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Einsatz im Hüttenstollen Osterwald

Wie die alten Bergleute unter Tage geschuftet

Osterwald (top). Die hohe Gästezahl, die jährlich vom Osterwalder Bergwerksverein verzeichnet wird, erfreut die ehrenamtlich Tätigen – doch die Führungen unter Tage ziehen auch Folgen nach sich. Denn mit dem Atem der Besucher wird auch Feuchtigkeit ins Bergwerk verbracht, die den Holzausbau in der Grube beschädigt.

veröffentlicht am 09.02.2009 um 17:24 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 13:21 Uhr

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Durch sorgfältige Beobachtung hatte der Betriebsleiter des Besucherbergwerkes, Karl-Heinz Arnecke, festgestellt, dass aus dem hinteren Bereich der Grundstrecke schwache „Wetter“ (so wird die Frischluft unter Tage bezeichnet) zieht.

Stafette aus

Karrenläufern gebildet

Durch die Bewegung von Spinnweben war der Osterwalder auf den Frischluftzug aufmerksam geworden. In diesem für Besucher nicht zugänglichen Bereich war infolge des Tonabbaus nach dem Zweiten Weltkrieg die Grundstrecke verstürzt.

Im Herbst 2007 hatte der Vorstand beschlossen, diesen Streckenteil wieder aufzuwältigen, also zur Nutzung herzurichten. Die vorgefundenen Verschüttungen betrugen jeweils eine Strecke von fünf Metern. In mühsamer Arbeit gelang es den Männern und Frauen, diesen Abraum auszufahren. In ihren Einsätzen betätigten sich die Kameraden des Bautrupps wie die alten Bergleute. Mit jeweils acht Mann pro Einsatz bildeten die Männer als Karrenläufer eine Stafette, damit jeder nur eine kurze Strecke im Hüttenstollen zurücklegen musste.

Während einer knapp vierstündigen Schicht galt es, über 50 Schubkarren auf eine Distanz von mehr als 400 Metern aus dem Stollen auf die nahegelegene Halde zu fahren. Jeder Karrenläufer legte dabei pro Schicht mehr als acht Kilometer zurück. So gelang es den Bergleuten, über 40 Kubikmeter Abraum aus dem Hüttenstollen zu bringen und für die nötige Frischluftzufuhr im Hangenflöz zu sorgen. Zwischen den einzelnen Arbeitseinsätzen mussten die Einbruchstellen mithilfe von Holzausbauten gesichert werden, um die Stabilität in dem über 160 Jahre alten Bergwerk zu gewährleisten. Die Grundstrecke ist nun auf einer Distanz von 350 Metern wieder vollständig aufgefahren. Durch den größeren Streckenquerschnitt ziehen nun wieder besser Wettermengen in das Grubengebäude. Das Ergebnis stellt Betriebsleiter Karl-Heinz Arnecke zufrieden: „Da die Luftfeuchtigkeit im Stollen stark zurückging, ist es nun möglich, den Holzausbau im Stollen in längeren Intervallen auszuwechseln.” Die schwere Arbeit der Karrenläufer zahlt sich daher für den Bergmannsverein Osterwald, den Betreiber des Besucherbergwerks, auch finanziell aus.

Michael Behrens schätzt besonders die harte Arbeit der älteren Helfer. „Dank der vielen Mitstreiter war ein gutes Vorankommen gewährleistet”, lobte Helmut Hofmann den Einsatz.

Als Mitglieder des Bergmannsvereins waren maßgeblich an den Abraumarbeiten beteiligt: Marcel Ackermann, Karl-Heinz Arnecke, Michael Behrens, Bernhard Bringmann, Walter Braunert, Eberhard Clausing, Stefan Greve, Hartmut Friedrich, Frank-Michael Heinrich, Torsten Hofer, Helmut Hofmann, Daniel Hoppe, Axel Kosanke, Anna Kreft, Jan Kreft, Hans-Dieter Kreft, Dennis Lemke, Andreas Scholz und Gerhard Wilke.

Während einer knapp vierstündigen Schicht mussten über 50 Schubkarren über 400 Meter aus dem Stollen auf die nahe gelegene Halde gefahren werden – hier sind Eberhard Clausing (li.) und Karl-Heinz Arnecke im Einsatz.Foto: top



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