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Freie Schule Weserbergland wirft Landesschulbehörde Untätigkeit vor / Eltern und Lehrer sind sauer

„Wir hängen alle in der Luft“

COPPENBRÜGGE. Werden nach den Sommerferien zwölf Schüler der „Freien Schule Weserbergland“ auf der Straße stehen? Kinder, Eltern und Lehrer sind nicht nur verunsichert, sie sitzen sprichwörtlich auf „heißen Kohlen“. Sie sind frustriert und total sauer: „Es ist ein Unding, wie mit uns umgegangen wird“, entrüstet sich Sandra Richards, die gemeinsam mit Barbara Miotk als Geschäftsführerin der Schule fungiert.

veröffentlicht am 08.06.2017 um 17:37 Uhr
aktualisiert am 08.06.2017 um 19:20 Uhr

Der Protest ist erst einmal verschoben, die Schüler der Freien Schule Weserbergland sammeln die Plakate wieder ein. Foto: Wal
Stolte Christiane

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Christiane Stolte Reporterin
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Eigentlich wollten alle Beteiligten am heutigen Freitag nach Hannover fahren, um vor der Landesschulbehörde gegen die „Untätigkeit der Behörde“ zu demonstrieren. Die Protesplakate waren bereits angefertigt. Die Aktion wurde gestern jedoch kurzfristig abgesagt und soll auf kommende Woche verschoben werden, sollte sich behördlicherseits „nichts tun“.

Zum Hintergrund: Schüler, Eltern und das Team der Einrichtung warten sehnlichst auf die schriftliche Genehmigung der Landesschulbehörde zum Start der Oberschule. Bereits im Sommer 2016 hatten erste Beratungsgespräche mit der Behörde stattgefunden – des Inhalts, die Behörde möge der Freien Schule genehmigen, den Sekundär-I-Bereich anzuschließen, sodass die Grundschüler direkt in den Oberschulbereich bis zur zehnten Klasse weitergehen können und nicht an einer weiterführenden Regelschule angemeldet werden müssen.

In diesem Jahr habe es ein weiteres Gespräch mit der Behörde gegeben und sogar ein Besuch habe stattgefunden. Trotzdem sei bislang nichts passiert. Im Gegenteil. „Mittlerweile gibt es einen massiv unbegründeten Forderungskatalog der Behörde“, betont Sandra Richards.

Weil die Zeit drängt, hat die Schule einen Anwalt eingeschaltet. Dieser wollte in einem Gespräch mit der Behörde klären, welche der geforderten Unterlagen überhaupt rechtmäßig sind, da es sich bei der Freien Schule um eine gleichwertige, nicht aber um eine gleichartige Schule handelt.

Unsere Rechte werden mit Füßen getreten.

Schulteam, Freie Schule Weserbergland

Drei Monate sind seitdem vergangenen; das zuständige Dezernat der Behörde hat immer noch nicht auf die Anfrage des Anwalts, einen Gesprächstermin zu vereinbaren, reagiert. „Das ist unvorstellbar. Wir hängen alle in der Luft“, bedauert die Geschäftsführerin. Die Landesschulbehörde ignoriere entweder die Bitte der Schule oder sei sich der Dringlichkeit der Situation nicht bewusst, da eine Freie Schule für sie Neuland sei. Regelrecht als Hohn empfindet das Schulteam die Aussage der Behörde, dass es im Haus derzeit keine Kapazitäten gebe, den Antrag der Coppenbrügger Schule zu bearbeiten. „Das ist Rechtsvergehen am Bürger“, so das Schulteam.

Die Schule benötige die Zusage von der Behörde noch vor den bevorstehenden Sommerferien, um zu wissen, wie es weitergeht nach den Sommerferien. Wird die Oberstufe bis dahin genehmigt sein? Nicht nur die betreffenden Schüler, deren Eltern und Pädagogen werden im „Regen stehen gelassen“, auch neue Lehrer warten auf die Zusage, um ihre Arbeitsverträge mit der Schule abschließen zu können. „Unsere Rechte werden mit Füßen getreten, und die Landesschulbehörde verstößt sogar gegen das Grundgesetz in Bezug auf unser Recht auf Freie Schule“, entrüstet sich das Schulteam. Mit dieser „Hinhaltetaktik“ habe die Schule auch vor der Inbetriebnahme der Freien Schule kämpfen müssen.

Die Schule wartet nun auf Terminvorschläge seitens der Schulbehörde, wie dem Anwalt der Schule gestern signalisiert wurde. „Wir können nur hoffen, dass der Gesprächstermin noch vor den Sommerferien stattfindet und wir nicht noch länger hingehalten werden“, betont Sandra Richards.

Information

Zur Info

Die Freie Schule Weserbergland mit besonderer pädagogischer Ausrichtung wurde im September 2014 eröffnet. Als Basis für das Konzept dienten verschiedene reformpädagogische Ansätze von Marie Montessori, Rebeca und Mauricio Wild, Jean Frédéric Frenet, Jesper Juul und die gewaltfreie Kommunikation von Rosenberg. Derzeit wird die Grundschule von 35 Schülern besucht. Angemeldet sind Kinder aus der Region, aber auch aus den Landkreisen Schaumburg, Alfeld und Holzminden. Voranmeldungen für die Schule gibt es bereits bis zum Jahr 2021. sto



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