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„…weil man uns die Bildung klaut“

200 KGS-Schüler demonstrieren in Salzhemmendorf gegen Pläne der Landesregierung

veröffentlicht am 28.11.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 00:21 Uhr

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Autor:

Ingrid Stenzel
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Salzhemmendorf. „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut“ – dazu schrille Trillerpfeifen in der Mittagszeit. Zwei Tage, nachdem 6000 Schüler in Hannover gegen die von der Landesregierung geplante Verschlechterung der Arbeitsbedingungen für Lehrer demonstriert hatten, gingen gestern rund 200 Schüler der KGS auf die Straße. „Wir demonstrieren nicht für die Lehrer, sondern für uns, unsere Bildung, unsere Zukunft“, betont Niklas Köhne (17), Vorsitzender der Schülervertretung (SV), die zu dem Protest aufgerufen hatte. „Weil wir die Konsequenzen sehen, die aus der geplanten Mehrbelastung der Lehrer bei gleichzeitig reduzierter Altersermäßigung entstehen werden: weniger Zeit zur Unterrichtsvorbereitung, folglich weniger Unterrichtsqualität für uns, weniger Bildung, weniger Förderung des Einzelnen, schlechtere Zukunftsperspektiven für Schüler. Für uns geht es, wenn man mal weiterdenkt, um viel mehr als nur eine zusätzliche Lehrerwochenstunde. Das wollen wir uns nicht gefallen lassen.“ Köhne hat aber auch persönliche Gründe: Er will Lehrer werden, „meine Chancen, 2019 eine Stelle zu bekommen, liegen aktuell bei 35 Prozent. Durch die rot-grünen Pläne werden sie noch geringer, weil es weniger Stellen geben wird. Wer will dann noch Lehrer werden“? Großen Wert legt Köhne auf die Feststellung, dass die Schüler keineswegs von Lehrern zur Demonstration aufgefordert worden seien. Den Plan, freiwillige Leistungen wie Klassenfahrten oder Sportgala zu streichen, „sehen wir ein, auch wenn’s wehtut und wir natürlich alles behalten wollen, weil es zum Miteinander an unserer Schule gehört. Aber dies ist die einzig mögliche Form des Protestes für unsere engagierte Lehrerschaft, der diese Entscheidung sicher nicht leicht fällt“. Gelder für Bildung gerade durch Mehrfachbelastung von Gymnasial- und älteren Lehrern zu sparen, bedeute unweigerlich Qualitätsverlust, sei kontraproduktiv zur erklärten Bildungsoffensive und könne nur der falsche Weg auf dem Rücken von Lehrern und Schülern sein, so die KGS-Schülervertretung. Unterricht ist wegen der Demo nicht ausgefallen, weil sie von der SV auf die Zeitleiste der freiwilligen Arbeitsgemeinschaften gelegt worden war. In einem Brief waren die Eltern informiert und um Einverständnis zur Teilnahme ihres Kindes gebeten worden. „Wenn Ihr Kind die Problematik versteht und es sich eine eigene Meinung darüber gebildet hat, würden wir uns über die Unterstützung des politischen Engagements freuen.“

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