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Mit eingeschränkten Baumöglichkeiten soll Thüste geschützt werden

Wenn das Jahrhunderthochwasser kommt

Thüste. Als Schutz vor Hochwasser soll nun für die Thüster Beeke ein Überschwemmungsgebiet festgelegt werden. In diesem Bereich, der bei starkem Hochwasser überflutet ist, sind fortan Baumaßnahmen nur noch in Absprache mit der Unteren Wasserbehörde möglich.

veröffentlicht am 01.03.2016 um 18:24 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:49 Uhr

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Autor:

von MAike Lina Schaper
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Thüste. Manch ein Thüster wird sich noch erinnern, wie in schlimmen Hochwasserjahren die Straßen und Höfe in Hameln-Pyrmonts „Klein Venedig“ unter Wasser standen. Davon ist der Ort in den letzten Jahren verschont geblieben, doch Hochwasser könnte jederzeit wieder auftreten und dabei die sonst so beschauliche Beeke zum Überlaufen bringen. Die Internetseite der Gemeinde Salzhemmendorf weiß von zwei Hochwassern der Thüster Beeke in der Vergangenheit: Am 4. Februar 1909 und am 3. Januar 1932. Rein statistisch tritt alle 100 Jahre ein starkes Hochwasser – das sogenannte Jahrhunderthochwasser – auf, bei dem der Pegelstand ungewöhnlich hoch ist. Weil es sich dabei um einen Mittelwert handelt, kann ein Jahrhunderthochwasser auch mehrmals in 100 Jahren auftreten – oder auch jahrhundertelang ausbleiben.

Der Landkreis hat von Experten des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) eine Übersicht berechnen lassen. In den eingezeichneten Grenzen soll offiziell das Überschwemmungsgebiet der Thüster Beeke festgesetzt werden. Dazu bemerkt das NLWKN, dass in der Karte nur dargestellt werde, was sich in der Natur bei Hochwasser von selbst einstelle. Der Landesbetrieb drückt es auch noch anders aus: „Überschwemmungsgebiete werden bei Hochwasser immer überschwemmt – auch ohne staatliche Ausweisung.“ Ein festgesetztes Überschwemmungsgebiet habe aber einen entscheidenden Vorteil: „Wer das im Hochwasserfall überschwemmte Gebiet kennt, kann schon im Vorfeld die Schäden minimieren – sei es durch eine Einschränkung der Baumaßnahmen oder eine Änderung der Nutzung.“ Denn das Freihalten der Überschwemmungsgebiete sei der beste Hochwasserschutz.

Für die Bürger heißt das, dass sie nur noch eingeschränkt auf ihrem Gelände bauen dürfen, sofern dieses im eingezeichneten Überschwemmungsgebiet liegt. Selbst das Setzen eines Weidezaunes muss zunächst mit der Unteren Wasserbehörde des Landkreises abgesprochen werden. Und das vier Wochen im Voraus. Darunter fallen neben Weidezäunen auch das Aufstellen von Viehtränken, die Verlegung von unterirdischen Leitungen sowie jedweder Eingriff in die Natur am Fluss. Alles darüber hinaus bedarf einer zusätzlichen behördlichen Genehmigung. Wer im Überschwemmungsgebiet baut ohne Genehmigung, dem droht eine Geldstrafe bis zu 50 000 Euro.

Viele Grundstücke in Thüste liegen direkt an der Beeke und sind über die zahlreichen kleinen Brücken mit der Straße verbunden. Foto: ms

Alles, was bereits steht, bleibt hiervon allerdings unberührt. Was steht, das steht. Was im Überschwemmungsgebiet noch ohne Absprache zugelassen ist: das Pflanzen von einzelnen Bäumen und Sträuchern sowie die Aufstockung vorhandener Gebäude und Dachausbauten, sofern dadurch keine Vergrößerung der Grundfläche entsteht.

Zwischen dem 14. März und dem 14. April werden die Unterlagen über die Festsetzung des Überschwemmungsgebietes öffentlich im Salzhemmendorfer Rathaus und dem Umweltamt in Hameln ausliegen.



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