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Jugendliche engagieren sich freiwillig für das Allgemeinwohl

Was macht eigentlich ein Bufdi?

COPPENBRÜGGE. „Hallo Constantin“, rufen einige Schüler, während sie sich auf einem Klettergerüst austoben. Es ist Pause in der Grundschule am Ith. Constantin Bojarra hat „Aufsicht“. Ein Lehrer ist der 19-Jährige zwar nicht, aber die Schüler respektieren ihn. Constantin ist ein Bufdi, engagiert sich freiwillig.

veröffentlicht am 17.04.2017 um 15:26 Uhr

Constantin Bojarra, Antonia Neufeld, Reimar Rauer, Katharina Brunkow und Lina Müller (von links) mit Schülern auf dem Pausenhof der Grundschule am Ith in Coppenbrügge. Foto: sto
Stolte Christiane

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Christiane Stolte Reporterin
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Constantin ist im Unterricht dabei, isst mit den Kindern zu Mittag und hilft ihnen in der Nachmittagsbetreuung bei den Hausaufgaben oder wirkt aktiv bei den schulischen Freizeitangeboten mit. Die Schüler duzen ihn und fragen ihn hin und wieder um Rat, wenn ihnen irgendwo „der Schuh drückt“. Der Hastenbecker und ehemalige Schüler der Handelslehranstalt Hameln ist „Bufdi“ bei ihnen an der Schule. Und eine „Bufdine“ gibt es auch. Sie heißt Lina Müller und ist 20 Jahre alt. Beide engagieren sich seit 2016 an der Schule im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes.

Der Bundesfreiwilligendienst („Bufdi“) ist ein Angebot an junge Frauen und Männer, sich außerhalb von Beruf und Schule für das Allgemeinwohl zu engagieren – im sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich oder im Bereich des Sports, der Integration sowie im Zivil- und Katastrophenschutz. „Das freiwillige Engagement bietet außerdem die Möglichkeit, in einen Beruf hineinzuschnuppern, bevor man sich für ihn entschieden hat“, betont Schulleiterin Benedikta Simeth. Genau aus diesem Grund hatten sich Constantin Bojarra und Lina Müller im vergangenen Jahr für den Bufdi entschieden. Beide nämlich möchten auf Lehramt studieren. „Meine Bufdi-Tätigkeit hat meinen Berufswunsch gefestigt“, betont Constantin. Seine Aufgabe an der Grundschule am Ith besteht darin, sich schwerpunktmäßig um Kinder aus Flüchtlingsfamilien zu kümmern und sie durch den Schultag zu begleiten – allen voran in den Fächern Mathematik und Deutsch. Auch für Lina steht fest, dass sie Lehrerin werden möchte. „Am liebsten Grundschullehrerin“, so die Salzhemmendorferin. Der Bufdi habe sie in ihrem Vorhaben bestärkt.

Insgesamt sind im Flecken Coppenbrügge derzeit vier Bufdis beschäftigt – nämlich noch Katharina Brunkow aus Bisperode und Antonia Neufeldt aus Bodenwerder. Letztere versieht ihren Dienst an der Grundschule Bisperode. Hauptsächlich hilft sie den Schülern bei Mathe und Deutsch, wirkt bei der Essensausgabe mit und unterstützt schulische Freizeitangebote. Ihr Dienst mache ihr großen Spaß und habe ihren Berufswunsch, Lehrerin zu werden, gefestigt. „Den Bufdi zu absolvieren, war die richtige Entscheidung“, betont die 20-Jährige. Das findet auch Katharina Brunkow. „Bufdi ist eine tolle Sache, denn man bekommt Einblicke, die sonst wahrscheinlich nicht möglich wären“, betont die 19-Jährige. Sie wird eingesetzt in der Jugendpflege Coppenbrügge und betreut die Jugendtreffs in Coppenbrügge sowie in Behrensen. Außerdem arbeitet sie im Rathaus Coppenbürgge, wo sie sich um die Belange von Jugendlichen kümmert und auch die Ferienpass-Aktionen mit organisiert. Auch nach Beendigung ihres freiwilligen Dienstes möchte sie den Kontakt zur Jugendpflege aufrechterhalten. „Vorausgesetzt, ich finde Zeit dazu während meiner Ausbildung“, betont Katharina. Ihr Berufswunsch: medizinische Fachangestellte. Viele Jugendliche kennt sie übrigens von ihrem Engagement in der Freiwilligen Feuerwehr Bisperode.

Der Bufdi endet für die vier jungen Leute zu den Sommerferien. „Deshalb suchen wir nun neue Bufdis“, appelliert Gemeindejugendpfleger Reimar Rauer. Die Tätigkeit wird mit einem monatlichen Taschengeld entlohnt. Jeder, egal, welchen Schulabschluss er absolviert habe, könne sich bewerben. Willkommen seien auch Bewerbungen von Menschen mit Migrationshintergrund. Die Besetzung der Stellen erfolge vorbehaltlich der Zustimmung des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben. Die Bewerber brauchen keine Angst zu haben, ins „kalte Wasser“ geworfen zu werden. „Sie werden eingearbeitet und haben die Möglichkeit, an Seminaren teilzunehmen“, so der Jugendpfleger. Interessierte können sich bei ihm im Rathaus Coppenbrügge unter 05156/781914 oder bei Andrea Wegener (05156/781911) melden.

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