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Zu Adam und Eva geht’s nur noch auf Umwegen

Coppenbrügge (ll). „Betreten verboten“ – Wanderer auf dem Ith sind in Zukunft um ein Naturschauspiel ärmer. Der natürlichen Entwicklung des Gebietes am Saubrink-Oberberg kommt es hingegen gelegen: Ein attraktiver und bislang für Wanderer geöffneter Waldweg des 240 Hektar großen Totalreservats ist vorerst gesperrt – aus Sicherheitsgründen. Der teilweise sehr steile Auf- und Abstieg im Bereich des „Fahnenstein“ zwischen Friedas Ruh und „Adam und Eva“ sei „in keinster Weise mehr verkehrssicher“, wie Revierförster Jürgen Rebers mitteilt. In diesen Bereich seien insbesondere stärkere Totholzbäume auf die Wanderwege gestürzt. „Weitere Totholzbäume bedeuten eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die Wanderer“, erklärt der Forst-Experte.

veröffentlicht am 22.07.2009 um 14:45 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 01:41 Uhr

Wald
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Coppenbrügge (ll). „Betreten verboten“ – Wanderer auf dem Ith sind in Zukunft um ein Naturschauspiel ärmer. Der natürlichen Entwicklung des Gebietes am Saubrink-Oberberg kommt es hingegen gelegen: Ein attraktiver und bislang für Wanderer geöffneter Waldweg des 240 Hektar großen Totalreservats ist vorerst gesperrt – aus Sicherheitsgründen. Der teilweise sehr steile Auf- und Abstieg im Bereich des „Fahnenstein“ zwischen Friedas Ruh und „Adam und Eva“ sei „in keinster Weise mehr verkehrssicher“, wie Revierförster Jürgen Rebers mitteilt. In diesen Bereich seien insbesondere stärkere Totholzbäume auf die Wanderwege gestürzt. „Weitere Totholzbäume bedeuten eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die Wanderer“, erklärt der Forst-Experte.
Eine Freizeitnutzung des
Naturwaldes ist tabu

 Der Naturwald Saubrink-Oberberg ist damit zu einer gefährlichen Wanderroute geworden. „Die Sperrung ist zwingend und ohne Zeitverzug notwendig“, bekräftigt Rebers. Einvernehmlich sei nun die Sperrung mit den zuständigen Stellen der niedersächsischen Landesforsten, der Nordwestdeutschen Versuchsanstalt und der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Hameln-Pyrmont abgestimmt worden. Dass bislang überhaupt Wanderwege durch den Naturwald führten, begründet Hauke Bruns, Leiter des zuständigen Forstamts in Grünenplan, mit der großen Fläche des Naturwalds Saubrink-Oberberg. „Als das Gebiet in den achtziger Jahren als Naturwald ausgewiesen wurde, hat man hier eine Ausnahme gemacht“, so Bruns. Eigentlich sei die Erholungs- und Freizeitnutzung, ebenso wie die Forstwirtschaft, absolutes Tabu in ausgewiesenen Naturwäldern. Auf Dauer könne der seinerzeit geöffnete Wanderweg nicht bestehen bleiben.
 „Ein Naturwald soll seiner natürlichen Entwicklung überlassen werden – ohne menschliches Zutun“, so Bruns. Der Verzicht auf jegliche Nutzung solcher Naturwälder sei ausdrücklich so gewollt und im Rahmen des Löwe-Programms (Langfristige ökologische Waldentwicklung) auch Grundsatz des Handelns in den niedersächsischen Landesforsten. Revierförster Rebers erklärt die eigendynamische Waldentwicklung auch mit einem stetig steigenden Anteil an alten und abgestorbenen Bäumen. „Ein toter Baum kann aus heiterem Himmel umfallen“, sagt er. Zudem seien freiliegende Äste in den Baumkronen große Gefahren für Waldbenutzer. Forstwirtschaftliche Eingriffe, die zur Beseitigung der Gefahren für Wanderer dienen, sind in Naturwäldern gemäß Naturschutzauflagen aber nicht erlaubt. „Die Eigendynamik des Waldes und die natürliche Entwicklung hat an dieser Stelle Vorrang“, so Hauke Bruns – deshalb nun die Sperrung des Gebietes um den Fahnenstein.
Wandergenuss beleibt
weiterhin bestehen

 „Zu akzeptieren, dass der Mensch ins zweite Glied rückt, ist auch eine gesellschaftspolitische Frage“, meint Rebers. Im Verhältnis der Fläche des Saubrinks zu denen im gesamten Ith könne von Ausgrenzung der Freizeitnutzung „keine Rede“ sein. „Der Wandergenuss ist damit ja nicht auf Eis gelegt“, fügt Hauke Bruns hinzu. „Es muss lediglich ein Umweg in Kauf genommen werden.“ Wanderer könnten den Kammweg weiterhin über den Grünen Weg bis „Adam und Eva“ oder über den Jürgensweg und den Potsdamer Platz erreichen.



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