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Was tun nach dem Tod einer Mieterin?

Oldendorf (sto). Stirbt ein allein lebender Mieter, kündigen die Erben innerhalb der gesetzlichen Frist den Mietvertrag, kümmern sich um die Beerdigung, räumen die Wohnung aus und führen gegebenenfalls Renovierungsarbeiten durch. Das ist der gesetzlich geregelte Idealfall für den Vermieter. Aber Theorie und Praxis klaffen im Leben oft auseinander, manchmal sogar im Todesfall.

veröffentlicht am 07.01.2011 um 18:35 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 19:21 Uhr

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Nicht immer geht alles „glatt über die Bühne“. Nämlich dann, wenn die Erben das Erbe ausschlagen, die Wohnung nicht ausräumen und sich auch nicht um die Beerdigung kümmern.  „Das bleibt dann alles am Vermieter hängen“, betont Hauseigentümerin Petra Krause-Wloch. Nach dem Tod ihrer 61-jährigen allein lebenden Mieterin, deren Angehörige das Erbe ausgeschlagen hatten, habe für sie ein regelrechtes Martyrium begonnen – in Form von Unannehmlichkeiten, Behördengängen, Kosten, die sie zu tragen hatte, fehlenden Mieteinnahmen und einer Menge Arbeit durch das Ausräumen der Wohnung.

 Sogar mit der Beerdigung habe es Probleme gegeben, sagt Krause-Wloch, weil sich zunächst kein Familienmitglied darum kümmern wollte. Schließlich habe sich dann eine Schwester der Verstorbenen dazu bereiterklärt. Andernfalls hätte sich Petra Krause-Wloch als Vermieterin wegen der Bestattung mit der Gemeinde in Verbindung setzen müssen.
 Mit dem Ausräumen der Wohnung hätte Petra Krause-Wloch zwar eine Firma beauftragen können, hatte jedoch aus Kostengründen davon abgesehen und alles allein „geschultert“.

So hat sie Zeitungsinserate aufgegeben, um sämtliche in der Wohnung befindlichen Möbel, Gegenstände und Kleidungsstücke günstig zu verkaufen oder sogar zu verschenken. Aber die Resonanz war schleppend.  Mittlerweile sind neun Monate seit dem Tod der Mieterin vergangen, und noch immer hat Petra Krause-Wloch überall in ihrem Haus etliche Dinge aus dem Nachlass herumstehen. Die verstorbene Mieterin ist somit noch allgegenwärtig.

 „Meine Erfahrungen haben mich gelehrt, dass tot noch lange nicht tot ist“, betont die Hauseigentümerin. Als Vermieter stecke man in allem drin. Sie habe sich mit Dingen auseinandersetzen müssen, von denen sie vorher absolut keine Ahnung gehabt habe. Bei vielen Leuten habe sie versucht, sich über ihre Rechte und Pflichten als Vermieterin schlau zu fragen, aber hauptsächlich „schwammige Antworten“ erhalten, da sich die meisten mit dieser Materie nicht hinreichend auskennen. Dann habe sie sich an den in Hameln ansässigen Verein „Haus & Grund“ gewandt, in dem sie als Hauseigentümerin Mitglied sei. „Dort wurde mir empfohlen, beim Amtsgericht einen Nachlasspfleger zu beantragen“, erinnert sich Petra Krause-Wloch.
 Gesagt, getan. Bevor der Nachlasspfleger sich jedoch die Wohnung angesehen hat, mussten zunächst die Fristen zur Erbausschlagung abgewartet werden. „Solange muss der Vermieter ausharren. Dass er während dieser Zeit Mieteinbußen hat, interessiert den Gesetzgeber leider nicht“, bedauert die Vermieterin.
 Nachdem dann die Frist abgelaufen war und die Angehörigen das Erbe ausgeschlagen hatten, habe der Nachlasspfleger die Wohnung nach Wertgegenständen untersucht, aber keine gefunden. Somit sei seine Tätigkeit beendet gewesen. „Das Ausräumen der Wohnung war nun mein Part. Ebenso die Renovierung“, erzählt die Hauseigentümerin. Mittlerweile sei die Wohnung wieder vermietet.



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