weather-image
28°
Bürger- und Wählergemeinschaft plant Umfrage in Salzhemmendorf / „Müssen uns jetzt positionieren“

Wie stehen Einwohner zur Ortsumgehung?

Salzhemmendorf. Die Meinung der Einwohner ist gefragt, wie sie zu einer geplanten Umgehungsstraße in Salzhemmendorf stehen. Betroffen sind davon die Ortsteile Hemmendorf, Oldendorf und Benstorf. Die Bürger- und Wählergemeinschaft plant nun eine Bürgerumfrage anlässlich der Gewerbeschau am Wochenende.

veröffentlicht am 05.04.2016 um 15:23 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:59 Uhr

270_008_7854963_lkcs101_Oldendorf_ms_0604.jpg
Christian Branahl

Autor

Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Neuer Anlauf in Sachen Ortsumgehung im Bereich der Gemeinde Salzhemmendorf: Nachdem Udo Stenger von der Bürger- und Wählergemeinschaft (BWG) mit seinem Vorstoß im Rat gescheitert ist, eine Bürgerbefragung durchzuführen, will sie auf eigene Faust ein Meinungsbild in der Bevölkerung ermitteln. Anlässlich der Gewerbeschau in Salzhemmendorf am nächsten Wochenende will die BWG eine Wahlurne aufstellen und die Besucher abstimmen lassen. Motto: „Wir geben Ihrer Meinung eine Stimme.“

Ein Meinungsbild – nicht mehr und nicht weniger, wie Stenger auf Nachfrage sagt. Er wisse, dass es in den betroffenen Ortsteilen eine sehr differenzierte Stimmungslage bei Befürwortern und Gegnern einer Umgehungsstraße gebe. „Es ist nicht meine Aufgabe, das festzulegen“, sagt der Fraktionsvorsitzende. „Die Bevölkerung muss sagen, was ihr wichtig ist.“ Dann könne reagiert werden. Eines sei aber klar: Wenn laut Ratsbeschluss erst bis zum Jahresende eine Informationsveranstaltung zu den Planungen der Ortsumgehung durchgeführt werden solle, sei es zu spät, sofern diese Entlastungsstraße befürwortet werde, meint Stenger.

Bekanntlich liegt der Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 vor. Allerdings: Für das Neubauprojekt zwischen Marienau und Mehle mit einer Länge von 5,5 Kilometern bei kalkulierten Gesamtkosten von knapp 20 Millionen Euro sieht das Ministerium bislang nicht die höchste Priorität vor, sondern nur die Einstufung „Weiterer Bedarf“. Nur noch bis zum 2. Mai besteht die Möglichkeit, zum Verkehrswegeplan Stellungnahmen abzugeben, um damit gegebenenfalls noch die Frage Dringlichkeit zu beeinflussen.

Stenger befürchtet, dass es spätestens nach der Fertigstellung der Ortsumgehung Coppenbrügge–Marienau und der bereits vor einigen Jahren verwirklichten Ortsumgehung Mehle–Elze in den Ortschaften von Salzhemmendorf zu einem „Nadelöhr“ auf der B 1 kommen könnte. Deshalb gelte es jetzt, sich zu positionieren. Die BWG fragt sich laut Mitteilung: „Was wollen die Bürgerinnen und Bürger?“ Wollen sie den Verlauf der B 1 durch ihre Ortsteile möglichst lange behalten oder sollen in den Ausbau der Bundesstraße möglichst schnell auch die Ortsteile Hemmendorf, Oldendorf und Benstorf mit einbezogen werden? „Ich maße mir nicht an, den Willen der betroffenen Bürgerinnen und Bürger zu kennen“, meint Stenger. „Deshalb möchten wir mit einer Befragung der Salzhemmendorfer Klarheit und Transparenz schaffen.“ Gleichzeitig merkt er an, dass auch die Einwohner von Osterwald indirekt von den Planungen betroffen seien, da die bislang geplante Streckenführung der Ortsumgehung nahe dem Ortsteil entlangführe.

Zwar sei die Meinungsumfrage nicht repräsentativ, sondern gebe nur eine Tendenz wieder, ist sich der Ratsherr bewusst. Sollte die Mehrheit aber eine Umgehungsstraße wünschen, könnte die Gemeinde dieses Projekt beschleunigen. Als Möglichkeiten nennt er, dass sie bei den Planungen in finanzielle Vorleistungen treten und bei den Grundstücksgesprächen aktiv werden könnte; außerdem könnte die Verwaltung bei den entsprechenden Behörden den Druck erhöhen, das Projekt möglichst schnell zu realisieren.

Info: Abstimmung bei der Gewerbeschau

Die Stimmabgabe der Einwohner ist am kommenden Wochenende möglich, um die Meinung zur Umgehungsstraße zu äußern. Die Bürger- und Wählergemeinschaft wird auf der Gewerbeschau des Marktvereins am Ith unter dem Motto „Schau an“ am 9. und 10. April in der Kreissporthalle am Stand „Wir daheim“ am Samstag und Sonntag vertreten sein. Sie stellt eine vom Notar Christopher Nagel versiegelte Wahlurne auf und legt Abstimmungsscheine aus. Die Zählung der abgegebenen Stimmen wird am Montag, 11. April, ab 9 Uhr im Rathaus im Beisein des Notars öffentlich vorgenommen, wie die BWE weiter ankündigt. cb

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare