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Spurensuche: Die Gründer der gleichnamigen Stiftung sind in Vergessenheit geraten

Wer war Wrede-Jakob?

Lauenstein. Seit 2001 werden der DRK-Ortsverein Lauen-stein sowie die evangelische und die katholische Kirchengemeinde mit einer jährlichen Zuwendung aus der Wrede-Jakob-Stiftung bedacht. Die Spende ist zweckgebunden an die Seniorenarbeit. „In unserem Verein fließt das Geld in eine Busfahrt ins Blaue, die wir jedes Jahr mit den Senioren veranstalten“, betont Elke Zimmermann, die ehemalige Vorsitzende des DRK-Ortsvereins. Der Ausflug werde jedes Mal abgerundet mit Kaffee und Kuchen.

veröffentlicht am 28.04.2015 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 16:41 Uhr

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Autor:

Christiane Stolte
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Die Stiftung ist vielen Bürgern in Lauenstein bekannt. Kaum bekannt und mittlerweile in Vergessenheit geraten ist jedoch der Urheber der Stiftung. Wer war Wrede-Jakob? Handelt es sich um eine Person oder um mehrere Namensgeber? „Die Stiftung ist eine sogenannte unselbstständige Stiftung und wird von der Gemeinde Salzhemmendorf verwaltet“, erklärt Rathausmitarbeiter Thomas Hölscher. Die Verteilung der Gelder obliege dem Ortsrat Lauenstein. Der Stiftungszweck ist die Förderung der Seniorenarbeit. Welcher Art, das bleibt den Vereinen selbst überlassen. So wird seit dem Jahr 2001 verfahren.

Der ursprüngliche Zweck der 1949 ins Leben gerufenen Stiftung sah jedoch etwas anderes vor – nämlich, dass älteren Leuten in einem Haus in Lauen-stein ein kostengünstiges Wohnen ermöglicht werden sollte. So war es damals verfügt worden von den Hauseigentümern Hermine und Richard Wrede. Womit eine der Namensbezeichnungen der Stiftung geklärt wäre.

Wer aber war nun „Jakob“? Um das herauszufinden, wurden einige Lauensteiner Bürger zu Detektiven, durchsuchten alte Unterlagen oder gingen in sich, um gedanklich in der Vergangenheit zu forschen. Beispielsweise Wilfried Frenke, Hartmut Höhne, Horst Wichmann, Eva Baum und Gisela Gerstler. Letztere erwies sich als ein Glückstreffer.

„Als Kind und junge Frau habe ich in dem besagten Haus gewohnt“, erinnert sich die 84-Jährige. Mit „Jakob“ sei Heinrich Jakob gemeint. Er sei der Vater von Hermine Wrede gewesen und habe seiner Tochter und seinem Schweigersohn Richard, einem Hamelner Mittelschullehrer, das Haus vererbt. Nach Jakobs Tod riefen die in Hameln lebenden Wredes eine Stiftung ins Leben mit dem Zweck, das Haus an ältere Leute gegen eine geringe Nutzungsgebühr zu vermieten. Gisele Gerstler kann sich noch gut an Heinrich Jakob erinnern. Er sei Standesbeamter gewesen und habe ihrer Meinung nach eine kleine Sparkassenfiliale im Ort geleitet. Sein Hobby sei die Imkerei gewesen. „Bei seinen Bienen war er gern und oft“, blickt die damalige Hausbewohnerin zurück. Zur Mittagszeit sei es ihre Aufgabe gewesen, den „Onkel Jakob“ zum Essen ins Haus zu rufen.

Der Wunsch der Stiftungsgründer, dass sich die Immobilie durch die Mieteinnahmen trägt, erfüllte sich allerdings nicht. Das Haus wurde schließlich an die Gemeinde Salzhemmendorf verkauft und stand dann einige Jahre leer – bis es dann an eine Privatperson verkauft werden konnte. Somit entfiel der ursprüngliche Stiftungszweck. Was sollte aber nun mit dem Erlös aus dem Hausverkauf geschehen? Sollte es ins „Gemeindesäckel“ fließen? „Man einigte sich darauf, den Stiftungszweck zu ändern mit der Zielvorgabe, die Erträge einigen Vereinen und Institutionen zugute kommen zu lassen, die Seniorenarbeit leisten“, erläutert Hölscher. Die Änderung erfolgte 2001. In der jüngsten Sitzung des Ortsrats Lauenstein beschlossen die Kommunalpolitiker, den DRK-Ortsverein Lauenstein und die evangelische Kirchengemeinde mit jeweils 800 Euro zu bedenken, die katholische Kirchengemeinde soll 200 Euro erhalten.



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