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Arbeitsgemeinschaft kämpft für den Erhalt des Voldagser Bahnhofs – und lehnt Halt in Marienau ab

Widerstand aus Salzhemmendorf

Salzhemmendorf/Voldgasen. Den Bahnhof Voldagsen schließen und den Haltepunkt nach Marienau verlegen? Nein, damit seien sie nicht einverstanden. „Wir werden uns für den Erhalt des Standorts einsetzen“, betont Reinhold Breyer aus Lauenstein, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Senioren im Flecken Salzhemmendorf.

veröffentlicht am 11.04.2016 um 18:21 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:48 Uhr

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Autor:

Christiane Stolte
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Eine Verlegung der jetzigen Haltestelle wäre eine Verschlechterung für diejenigen Salzhemmendorfer, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind. Dazu gehören auch Touristen. Erst aus einem Bericht in der Dewezet habe die Arbeitsgemeinschaft von den Plänen der Bahn und der Gemeinde Coppenbrügge erfahren, den Haltepunkt nach Marienau auf das Betriebsgelände der Firma Wini Büromöbel zu verlegen. Das widerspreche den bisherigen Plänen, den traditionellen Haltepunkt Voldagsen zu erhalten und attraktiver zu gestalten.

Dass nun an einem anderen Ort eine neue Haltestelle gebaut werden soll, stoße bei vielen Bahnnutzern aus dem Raum Salzhemmendorf auf Unverständnis. Sie fragen nach dem Warum und Weshalb. „Es ist insbesondere überraschend, dass ein Votum des Fleckens Salzhemmendorf nicht eingeholt worden ist und nach Aussagen des Bürgermeisters Clemens Pommerening von den Planungen über den Pressebericht hinaus in Salzhemmendorf keine Informationen bekannt seien“, betont Breyer. Zwar liege der Bahnhof Voldagsen in der Gemarkung der Gemeinde Coppenbrügge, sei aber seit seiner Erbauung vorrangig der Bahnhof für die Bürger in den Ortschaften Lauenstein und von Hemmendorf bis Thüste/Wallensen im Saaletal. Früher haben außerdem die Einwohner aus Weenzen und Duingen im heutigen Landkreis Hildesheim dazugehört, die über eine direkte Buslinie zum Bahnhof Voldagsen an das Bahnnetz angebunden waren. Für etwa Zweidrittel der Einwohner des Fleckens Salzhemmendorf sei der Bahnhof Voldagsen der nächstgelegene Bahnhof, der mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist. „Das sind rund 6250 Einwohner“, bilanziert Breyer. Die Einwohnerzahl der Ortschaft Marienau mit den Ortsteilen Voldagsen und Salzburg umfasse großzügig geschätzt etwa lediglich 750 Bürger. Nach diesen Zahlen aus dem Jahr 2014 entfallen somit knapp elf Prozent auf den Flecken Coppenbrügge und rund 89 Prozent auf den Flecken Salzhemmendorf. Breyer vermutet, dass sich die Nutzerzahlen in einem ähnlichen Rahmen bewegen. Somit ergebe sich aus dem Flecken Salzhemmendorf ein deutlich höheres Nutzerpotenzial als aus dem Flecken Coppenbrügge. Mit einem Ausbau des Bahnhofs Voldagsen könnte sich die Zahl sogar noch deutlich erhöhen, nämlich dann, würden die Busse der Nahverkehrsgesellschaft Hameln-Pyrmont den Bahnhof wieder direkt anfahren und Voldagsen wieder als Hauptumsteigestation zwischen Bahn und Buslinien nach und von Hemmendorf beziehungsweise Lauenstein und den Ortschaften im Saaletal zwischen Salzhemmendorf und Thüste/Wallensen berücksichtigt.

Die direkte Anfahrt des Bahnhofs Voldagsen sei vor einiger Zeit eingestellt worden mit der Begründung, die Anfahrtswege seien in keinem guten Zustand. Auch sei die Wendemöglichkeit für Busse beanstandet worden. „Entsprechende Baumaßnahmen könnten diese Mängel beseitigen“, so Breyer. Der Bahnhof könnte dann zu gegebener Zeit künftig ein günstiger Anfahrpunkt für Ortsbusse sein.

Der Bahnhof in Voldagsen – die Arbeitsgemeinschaft Senioren will ihn unbedingt erhalten wissen.

Die Verlegung des Haltepunktes hätte für die Salzhemmendorfer auch finanzielle Nachteile. Besonders mit der Anfahrt in einem Taxi, die sich durch den verlängerten Anfahrtsweg um zwei Euro verteuern würde. Der verlängerte Anfahrtsweg zum Wini-Betriebsgelände würde sich mit einem Taxi um rund zwei Euro verteuern, vermuten die Mitglieder der Senioren-AG, die sich in ihrer jüngsten Sitzung gegen den neuen Haltepunkt ausgesprochen hatten. „Die Arbeitsgemeinschaft bittet die Verwaltung und die Kommunalpolitik der Gemeinde Salzhemmendorf um entsprechende Unterstützung“, appellierte Breyer in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Soziales, Sport und Mobilität. Mit einem Schreiben an die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen will die AG nun ihre Gründe für den Erhalt des Bahnhofs darlegen.

Pommerening bestätigt, dass die Gemeinde Salzhemmendorf bislang nicht offiziell über die Baupläne eines neuen Haltepunkts informiert worden sei. „Ich gehe aber davon aus, dass das bald geschehen wird.“



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