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In Coppenbrügge läuft die Suche nach der Ursache des verunreinigten Klärschlamms

Wo kommt das Quecksilber her?

Coppenbrügge. „Die Suche nach der Ursache für das Quecksilber im Klärschlamm ist eine komplizierte Sache, die Zeit braucht“, erklärt Bauamtsleiter Jürgen Krückeberg. Derzeit untersucht das Ingenieurbüro Veit Flöser aus Hannover das Kanalnetz in Coppenbrügge nach Hinweisen auf den Verursacher. Mittels Proben von verschiedenen Stellen soll die Suche zunächst räumlich eingegrenzt werden.

veröffentlicht am 14.02.2016 um 20:20 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:51 Uhr

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Autor:

von Maike Lina Schaper
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„Das Ingenieurbüro arbeitet unter anderem mit Laboratorien zusammen, die die Proben aus dem Abwasser untersuchen“, sagt Krückeberg. „Die Tests dauern allerdings ihre Zeit und werden wiederholt, um Fehler zu minimieren.“ Bis die Gemeinde weiß, wer oder was den Quecksilbergehalt von aktuell 3,36 Milligramm pro Kilogramm Trockenmasse Klärschlamm verursacht, dauert es also noch eine Weile. Das Ergebnis der nächsten Routineuntersuchung wird in knapp zwei Wochen erwartet. Wenn der gemessene Wert dann wieder über einem Milligramm liegt, muss der Klärschlamm weiterhin in einer Verbrennungsanlage bei Leipzig kostenintensiv entsorgt werden. „Die Entsorgung des verunreinigten Klärschlamms kostet die Gemeinde 90 000 Euro im Jahr“, sagt Krückeberg und rechnet vor: „Üblicherweise wird der Klärschlamm zweimal im Jahr auf die Felder ausgebracht, wenn die Verwendung als Düngemittel durch erhöhte Werte entfällt, muss der Schlamm jedes Mal für 45 000 Euro entsorgt werden.“ Dabei habe die Gemeinde das günstigste Angebot für die Abfuhr und Verwertung der 3 bis 3,5 Kubikmeter Klärschlamm gewählt, unterstreicht Krückeberg.

Der Baumamtsleiter möchte allerdings nicht, dass die Coppenbrügger glauben, es gäbe eine akute Vergiftung in der Gemeinde: „Der Gehalt an Quecksilber im Klärschlamm war schon vor fünf, vor zehn und auch vor 20 Jahren da“, sagt Krückeberg. „Nur jetzt haben sich die Richtwerte verändert.“ Früher hätte der Wert bei 8 Milligramm Quecksilber pro Kilogramm Trockenmasse gelegen – 2012 habe man die Düngemittelverordnung allerdings geändert. Nun dürfe nach Ablauf einer Übergangsfrist seit 2015 Klärschlamm mit einem höheren Wert als einem Milligramm Quecksilber nicht mehr auf die Felder ausgebracht werden.

Krückeberg geht nicht davon aus, dass der Verursacher das Quecksilber absichtlich ins Abwasser geleitet hat: „Die erhöhten Werte könnten beispielsweise unwissentlich aus der Metall verarbeitenden Industrie stammen, von Malerbetrieben, aus Fotolaboren oder von Zahntechnikern. Vieles ist möglich, Genaues können wir aber noch nicht sagen.“



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