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Grießner schießt quer: „Alle Regionen gleich behandeln“ / Mehrheitsgruppe arbeite nicht verlässlich

Wird die Schule Oldendorf zum Zankapfel?

Salzhemmendorf (hen/gök). Ist es jetzt vorbei mit der Einigkeit der Politiker in der Diskussion um die Schließung von Grundschulstandorten in Salzhemmendorf? Karl-Heinz Grießner jedenfalls, Ortsbürgermeister von Wallensen und SPD-Ratsmitglied, schoss bei der Sitzung des Ortsrates Wallensen am Montagabend quer: Er wirft der Mehrheitsgruppe aus CDU, Grünen und FWS vor, den gemeinsam gefundenen Weg verlassen zu wollen und – anders als im Konzept dargelegt – statt der Grundschule Salzhemmendorf als alleiniger Schule auch die in Oldendorf aufrechterhalten zu wollen. „Dann wäre Wallensen der einzige Verlierer“, sagte Grießner, und kündigte an, diesem Plan seine Zustimmung zu verweigern. Der Ortsrat Wallensen hätte bislang nicht über das Konzept – für das der Gemeinderat in großer Einmütigkeit und auch mit Grießners Stimme votiert hatte (die Red.) – abgestimmt. „Jetzt würden wir das Konzept ablehnen“, glaubt Grießner, der auch Vorsitzender des Ausschusses für Schulen, Jugend, Senioren, Sport und Soziales ist. Dass von dem ursprünglichen Konzept abgewichen werden und die Oldendorfer Schule doch bestehen bleiben soll, habe er Äußerungen einzelner Politiker entnommen. „Die Mehrheitsgruppe ist für mich nicht verlässlich“, kritisiert Grießner.

veröffentlicht am 01.02.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 17:41 Uhr

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Es habe immer den Konflikt zwischen zwei Lagern gegeben; die einen halten mindestens eine Zweizügigkeit für notwendig, die anderen halten auch eine Einzügigkeit oder gar Kombiklassen für möglich. „Ich war immer für die Einzügigkeit, aber ich habe dem Konzept zugestimmt, weil alle Schulen gleich behandelt worden wären.“ Und das scheine jetzt nicht mehr der Fall zu sein. Mit dem Verlassen des gemeinsamen Ziels einer einzigen Grundschule für den gesamten Flecken habe man den grundsätzlichen Eckpfeiler des Konzepts zerstört – „sonst hätte ich persönlich auch weiter mitgemacht. Aber so sind wir wieder nur die Geber und nicht die Nehmer“, so Grießner, der aber auch sagt: „Ich will das Buch nicht zuklappen. Wenn die Verlässlichkeit wieder gegeben ist, bin ich bereit, an einer Lösung zu arbeiten.“

Die SPD-Fraktion, versichert Fraktionschef Walter Kramer, halte auch weiterhin an dem ursprünglichen Konzept fest. Er bedaure, dass Grießner seine Kritik „in dieser Phase öffentlich kundgetan“ hat. „Wenn es jetzt in eine andere Richtung läuft, besteht die Gefahr, dass alles zerfällt“, fürchtet Kramer. Der Wallenser Grießner reagiere auf Aussagen, die von anderen getroffen worden seien.

Die SPD-Fraktion hat unterdessen einen Antrag zum Haushaltsplan für das Jahr 2011 gestellt, 25 000 Euro für eine Machbarkeitsstudie in Bezug auf den Grundschulentwicklungsplan bereitzustellen. Die Studie soll prüfen, inwieweit die im Schulentwicklungsplan angedachten Standorte für eine Grundschule im zentralen Ort umgesetzt werden können. „Der wesentliche Punkt im vorgesehenen Grundschulentwicklungskonzept ist die Konzentration aller bisherigen Grundschulen auf einen zentralen Standort im Ortsteil Salzhemmendorf“, heißt es in der Begründung. Dabei sei bewusst offengelassen worden, ob unter Beachtung der im Grundschulkonzept genannten Qualitätskriterien wie beispielsweise Ganztagsbetrieb, Facharbeitsräume, Mensa, Sporthalle, Busanbindung, Behindertenzugang oder Parkplatz die Umsetzung am bisherigen Standort der Grundschule Salzhemmendorf, am Standort der KGS Salzhemmendorf oder an einem völlig neuen Standort erfolgen kann. „Die Klärung dieser Frage muss hinsichtlich der pädagogischen und finanziellen Auswirkungen sorgsam, aber auch schnell erfolgen“, heißt es im Antrag der SPD-Fraktion.

Eckhard Füllberg, stellvertretender CDU-Fraktionschef, mochte sich gestern noch nicht zu den Vorwürfen Grießners äußern, bevor nicht die Gruppe am Abend getagt habe. Dietmar Müller (Grüne) erklärt: „Wir befinden uns gerade in der Abwägung der Stellungnahmen.“ Es spreche für das Verfahren, wenn darüber diskutiert würde. Für ihn gebe es bislang aber ebenfalls keinen Grund, vom bisherigen Konzept abzuweichen.

Auch die SPD-Fraktion wollte das Thema gestern Abend diskutieren. Der Arbeitskreis zur Schulentwicklung, in dem Dietmar Müller, Eckhard Füllberg, Walter Kramer und Karl-Heinz Grießner sitzen, trifft sich nächste Woche.

Wenn die Grundschule Oldendorf jetzt doch neben der in Salzhemmendorf erhalten bliebe, wäre das den anderen Schulen gegenüber ungerecht, meint Karl-Heinz Grießner (SPD).Foto: Archiv



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