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Kaum Entlastung durch Mühlenbach / Anwohner vermuten falsche Berechnung bei Renaturierungsmaßnahme

Wiese in Quanthof überflutet – Planungsfehler?

Benstorf/Quanthof. Mit Sorge betrachtete Günther Rathing aus Quanthof das letzte Hochwasser der Saale. Denn nur zwanzig Zentimeter fehlen, damit er oder sein Nachbar wieder nasse Füße bekommen hätten. Ursprünglich sollte mit der Renaturierungsmaßnahme der Saale der Hochwasserschutz besser werden. Etwas Entspannung haben die Arbeiten zwar gebracht, da die Saale nun einen breiteren Verlauf vor der Quanthofer Brücke hat, aber Sorgen bereitet Rathing der Abzweig zum Mühlenbach.

veröffentlicht am 26.06.2013 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 10:21 Uhr

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Autor:

Christian Göke
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Dieser soll gerade bei Hochwasser die Saale spürbar als Bypass entlasten. Doch während die Saale beim Hochwasser wie gewohnt voll war, hatte der Mühlenbach noch deutliche Kapazitäten. Erst vor kurzem stand der Bach wieder über 19 volle Tage trocken, obwohl es zwischendurch geregnet hatte. Bei der Renaturierungsmaßnahme war vorgesehen, dass von der Saale 30 Prozent des Wassers den Weg durch den Mühlengraben finden sollen. Doch schon während der Bauarbeiten im letzten Jahr vermuteten die vor Ort befindlichen Wasserbauer, dass das Bauwerk falsch berechnet sei und zu wenig Wasser den Weg in den Mühlenbach finden würde. Auch die Anlieger wie Barbara Hillemeyer oder Günther Rathing waren sich sicher, dass das nicht passen würde. Der Landkreis war allerdings anderer Meinung und setzte das Bauvorhaben fort.

Dennoch bestätigte der Landkreis damals, dass das Planungsbüro von alten Daten ausgegangen sei und so eine Differenz von 50 Zentimetern entstanden sei, wodurch der Mühlenbach trockengelegt worden sei. Informationen von Anliegern zufolge könnte es dadurch sein, dass etwa alle zwei Jahre der Mühlenbach neu ausgekoffert werden muss, damit das Wasser weiterhin fließt. Und so folgten rund ein halbes Jahr danach die Nachbesserungsarbeiten auch. Die Anwohner fühlen sich nun in ihrer Theorie bestätigt und vermuten, dass nun regelmäßig gebaggert werden muss.

„Auf Dauer wird das Ausbaggern sicherlich teurer, als wenn man hier noch mal nachbessert“, vermutet Rathing. Im Juni hatte die Untere Naturschutzbehörde zusammen mit dem Leineverband schnell gehandelt und neben dem Beseitigen der Verlandungen auch die Abschlagschwelle mit dem Bagger nachgebessert.

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  • … der Mühlenbach war dennoch nicht ausgelastet. gök

Erste Probleme fielen den Anwohnern dann dieses Jahr bei der Schneeschmelze auf. „Der Mühlenbach sollte maximal 30 Tage pro Jahr trocken liegen. In der feuchten Zeit kamen aber schon locker 20 Tage zusammen“, sagt Hillemeyer. Die übermäßige Trockenlegung des Baches gefährde vor allem die Natur vor Ort, da sich an dem Bach viele Tiere angesiedelt haben. Auch die Kläranlage Quanthof ist bei der Einspeisung des Wassers auf einen funktionierenden Mühlenbach angewiesen. Die Anwohner hoffen nun, dass hier noch mal umfangreiche Arbeiten für einen funktionierenden Wasserlauf stattfinden. Auf Nachfrage erklärte Rainer Halbauer vom Landkreis, dass die Behörde mit der nochmaligen Nachbesserung die Probleme auch langfristig in den Griff bekäme. Die nächsten Monate werden zeigen, ob der Mühlenbach immer ausreichend Wasser führt.



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