt von der Kreisverwaltung offenbar nicht mehr als solches angesehen.

In einem Schreiben an Landrat Tjark Bartels, das der Dewezet vorliegt, hatte Oberschulleiter Ottmar Framke die „einhellige Auffassung“ des Kollegiums der Oberschule mitgeteilt, „mit der Einführung einer neuen Schulform keinesfalls übereilt, sondern frühestens nach dem Abschluss des Aufbaus der Oberschule (2017) zu beginnen“. Angesichts einer Entfernung von nur 13 Fahrkilometern zwischen einer IGS in Hessisch Oldendorf und der in Hameln sowie den drei Hamelner Gymnasien äußerte Framke in dem Schreiben seine Befürchtung, eine Vielzahl von Erziehungsberechtigten im Einzugsbereich könnten sich veranlasst sehen, ihre Kinder nach der vierten Klasse nicht an der IGS Hessisch Oldendorf anzumelden, sondern an einem Hamelner Gymnasium, „weil sie dort eine höhere Homogenität der Schülerschaft erwarten“. Die ihm von Kreisrätin Petra Broistedt vorgelegten Zahlen „dürften deshalb in gar nicht so ferner Zukunft von der Realität eingeholt werden“. Unter dieser „Begabungsflucht“ werde eine künftige IGS in Hessisch Oldendorf „erheblich leiden“, was nicht ohne Folgen für die Zusammensetzung der Lerngruppen und der Lernergebnisse vor Ort sein werde, heißt es in dem Schreiben weiter, das während der letzten Sitzung des Schulausschusses verteilt wurde. Zu der aktuellen Beschlussvorlage für die heutige Kreistagssitzung wollte Framke auf Anfrage keinen Kommentar abgeben.

Möglicherweise wird die erst im Jahr 2011 gegründete Oberschule Hessisch Oldendorf schon im Jahr 2015 in eine IGS umgewandelt. Das Kollegium hält das für übereilt. wal



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