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Spielplatz an der Remte ist ein Generationenprojekt / Vor 40 Jahren angelegt, jetzt neu saniert

Wo Oma schon buddelte, spielt jetzt ihr Enkel

Bisperode (ist). Auf der schmalen Brücke über die Remte sind Kinderwagen, -karren, Buggys und Jogger geparkt, am Geländer festgezurrte Luftballons tanzen im Wind. Emma (3) treibt mit Hallo den Wippelefanten an, André (9) und Kevin (8) erstürmen den Kletterturm, während Niklas (2) schließlich doch den Weg die Rutsche abwärts der Rutsche aufwärts vorzieht. Im Megasandkasten zwischen vier mächtigen Baumstämmen backen Josephine (2), Michelle (3) und Mia-Sophie (4) Krümelkuchen und sieben, was Plastikeimer und -schaufel hergeben, während dazwischen Eltern, Großeltern, Sponsoren und Bürgermeister mit Rathausbegleitung Kaffee trinken: Freude und Spaß pur waren angesagt bei der Einweihung des wiederbelebten, weil endlich sanierten Spielplatzes an der Remte in Bisperode.

veröffentlicht am 19.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 02:21 Uhr

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Die Sanierung ist hundert Prozent Handarbeit von Eltern und Kids mit finanzieller Unterstützung (2500 Euro Kommune, 1700 Euro private und gewerbliche Sponsoren). Das war nicht immer so, weiß jeder der Gäste. Nicht vor zwei Monaten, nicht vor 24 und auch nicht vor 40 Jahren. „Als ich hier selbst noch Knirps im damaligen Spielkreis der heutigen Eppershalle war“, erinnert sich Marlies Behrens, heute Großmutter neben der Rutsche, „da gab’s hier noch gar kein Außengelände.“ Ein Spielplatz sei wohl erst vor etwa 40 Jahren von Eltern angelegt worden.

„Vor 24 Jahren nahmen wir dann als nächste Elterngeneration die erste Rundumsanierung vor.“ Jetzt haben die Buddelkinder von damals, die heute Eltern sind, für ihre eigenen Kinder, die heutigen Enkel, zu Schaufel, Schubkarre, Farbe und Pinsel gegriffen – und erhalten wird sozusagen ein Mehrgenerationenspielplatz. Das heißt: Die Spielplatzsanierung wird von Elterngeneration zu Elterngeneration weitervererbt, wie das Windelnwechseln. „Wir haben genau das gemacht, was schon unsere Eltern für uns gemacht haben“, lächeln Jennifer (26) und Martin (28) Schunke, Eltern von Lucy-Marie (5), Mia-Sophie (4), Josephine (2), Joy-Marlene (0,5). Beide, wie die Familien Schärer, Wiedemann, Schöppe und Hanuschik, die in zehn Wochen gemeinsam die Hauptarbeit geleistet haben, sind erschöpft, aber glücklich. In jeder freien Minute, bei Wind und Wetter, an jedem Wochenende, haben sie 32 Tonnen Sand geschaufelt, 19 Sack Beton à 40 Kilogramm für die Verankerung von neuen Spielgeräten gemischt, alte abgekärchert und gestrichen, für die neue Drehscheibe eine Nachtschicht eingelegt… „Das schafft schon“, sagt Jennifer.

„Wir haben wirklich in dieser Zeit große Arbeit geleistet, auch die Kinder, die immer fleißig und gut gelaunt dabei waren, obwohl sie wahrscheinlich ein wenig zurückstecken mussten.“ Und ganz nebenbei hätten sich unter Eltern und Kindern wunderbare Freundschaften entwickelt, wo bis dahin nur ein kurzer Gruß Usus war. „Wir sind zu einer tollen Gemeinschaft zusammengewachsen. Trotz mancher Rückschläge, Ärgernisse, Hin und Her haben wir es dank der Unterstützung des Rathauses, der Nachbarn, der lokalen Betriebe geschafft und sind sehr stolz darauf!“ Von so einem tollen Ergebnis habe sie damals im Juni nicht zu träumen gewagt, als sie ihren ganzen Mut zusammengenommen hatte, ins Rathaus ging und fragte, ob es nicht Möglichkeiten gebe, den allen Kindern verbotenen, weil verwahrlosten und vermüllten Spielplatz wieder bespielbar zu machen. „Anfangs hatte ich schon das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden, als ich immer weitergeschickt und gefragt wurde, was ich da denn schon verändern wollen würde.“ Einen kurzen Moment lang habe sie sich gewünscht, dass sie diesen Schritt nie gemacht hätte.

Doch der Mut hat sich gelohnt, sie ist damals geblieben und wieder einmal hat die nächste Remte-Kinder-Generation dank Elternengagement ihren Tipptopp-Spielplatz abseits der großen Hauptstraßen, aber ganz dicht am Abenteuerbach. Was am Ende auch Joy-Marlenes anhaltenden Schlummer auf Mamas Arm erklärt, die sowohl Schufterei als auch Spielplatztoberei mit ihren sechs Monaten aus der Ferne beobachtete. „Wahrscheinlich schläft sie sich für die Spielplatzsanierung für ihre Kinder in 25 (?) Jahren aus“, lächelt Jennifer Schunke.

So sah der Spielplatz vor den letzten Arbeiten im Juni dieses Jahres aus.

Foto: pr



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