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Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr steht Rede und Antwort – aber Lösung nicht in Sicht

Weil Geld fehlt, bleibt’s vorerst gefährlich

Bisperode (gro). „Die Lkw brettern hier ganz schön lang“, stellt Reinhard Mentz vom Lebensmittel- und Getränkemarkt in Bisperode fest. Nicht nur für die Bürger, und da insbesondere für die Älteren, sei es gefährlich, die Straße zu queren, auch für ihn, wenn er mit seinem Schankwagen den Hof verlassen wolle, um auf die Hauptstraße einzubiegen. „Ich habe einen leichten Verlust bei den Einnahmen und stelle auch fest, dass der eine oder andere nicht mehr zum Einkaufen kommt. Ob das allerdings auf den starken Verkehr zurückzuführen ist, kann ich nicht sagen“, sagt Mentz.

veröffentlicht am 01.09.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 02:41 Uhr

Rücksichtsloses Verhalten und „Durchbrettern“ der Lk
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Dass die Lastkraftwagenfahrer mit ihren Fahrzeugen anscheinend mit weit mehr als 50 Stundenkilometern durch den Ort Bisperode „brettern“, beobachtet nicht nur Mentz, auch viele andere Ortsbewohner machten ihrem Ärger Luft darüber in einem eigens anberaumten Bürgergespräch mit Bürgermeister Hans-Ulrich Peschka und Markus Brockmann von der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsstelle Hameln. Rücksichtslos werde dort gefahren, und es gebe Stellen an der Landesstraße 425 in Bisperode, die nur mit Risiko für Leib und Leben überquert werden könne. In Bessingen, so Einwohner, würde die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer fast von allen missachtet, und die teilweise immer noch „durchdonnernden“ Lkw würden starke Vibrationen in den Häusern direkt an der Straße hervorrufen.

Dass das Geschirr in den Schränken „klirre“, sei schon normal. Allein die Empfehlung für den Schwerlastverkehr, Bessingen zu umfahren, reiche nicht mehr aus. Für den müsse eine Sperrung erwirkt werden und für Bisperode eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer innerhalb des Ortes. Das sei die geringste Forderung für beide Orte, zumindest solange, wie der Schwerlastverkehr aufgrund der Straßensituation in Lauenstein dorthin umgeleitet werde.

Markus Brockmann sei der Einladung zum Bürgergespräch gerne gefolgt, denn „ich will hier zu dem Thema Rede und Antwort stehen“. Eigentlich müsse die Situation bald behoben sein, denn auch der Steinbruchbetreiber habe sich schon an „höherer Stelle“ beschwert, weil er durch die Situation Einnahmeeinbußen habe. Im Moment sei die Behörde dabei, die Kosten für die Sanierung der Straße nach Lauenstein zu ermitteln. „Die Millionengrenze wird dabei wahrscheinlich angekratzt werden“, so Brockmann. Zurzeit stehe aber kein Geld zur Verfügung, und daher werde ein Plan „für die Schublade“ erarbeitet, um sofort nach einer Mittelzuweisung mit der Sanierung beginnen zu können. „Ganz vorsichtig gesagt: Es ist nicht ausgeschlossen, dass hier im nächsten Jahr gebaut wird, aber in trockenen Tüchern ist das alles noch nicht“, so Brockmann.

Damit ist für die Bürgerinnen und Bürger in Bisperode und Bessingen klar: Die momentane Verkehrssituation ändert sich auf kurze Sicht nicht. Bis 2011 wird es bestimmt noch dauern, und die auch noch von einigen im Bürgergespräch angesprochene Verschärfung des Verkehrs durch Rübenabfuhr und Biomassetransporte durch die Orte muss zumindest in diesem Herbst ertragen werden. Die Nachfrage an Brockmann und Bürgermeister Peschka, ob man denn nicht noch mehr Druck machen könne, damit die Straße schneller saniert werden kann, wurde von beiden positiv beantwortet. Landtagsabgeordnete müssten eingeschaltet werden, und der Vorschlag aus der Versammlung, eine Unterschriftenaktion zu starten, wurde von Peschka aufgenommen. „Wir werden von der Verwaltung aus ein Schreiben aufsetzen mit der Bitte, die finanziellen Mittel für die Straßensanierung so schnell wie möglich zur Verfügung zu stellen und eine Geschwindigkeitsbegrenzung in Bisperode, zumindest solange diese Situation andauert, auf Tempo 30 zu beantragen und durchzusetzen.“

Dieses Schreiben werde dann mit den Unterschriften derer, die das unterstützen wollten, an die maßgeblichen und entscheidenden Stellen, bis hin zum Ministerium, weitergeleitet.



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