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Warum Salzhemmendorf keine Mängel-App hat aber trotzdem digital unterwegs ist

„Wir leben auf dem Dorf“

Salzhemmendorf. Eine Mängel-App als mobile Lösung für Salzhemmendorf wird es vorerst nicht geben. Die Gemeindeverwaltung setzt vielmehr auf den direkten Kontakt und hat ein Mängelportal eingerichtet, das laut Bürgermeister Pommerening nur „ab und zu“ genutzt wird.

veröffentlicht am 18.04.2016 um 15:50 Uhr
aktualisiert am 24.01.2019 um 16:00 Uhr

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Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Schlaglöcher sind der Klassiker. Wilde Müllablagerungen und wackelige Gehwegplatten werden auch gerne genommen und kaputte Straßenlaternen sowieso. Nicht wenige Städte und Gemeinden bieten ihren Einwohnern die Möglichkeit, Mängel mobil per Smartphone oder Tablet samt GPS-Daten mit einer Ortsangabe zu melden, damit sich ihre Mitarbeiter schnell darum kümmern können. Im Landkreis Hameln-Pyrmont macht das die Stadt Hameln seit vergangenem Jahr erfolgreich. Salzhemmendorfs Politiker meinten, dass dies auch eine gute Sache für den Flecken sein könnte. Doch Bürgermeister Clemens Pommerening winkt ab: „Wir sind nicht Hameln, bei uns wird noch der direkte Kontakt mit der Gemeindeverwaltung gesucht.“

Die Mehrheitsgruppe im Salzhemmendorfer Rat aus SPD, Grünen und FWS hatte im Februar angeregt, zunächst auf der Homepage des Fleckens ein entsprechendes Angebot zu schaffen und zu prüfen, ob das virtuelle Beschwerdeportal später mit einer mobilen App erweitert werden könnte. „Das hat sich überschnitten, denn dieses Angebot auf unserer Seite hatten wir ohnehin vor“, so Pommerening. Seit gut zwei Monaten gibt es nun die Möglichkeit, sich auf digitalem Weg zu melden und sogar Beweisfotos hochzuladen. „Ideenbörse“ nennt die Gemeinde das entsprechende Portal, was zunächst nicht darauf schließen lässt, dass hier auch Beschwerden abgegeben oder Mängel gemeldet werden können. Die Stadt Bad Münder zum Beispiel hat ihr entsprechendes Portal mit „Ideen, Anregungen und Beschwerden“ überschrieben.

„Wir haben einen etwas positiveren Ausdruck gewählt“, erklärt der Bürgermeister unumwunden. Und wie wird das Angebot bislang genutzt? „Ab und zu bekommen wir hier eine Meldung, das hält sich in Grenzen“, lautet die Antwort. „Wir leben auf dem Dorf und werden persönlich angesprochen, wenn jemand ein Anliegen hat“, betont Pommerening. „Und wenn uns jemand sagt, dass bei Familie Müller vor der Tür ein Schlagloch ist, dann wissen wir auch, wo das ist. Dafür brauchen wir keine GPS-Daten.“ Darum hält der Verwaltungschef die App auch noch für überflüssig. „Was nicht heißt, dass sie irgendwann kommt.“

Wer nicht auf den Flecken warten möchte und unbedingt als Trendsetter Wert auf eine App legt, kann sich selber eine für sein Smartphone zulegen. Es gibt Anbieter, die unabhängig von der öffentlichen Verwaltung über diese Anwendungen Hinweise entgegen nehmen und an die jeweiligen Gemeinde weiterleiten. Sie sind in der Regel für den Anwender kostenlos, allerdings muss er der Speicherung und Verwendung seiner Daten zustimmen. Die Erfahrungen sind unterschiedlich, mitunter gibt es Klagen über zu lange Bearbeitungszeiten, Gemeinde setzen darum lieber auf eigene Systeme.

Unabhängig davon schreitet die Digitalisierung der Salzhemmendorfer Gemeindeverwaltung voran. Es gibt das Bürgerinformationssystem mit der Rubrik „Rathaus online“. Hier finden Einwohner Informationen und die Möglichkeit, Anträge auszudrucken. Der „Bürger- und Wählergemeinschaft für den Flecken Salzhemmendorf“ (BWG) reicht das nicht. Sie hat einen Ergänzungsantrag zur Einführung des Mängelportals gestellt, der an diesem Donnerstag vom Verwaltungsausschuss beraten werden soll. „Der kommunale Verwaltungsprozess selbst muss vollständig digitalisiert werden und dabei Prozesse effektiver und effizienter gestaltet werden“, heißt es in dem vom Fraktionsvorsitzenden Udo Stenger unterzeichneten Antrag, der in den nächsten drei bis fünf Jahren umgesetzt werden soll.

„Das sind alles Dinge, die eh auf unserer Agenda stehen, denn das Rad kann man nicht neu erfinden“, kommentiert Bürgermeister Pommerening den Vorstoß der Stenger-Truppe und weist auf die bisherigen Anstrengungen hin. „Schon die Einführung des Ratsinformationssystems war ein dicker Brocken für eine Gemeinde unserer Größenordnung.“

Von den Parteien- und Wählergruppen in Salzhemmendorf bieten bislang nur SPD, CDU und Grüne auf unterschiedliche Weise die Möglichkeit der digitalen Kontaktaufnahme. Die BWG und die anderen Wählergemeinschaften haben noch nicht einmal eine Homepage.



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