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Barocktrio intoniert musikalische Kostbarkeiten geistlicher Liedkunst / Perfekte Ensembleleistung

200 Gäste begeistert von „Lob und Tadel“

Fischbeck (ah). Das Stift Fischbeck hatte zu „Barockmusik zur Passionszeit“ eingeladen. Zum Gastspiel des Barocktrios Gotthold Schwarz kamen am Montagabend 200 Besucher in die Stiftskirche und erlebten einen Konzertabend der Extraklasse.

veröffentlicht am 03.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 17:41 Uhr

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In ihrer Begrüßung brachte Äbtissin Uda von der Nahmer ihre Freude über den Auftritt des Barocktrios zum Ausdruck. Sie dankte Kreiskantor Hans Christoph Becker-Foss, dass er seine beiden Mitstreiter, die weltweit geschätzten Leipziger Gotthold Schwarz und Siegfried Pank, nach Fischbeck geholt habe.

Andächtige Stimmung

im ersten Konzertteil

„In Lamentatione Jubilatio Dei“ setzte sich zusammen aus Lob und Klage in barocken Vertonungen, Liedern, Kantaten und Instrumentalmusik. Eingerahmt von geistlichen Liedern Georg Böhms und „Lamentationes“ von Johann Rosenmüller, den Klageliedern des Propheten Jeremias, erklangen in der Stiftskirche auch Choräle von Johann Sebastian Bach oder das fröhliche „Canzonetta in G“ für Cembalo von Dietrich Buxtehude.

Der erste Teil des Programms stimmte die Zuhörenden andächtig. Die Klage in den barocken Vertonungen nahm durch die einzigartige Stimme Gotthold Schwarz‘ bereits beim ersten lateinischsprachigen „Lamentatio“ Rosenmüllers Gestalt an. Beeindruckend, wie gut sämtliche Texte des berühmten Baritons zu verstehen waren, wie behutsam, warm und am Ende zärtlich seine Stimme bei der „Lamentatio“ Jan Dismas Zelenkas klang – und wie leidenschaftlich in der letzten Zeile von Rosenmüllers fünfter „Lamentatio“.

Gambist Siegfried Pank und Marktkirchenkantor Hans Christoph Becker-Foss, abwechselnd an Orgel und Cembalo, begleiteten Gotthold Schwarz verhalten, perfekt aufeinander abgestimmt. Wie virtuos die beiden Musikprofessoren ihre Instrumente zu spielen vermögen, bewiesen sie bei Instrumentalstücken wie Georg Philipp Telemanns „Sonate e-moll“ für Viola da Gamba und Continuo. Bei Georg Böhms „Capriccio in D“ brillierte Becker-Foss am Cembalo.

Publikum forderte

Zugaben

Die geistlichen Lieder des Komponisten Georg Böhm, Organist in Lüneburg und Lehrer Johann Sebastian Bachs, durchzogen das Konzertprogramm, waren aber nicht nur der Passionszeit, sondern verschiedenen Zeiten des Kirchenjahres gewidmet. So schüttelten die „Osterlieder“ die Schwermut der Klagelieder ab.

Vergnügen bereitete Telemanns Kommunikationskantate „Entzückende Lust“, die Siegfried Pank auf sein Gambenspiel übertrug; wunderschön auch das Zusammenspiel mit der Orgel bei der Arie „Mein Herz singt“.

Nach dem abschließenden Abendlied Böhms „Nun will ich mich zu Bette legen“ zollte das Publikum der perfekten Ensembleleistung nicht enden wollenden Applaus. So intonierte das Barocktrio Nicolaus Hasses Lied von der „Ewigkeit“ als Zugabe – oder Betthupferl.

Überzeugen mit musikalischer Virtuosität: Das Barocktrio Gotthold Schwarz. Kantor Hans Christoph Becker-Foss (li.), Gambist Siegfried Pank (Mitte) sowie Baritonsänger Gotthold Schwarz (re.). Foto: ah.

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