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Insolvenz der Therme bereitet Kummer

Was sich die Salzhemmendorfer Bürgermeister für 2018 wünschen

SALZHEMMENDORF. Welche Ereignisse haben den Gemeindebürgermeister und die sieben Ortsbürgermeister des Fleckens im abgelaufenen Jahr bewegt? Worüber haben sie sich gefreut? Was hat sie geärgert? Wie sehen ihre kommunalpolitischen Wünsche für 2018 aus? Die Dewezet hat nachgefragt.

veröffentlicht am 17.01.2018 um 15:27 Uhr
aktualisiert am 17.01.2018 um 18:47 Uhr

Eine positive Entwicklung der Ith-Sole-Therme – einer von vielen Wünschen der Salzhemmendorfer Bürgermeister. Fotos: Wal/Archiv
Stolte Christiane

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Christiane Stolte Reporterin
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Die Haushaltslage des Fleckens, der Hochwasserschutz, der Nahverkehr, die Zukunft der Ith-Sole-Therme, Arbeitsplatzbeschaffung, der zügige Ausbau einer schnellen Breitband-Internetversorgung und mehr Akzeptanz für die Kommunen gehören zu den Themen, die die Politiker auch in diesem Jahr beschäftigen werden.

„Die Kommunen müssen durch Bund und Land als Partner wahrgenommen und die Kompetenzen auf kommunalpolitischer Ebene anerkannt werden“, appelliert Gemeindebürgermeister Clemens Pommerening. Mit einer ausreichenden Finanzausstattung könnten die Probleme vor Ort gelöst werden. Das derzeitige System mit Förderungen und vielen Anforderungen hemme Entscheidungsprozesse und teilweise sogar gute Ideen, ärgert sich der Verwaltungschef. Die Zielvereinbarungen mit dem Land Niedersachsen sei ein wichtiger Schritt, um aus der seit vielen Jahren bestehenden finanziellen Problemlage herauszukommen. „Es liegen zwar noch anstrengende Jahre vor uns, aber es geht in die richtige Richtung“, so der Verwaltungschef. Für die Zukunft wünscht er sich, auch außerhalb des Flecken möge wahrgenommen werden, dass es sich in Salzhemmendorf sehr gut leben lasse – bei hoher Qualität und einem guten Miteinander.

Das gute Miteinander bewegt auch Karsten Appold in positiver Hinsicht. Bester Beweis sei die gute Resonanz am Frühlingsempfang der Vereine gewesen. „Die gute Gemeinschaft bringt durch Einsatz und Ehrenamt viel Lebensqualität in den Ort“, betont Salzhemmendorfs Ortsbürgermeister. Gefreut habe er sich unter anderem über die Neueröffnung der Ortsbücherei, die weitere Sanierung der Schwimmhalle und über den Beschluss, im Jahr 2019 ein Söltjerfest durchzuführen.

K. Appold
  • K. Appold
K.-H. Grießner
  • K.-H. Grießner
Th. Hampe
  • Th. Hampe
G. Rathing
  • G. Rathing
F. Lücke
  • F. Lücke
E. Weber
  • E. Weber
„Das Doppelte an regenerativen Strom erzeugt als insgesamt verbraucht wird Clemens Pommerening Bürgermeister Salzhemmendorf
  • „Das Doppelte an regenerativen Strom erzeugt als insgesamt verbraucht wird Clemens Pommerening Bürgermeister Salzhemmendorf
K. Appold
K.-H. Grießner
Th. Hampe
G. Rathing
F. Lücke
E. Weber
„Das Doppelte an regenerativen Strom erzeugt als insgesamt verbraucht wird Clemens Pommerening Bürgermeister Salzhemmendorf

Trotz der positiven Dinge hatte der Grüne aber auch Grund, sich zu ärgern – unter anderem über die wenigen finanziellen Mittel, die den Kommunen zur Verfügung stehen, über den Verlust von Arbeitsplätzen, über zurückgehende Einwohnerzahlen, über fehlende altengerechte Wohnungen und über den Nahverkehr. „Der existiert nur, wenn die KGS Unterricht hat.“ Seine Wünsche: Eine positive Entwicklung der Ith-Sole-Therme, mehr Tourismus und eine wirtschaftliche Entwicklung, um nur einige zu nennen.

Auch Karl-Heinz Grießner, Ortsbürgermeister von Wallensen, Thüste und Ockensen, blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Positiv bewegt habe ihn die große Beteiligung der Dorfgemeinschaft bei „Kultur in den Höfen“ in Wallensen. „Negativ bewegt hingegen hat mich, dass es trotz eines großen bürgerschaftlichen Engagements nicht gelungen ist, unser Freibad in Wallensen zu erhalten.“ Durch die Schließung verliere der Ort eine weitere wichtige infrastrukturelle Einrichtung. Zu seinen „Ärgerthemen“ gehören außerdem der verzögerte Bau des Rad- und Wanderweges auf der alten Bahntrasse um Thüste herum sowie weitere Baumaßnahmen, mit denen eigentlich im vergangenen Jahr begonnen werden sollte. Besonders geärgert haben den Sozialdemokraten die am Gemeinschaftsfeuerwehrhaus aufgetretenen Bauschäden, deren Beseitigung viel Geld gekostet habe. Grießners Wünsche: Eine Arbeitsgruppe soll unter professioneller Leitung Ideen sammeln, um die Ortschaften attraktiver zu gestalten und zu beleben. Auch die Verbesserung des Hochwasserschutzes liege ihm am Herzen. Worauf er sich am meisten freut, ist das Stadtfest in Wallensen im August.

Thomas Hampe, Ortsbürgermeister von Oldendorf, hebt in seiner Jahresbilanz den Erhalt des Sportplatzes für die Allgemeinheit als Freizeitanlage hervor. „Ein Verkauf, der gegen den Willen des Ortsrats beschlossen worden war, konnte abgewendet werden“, freut sich der Politiker (Aktive Bürger). Geärgert hat er sich, dass der kommunale Haushalt nicht ausgeglichen werden konnte und die finanziellen Handlungsspielräume „eigentlich gleich Null“ seien. Hampes Wünsche für die Zukunft: Beim Thema „Straßenverkehr“ sollten auch die Belange der schwächeren Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer gleichermaßen berücksichtigt werden wie die Belange der Kraftfahrer. „Oldendorf braucht ein Konzept, ob mit oder wohl ohne Ortsumgehung“, appelliert Hampe.

Im Großen und Ganzen haben die Bürgermeister des Fleckens ähnliche Wünsche. So auch Torsten Hofer, Ortsbürgermeister von Osterwald. Am meisten jedoch wünscht er sich für den Bergort, ein weiterhin faires, konstruktives Miteinander und gutes ehrenamtliches Engagement der Bürger. „Darüber hinaus freue ich mich, möglichst viele Neubürger bei den Veranstaltungen im Ort begrüßen zu können“, betont der SPD-Politiker. So „richtig geärgert“ habe er sich im vergangenen Jahr eigentlich nicht.

Was hat Friedrich Lücke, Ortsbürgermeister von Hemmendorf, 2017 besonders bewegt? „Einiges“, betont der CDU-Politiker. Unter anderem hauptsächlich die Einführung der Sozialstaffel in der Kinderbetreuung, die bevorstehende Schließung des Steinbruchs, durch die Arbeitsplätze und Gewerbesteuern wegbrechen und die Insolvenz der Ith-Sole-Therme im vergangenen Jahr, die mittlerweile jedoch von sieben Salzhemmendorfern übernommen wurde.

Sehr geärgert hat sich Lücke ebenfalls über den Wasserschaden im Feuerwehrgemeinschaftshaus. „Vor allem aber über die Tatsache, dass wieder mal niemand haftbar gemacht werden kann“, entrüstet sich der Politiker. Seine Wünsche für die Zukunft: Mehr jüngere Bürger, die sich in die Dorfgemeinschaft einbringen und auch Verantwortung übernehmen; die dringende Sanierung des Fußwegs an der Bürgermeister-Marahrens-Straße in Hemmendorf und: „Der ehemalige Ratskeller möge endlich zusammenfallen.“ Bauaufsicht und das Ordnungsamt sollten ihren Job „richtig ausüben“ und sich um das immer maroder werdende Gebäude kümmern.

Günther Rathing (Aktive Bürger), Ortsbürgermeister von Benstorf, bedauert, dass sich immer mehr Wirtschaftsunternehmen aus dem Flecken zurückziehen – zum Beispiel das Rheinkalk-Werk, Banken und Sparkassen. Er hofft, dass die Sole-Therme und die vorhandene Infrastruktur dem Flecken erhalten bleiben. Seine Wünsche: Eine umfangreichere Unterstützung der Gemeinde bei der Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses, eine bessere Verkehrsregelung der Zu- und Abfahrt des Rasti-Lands, eine Aufsplittung stark beschädigter Straßen, wie beispielsweise Kaiserstraße, Kruggasse und Hirtengasse in Oldendorf sowie umfangreichere Reparatur- und Pflegearbeiten im Ort. Sein Wunsch für die Zukunft: „Mehr freiwillige Bürger, die sich für den Erhalt des Dorfes engagieren.“

Bürger, die sich ehrenamtlich einbringen, seien für einen Ort wie das „Salz in der Suppe“. Die Arbeit der Vereine könne deshalb nicht genügend gewürdigt werden. „Schade aber ist, dass den Vereinen die Arbeit durch immer neue Auflagen erschwert wird“, bedauert Erich Weber, SPD-Ortsbürgermeister in Lauenstein. Ob bei Schankgebühren oder beim Kuchenverkauf – in vielerlei Hinsicht machen sich die vom Bund und Land erlassenen Gesetze bemerkbar und erschweren den Ehrenamtlichen die Arbeit. Webers Wunsch für die Zukunft: Das Ehrenamt müsse noch mehr gestärkt werden.



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