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Flüchtlinge als Ein-Euro-Jobber: Programm wird neu aufgelegt

Ziel: Dauerhaft in Lohn und Brot

Coppenbrügge. Im Flecken leben 105 Flüchtlinge aus Syrien, dem Sudan und aus Eritrea. Untergebracht sind sie in Privatwohnungen. Um sicherzustellen, dass sie problemlos die Öffis nutzen können, ist es Ziel der Gemeinde, die Flüchtlinge im Kernort Coppenbrügge, in Bisperode, Marienau und Behrensen unterzubringen.

veröffentlicht am 26.04.2016 um 16:15 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:48 Uhr

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Autor:

Christiane Stolte
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„In diesen Orten ist die Nahversorgung am besten gewährleistet“, erläuterte Gemeindebürgermeister Hans-Ulrich Peschka in der Mitgliederversammlung des DRK-Ortsvereins Coppenbrügge. Die Flüchtlinge seien gut integriert. Auch Wohnraummangel gebe es derzeit nicht. Nach Berechnung des Landkreises müsse die Gemeinde bis zur Jahresmitte weitere 60 Flüchtlinge aufnehmen – in erster Linie Familien. Doch auch mit dieser steigenden Zahl sei „alles im grünen Bereich“, denn der Flecken sei gut vorbereitet. Auch hinsichtlich der Sprachförderung und einer gemeinnützigen Beschäftigung, die zur Integration beitragen soll, seien nachhaltige Maßnahmen getroffen worden. So seien bereits im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit den Dorfgemeinschaften und Vereinen einige Flüchtlinge als Ein-Euro-Jobber eingesetzt gewesen. Beispielsweise für Sanierungsarbeiten auf dem Sportplatz Coppenbrügge oder für Aufräumarbeiten rund um die Burg Coppenbrügge.

Jobbörse

zieht Erfolge nach sich

Die Arbeiten werden nicht von der Gemeinde betreut, sondern von den Dorfgemeinschaften. Die Gemeinde stelle für die Arbeiten lediglich den Transport und die Hilfsmittel sicher. Aufgrund der guten Erfahrungen 2015 wird das Programm „Gemeinnützige Aufgaben“ in diesem Jahr fortgesetzt. Der Start erfolgt am 1. Mai. Die Maßnahme sei von Anfang an auf große Zustimmung der Flüchtlinge gestoßen. „Sie lauern darauf, sich einbringen zu können in die Gemeinschaft“, betonte der Gemeindebürgermeister. Langfristiges Ziel soll es aber sein, die Flüchtlinge nicht durch Ein-Euro-Jobs zu beschäftigen, sondern sie dauerhaft in Lohn und Brot zu bringen. An diesem Vorhaben werde zielstrebig mit der Agentur für Arbeit, der IHK und den örtlichen Unternehmen gearbeitet. Ein erster Schritt in diese Richtung sei die Jobbörse gewesen, die vor etwa vier Wochen ins Leben gerufen worden war, um Flüchtlingen in eine Praktikantenstelle zu bringen. „Der Zuspruch der Unternehmer war sehr groß“, bilanziert Peschka. Bislang seien 20 Praktikantenstellen an Flüchtlinge vermittelt worden. Dieses Projekt habe im Landkreis Hameln-Pyrmont Modellcharakter.

Das Engagement der Bürger hatte Peschka auch beim „3. Runden Tisch Flüchtlinge“ im evangelischen Gemeindehaus Bisperode hervorgehoben. „Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer wäre die Umsetzung der Integration unserer neuen Bürger nicht möglich“, betonte er. Der wichtigste Baustein zur Integration sei die Sprachförderung. Leider werden Sprachkurse nur sechs Monate staatlich gefördert. In dieser kurzen Zeit sei es jedoch nicht möglich, eine Sprache richtig zu erlernen.

„Große Anerkennung verdienen deshalb die Bürger, die sich bereit erklärt haben, die Sprachkurse auch nach dem Auslaufen der Förderung weiterhin zu betreuen“, betonte der Bürgermeister.

Um das gelebte Miteinander zu unterstreichen, richten die Dorfgemeinschaften unter dem Motto „Füreinander – Miteinander – Voneinander“ am Sonntag, 17. Juli, ein großes Burgfest aus. Unter anderem ist ein „Offenes Singen“ aller Nationalitäten geplant. Darüber hinaus werden die Länder kulturelle Aktionen, Handwerkskunst sowie kulinarische Speisen präsentieren.



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