weather-image
13°

Nabu: „Todesfalle für Zugvögel“

Windkraft bleibt ein Sorgenthema

Brünnighausen (ist). Verunsicherung, Besorgnis und Ängste – aus verschiedenen Gründen versammelten sich über 60 Coppenbrügger Bürger, vornehmlich aus Dörpe und Brünnighausen, auf Einladung der Interessengemeinschaft „Rettet den Ruhbrink“ im ehemaligen Gasthaus Quante am Nesselberg. 15 Windräder am Ruhbrink, 20 bis 40 bei den Kastanien, alle 150 oder bis zu 190 Meter hoch? Die Spekulationen um mögliche Dimensionen der ausgewiesenen Vorranggebiete für Windenergieanlagen und ihrer Bestückung schießen am Himmel und am Boden in Extreme.

veröffentlicht am 10.06.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 04:21 Uhr

Über die Windräder wird weiter diskutiert – obwohl die Ein
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Bürger sollen Daten zum Naturschutz sammeln

Sprecher Heiko Brede gab zunächst Informationen über den aktuellen Stand der gemeindlichen Windkraftplanungen und über die Eingaben zur Änderung des Flächennutzungsplanes. Die war notwendig geworden nach dem Vorwurf der Verhinderungstaktik im Ruhbrinkgebiet, was die Gemeinde eine gerichtlich verfügte fünfstellige Eurosumme gekostet habe, erklärte Ratsmitglied Rudolf Stenzel. In der Verpflichtung, Vorranggebiete auszuweisen und in der Verantwortung für den Bürger habe man von weiteren Konfrontationen mit Betreiberfirmen Abstand genommen, die mit Sicherheit gerichtlich erwirkte Regressforderungen für die Gemeinde und damit den Bürger von mehreren hunderttausend Euro zur Folge gehabt hätten. Die Einspruchsfrist der Bürger, die in „reichlich Informationsveranstaltungen“ (Gemeindebürgermeister Hans-Ulrich Peschka) über Pläne und bauliche Konsequenzen im Rahmen der Bürgerbeteiligung informiert worden waren, hatte am 30. März geendet (die Dewezet berichtete).

Vernachlässigt im Planfeststellungsverfahren, so Günther Blötz vom Nabu, habe man den Aspekt des Natur- und Artenschutzes. Der geplante Windrad-Querriegel zwischen Ith auf der einen, Osterwald und Nesselberg auf der anderen Seite, sei eine Todesfalle nicht nur für Zugvögel beim Transit, sondern auch für den Roten Milan, Schwarzstorch und Uhu an Brutstätte und Nahrungsplatz – allesamt europaweit unter besonderen Schutz gestellte Vogelarten (Rote Liste), weiß Förster Brede. Zwar sei die Naturschutzbehörde in das Planungsverfahren involviert gewesen, habe aber nicht über das nötige avifaunistische Datenmaterial verfügen können. Grund: fehlendes ehrenamtlich gesammeltes Beobachtungsmaterial.

Die Bürger werden daher gebeten, Naturschutzdaten über Zugvögel oder geschützte Tierarten in dem Gebiet zu sammeln und an die Interessengemeinschaft (Brede, Forsthaus Eichhorst, Coppenbrügge) weiterzuleiten. Im Auftrag der Gemeinde, so Peschka, sei bereits seit einem halben Jahr ein Biologe aus dem Bereich des öffentlich-rechtlichen Naturschutzes mit der Erstellung eines avifaunistischen Gutachtens beauftragt. Damit und unter dem Motto der Interessengemeinschaft: „Windenergie – ja, wo sie hinpasst! Aber auf den Ruhbrink passt sie nicht“, so die Hoffnung der Interessengemeinschaft, kann eine Änderung des Flächennutzungsplans erreicht werden.

50 freiwillige Datensammler haben sich bereits spontan gefunden. Dass letztendlich allerdings „Tiere wichtiger als Menschen“ seien, so Hans Jürgen Feuerhake und Manfred Schimkat aus Brünnighausen, mache nachdenklich.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt