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Bauanfragen und Anträge für 26 Anlagen liegen vor – es geht nicht mehr nur um den Ruhbrink

Windkraft: „Schlimmer kann’s kaum werden“

Coppenbrügge (ist). Besorgnis unter den Mitgliedern der IG „Rettet den Ruhbrink“: Bei der Entscheidung, ob industrieller Mega-Windpark oder gesteuerte, sanfte Windenergienutzung in Coppenbrügge sei es fünf vor zwölf und keiner schaue zur Uhr – obwohl es längst nicht mehr nur um den Ruhbrink gehe. Die IG lädt daher die Bürger aller Ortsteile der Gemeinde und deren politische Vertreter zu einer Informationsveranstaltung über den aktuellen Planungsstand in Sachen Windenergie ein. Dabei sollen mögliche Lösungswege aufgezeigt und mit allen Beteiligten diskutiert werden. „Seit Erstellung des Flächennutzungsplanentwurfes durch den Flecken sind mittlerweile 20 Monate vergangen“, sagt Heiko Brede als Sprecher der Initiative. Es gelte, den Entwurf endlich Plan werden zu lassen. Es gebe keinen Grund für die Untätigkeit, auch wenn

veröffentlicht am 29.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 21:41 Uhr

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das Artenschutzgutachten noch bei der zuständigen Niedersächsischen Landesbehörde in Hannover liege. Das wüssten auch die Investoren. Mehrere hätten bereits Bauanträge und Bauvoranfragen für momentan 26 Windenergieanlagen mit Höhen von bis zu 190 Meter gestellt. „Schlimmer kann’s kaum werden“, so Brede. Die Wahrscheinlichkeit, dass diverse Anlagen genehmigt werden müssten, bevor der Flächennutzungsplan fertiggestellt sei, vergrößere sich mit jedem Tag, an dem nicht daran gearbeitet werde. „Damit könnte dem Flecken jede Steuerungsmöglichkeit in Sachen Windenergie entgleiten, was weder im Interesse der Allgemeinheit der Bürger noch im Interesse von Politik und Verwaltung sein kann“, mahnt die IG. Im schlechtesten Falle könne die „Vorweggenehmigung“ von Windenergieanlagen zum Ergebnis haben, dass ein ausgewogener, rechtssicherer Flächennutzungsplan gar nicht mehr zustande und zum Tragen komme. Mit der Folge: Öffnung des gesamten Fleckengebietes für eine ungesteuerte Bebauung durch Windenergieanlagen. Der Handlungsbedarf sei dringend, nicht nur aufgrund der bekannterweise undurchsichtigen Gesetzeslage des Genehmigungsverfahrens von Windenergieanlagen. Beunruhigend sei darüber hinaus auch das Geheimnis um einen spurlos verschwundenen Milanhorst im Bereich Herkensen: „Im vergangenen Herbst wurde er noch im Baum gesichtet, im Frühjahr trotz intensiver Suche auch am Boden nirgends auffindbar.“ Es sei doch sehr ungewöhnlich, dass der Rote Milan seinen Horst mitnehmen würde …

Die IG mit zahlreichen Fachleuten in ihren Reihen wie die Diplomingenieure Peter Merl (Energie/Umwelt), Dr. Manfred Redslob (Landschaftsplanung/ Geoinformationssysteme), Niklas Galonske (Planungsgrundsätze) und Heiko Brede (Umwelt/Naturschutz) hat einen Alternativentwurf der potenziellen Vorrangflächen für Windenergienutzung erarbeitet. Der berücksichtige, so Brede, klar definierte Kriterien wie Abstände zum Schutz der Menschen und Tierarten, die nach europäischem Recht einen hohen Schutzstatus genießen (Vögel, Fledermäuse), Abstände zu Landschaftsschutz-, Naturschutz- sowie Schutzgebieten nach Fauna-Flora-Habitat-Richtlinien und Wald. Dieser Entwurf reduziere die bislang ausgewiesenen Areale um ein Vielfaches und soll der Verwaltung als Planungshilfe zur Verfügung gestellt werden. Das Gespräch zwischen IG und Gemeinde sei „wichtiger Baustein für eine vernünftige Lösung“. Bürgermeister Hans-Ulrich Peschka dazu: „Natürlich lassen wir jede angebotene und den Vorgaben entsprechende Hilfe der IG-Fachleute wie abgesprochen gern in unsere Planung einfließen.“ Zuvor jedoch müsse die Bewertung des Artenschutzgutachtens durch Fachjuristen, Planer und Landkreis abgewartet werden.

„Wir setzen Verantwortung vor möglicherweise übereiltes Handeln mit Fehlern, die uns zu Lasten der Bürger Millionen kosten können.“ Die Informationsveranstaltung der IG findet am Montag, 6. Dezember, um 19.30 Uhr im Gasthaus am Felsenkeller statt.

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