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Handys und Internet in Harderode versagen ihren Dienst

Wenn in Wegensen die Hardware streikt

COPPENBRÜGGE/HARDERODE. Jetzt hatte es die Harderoder erwischt: Seit Anfang des Monats kamen aus der Gemeinde Klagen, dass es keinen Handyempfang mehr gäbe. Auch die Nutzung des Internets via LTE war in Harderode nicht mehr möglich.

veröffentlicht am 20.09.2017 um 15:59 Uhr
aktualisiert am 20.09.2017 um 17:30 Uhr

Basismobilfunkstationen sind ein Schwachpunkt der LTE- Technologie. Foto: Vodafone
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
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Es kommt immer wieder vor, dass einige Coppenbrügger keinen oder einen nur verminderten Handyempfang haben. Erst Ende vorigen Jahres kamen entsprechende Beschwerden von Handynutzern aus dem Flecken. Von der Empfangsstörung betroffen waren schon damals Kunden des Mobilfunkanbieters Vodafone..

Einer der betroffenen Harderoder war Torsten Rathsmann. Und der fühlt sich von der Hotline des Mobilfunkanbieters ebenso wie Mitbetroffene im Ort nach deren Beschwerden übel hingehalten. Rathsmann: „Von ‚ich kann keine Störung erkennen‘ …bis ‚wir sind noch dran‘ war das komplette Antwortenportfolio vertreten.“ Die Handys und Internets in Harderode wenigstens blieben erst einmal weiter still.

Viele Harderoder ärgert das umso mehr, als sie einmal gehofft hatten – wie von Vodafone versprochen – per LTE-Technologie im Ithdorf Harderode an den Segnungen moderner Digital-Technologie teilhaben zu können. Denn als sie erfuhren, dass die Telekom kein Breitbandkabel legen lassen würde, hatten viele Harderoder die Telekom verlassen und waren zu Vodafone gewechselt, um den Zug der Digitalisierung nicht zu verpassen. Und durch Außenantennen, Richtung Wegensen gerichtet, schien sich das Märchen vom schnelleren Internet auch erst mal zu erfüllen.

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„Doch wie die Stimmung, so schwankte auch die Zuverlässigkeit dieser neune zukunftsweisenden Technologie. Gemeindebürgermeister Hans-Ulrich Peschka bekam Wind von der Unzufriedenheit seiner Bürger und lud Führungskräfte von Vodafone ins Feuerwehrhaus nach Harderode ein“, erinnert sich Torsten Rathsmann. Diese erklärten den ratlosen Bürgen dann, dass diese zukunftsweisende Technologie nur zur Steigerung des mobilen Surfens und Telefonierens angedacht war. Einen Ersatz für Festanschlüsse kann LTE gar nicht leisten. Die Bürger waren genauso ratlos wie zuvor. Zumal ihnen für die Zukunft vorhergesagt wurde, dass es noch schlimmer kommen kann, da immer neue LTE Smartphones vom Funkmast Wegensen gespeist werden, und dass dieser schon grenzwertig ausgelastet sei. Rathsmann: „Großzügig wurde ein Sonderkündigungsrecht eingeräumt. Eine Rückkehr zur Telekom allerdings ist nicht möglich.“

Fortan arrangierten sich die Harderoder also mit der schwankenden Leistung. Doch mit der jüngsten andauernden Störung konnten sie sich so gar nicht mehr anfreunden. Und erst eine Recherche unserer Zeitung am Montag dieser Woche könnte nun eine Lösung für die verärgerten Harderoder gebracht haben.

Nachdem wir am Montag mit der Vodafone-Pressestelle gesprochen und gegen 15 Uhr eine schriftliche Mail-Anfrage wegen der Dauerstörung gestellt hatten, kam gestern ein Rückruf von Volker Petendorf, Chef vom Dienst der Vodafone-Pressestelle: In Harderode seien gleich am Dienstag den ganzen Tag Techniker vor Ort gewesen, um nach dem Fehler zu suchen, hieß es. Und auch die Basismobilfunkstationen in Salzhemmendorf, Wegensen und Wallensen seien überprüft worden, teilte Petendorf mit. Dabei habe sich herausgestellt, dass der Sender Wegensen wegen eines Hardware-Defekts nicht die volle Leistung gehabt hätte. Petendorf: „Seit Montag, 19 Uhr ist die Station wieder o.k., und unsere Techniker haben die Leistung kontinuierlich durchgemessen. Alles müsste wieder im Normalbetrieb sein.“

Für den Harderoder Torsten Rathsmann ist das jedoch „eine dreiste Lüge“. Er meldete gestern weiter Leistungsschwankungen im Raum Coppenbrügge, bei der Handys versagten und das Internet streikte. Bleibt ihm als Trost: „Mittlerweile liegt das Kabel bis Haus Harderode beziehungsweise bis Bremke als Grenze vom Landkreis Holzminden. Und der Landkreis Hameln-Pyrmont hat immerhin schon das Bieterverfahren eröffnet“, so der verärgerte Harderoder.

Mein Standpunkt
Joachim Zieseniß
Von Joachim Zieseniß

Der Ärger um die LTE-Technologie in der Ith-Region zeigt, wie richtig die Entscheidung des Landkreises Hameln-Pyrmont ist, den Ausbau des eigenen Glasfasernetzes bis in den letzten Winkel mit hohem Druck voranzutreiben. Nur so können Leistunsschwankungen oder sogar Totalausfälle bestmöglich abgestellt werden. Nur so kann sich der Traum zukunftsweisender Internet-Technologie für alle erfüllen.

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