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Nach dem Gerichtsurteil bleibt die Wut / Gemeinde stellt Sinn weiterer Planung infrage

Windradgegner: Harsche Kritik am Landkreis

Coppenbrügge (ist). „Sehr schade und mehr als ärgerlich, dass das Verfahren so abgelaufen ist“, stellt Naturschutzförster Heiko Brede, Sprecher der IG „Rettet den Ruhbrink“, am Tag nach dem Richterspruch des Verwaltungsgerichts Hannover fest. Danach ist, wir berichteten, der Bau von vier weiteren Windenergieanlagen neben dem bisherigen hoch aufgeschossenen Single auf dem Ruhbrink ohne Kompromisse und ohne jegliche Einschränkungen des Betriebes rechtens. „Ich koche eigentlich heute noch“, so Brede. Die Klägerseite habe sich sehr gut vorbereitet in der Verhandlung präsentiert, die Seite des Beklagten (der Landkreis) dagegen erschien „grottig“, „unprofessionell“ bis gar nicht präpariert und „nicht in der Lage, weder die entscheidenden Fakten verständlich darzulegen noch den Gutachtern von Töns Nagel-Held, Geschäftsführer der WindKontor GmbH als Klägerin, Paroli bieten zu können“. Hätte der Landkreis wenigstens einen top vorbereiteten und rhetorisch geübten Fachanwalt engagiert – „das wäre gut investiertes Geld gewesen und er hätte sich einen Teil dieser peinlichen und dilettantischen Veranstaltung erspart“. Realistisch betrachtet bedeute der Ablauf dieser Verhandlung im Klartext: Im Raum Coppenbrügge (oder Landkreis Hameln-Pyrmont) dürften nun alle Bauanträge für Windkraftanlagen durchkommen. Es sei denn, der Landkreis gehe in die Berufung. Als richtungsweisende, ganz radikale Entscheidung bezeichnet auch Bürgermeister Hans-Ulrich Peschka das Urteil. „Die Coppenbrügger waren nie gegen, sondern für geordnete Bahnen der Windkraft. Deshalb haben wir die beiden Windvorranggebiete ja auch ausweisen wollen.“ Nach diesem Urteil müsse man sich in der Politik nun jedoch überlegen, ob es überhaupt noch Sinn mache, die B-Planung weiterzuführen – wenn der Naturschutz schon keine Rolle mehr spiele, welchen Stellenwert hätten dann noch Bürger und ihre Interessen? „Wir werden, sobald das Urteil schriftlich vorliegt, eine juristische Bewertung, Stellungnahme und Empfehlungen zu unserem weiteren Vorgehen von unserer Anwältin bekommen. Das müssen wir abwarten.“ Gleichwohl sehe er die Anlagen nun unweigerlich kommen; in welchem Zeitraum, sei die Frage – eine Antwort könnte der Kläger Nagel-Held geben, der jedoch nicht zu einem Gespräch bereit ist. Vorerst keine weitere Stellungnahme gibt es nach Mitteilung der Pressestelle des Landkreises von Landrat Rüdiger Butte. Er verweise auf seine Aussage vom Vortag, wonach sich zu gegebener Zeit sorgfältig mit der richterlichen Begründung auseinandergesetzt werden müsse, um über weitere Schritte sachgerecht entscheiden zu können. „Bislang ist nur der Tenor des Urteils bekannt“, so Pressesprecherin Sandra Lummitsch, „sobald die Entscheidungsgründe vorliegen, wird der Landkreis prüfen, ob Rechtsmittel eingelegt werden.“ Im Übrigen habe das Gericht weitere Auflagen des Landkreises bestätigt, so zum Beispiel auch die in diesem Verfahren von den Klägern angegriffene Höhe des Ersatzgeldes zum Ausgleich für die Eingriffe in das Landschaftsbild.

veröffentlicht am 24.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 00:21 Uhr

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