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Logocos will Oldendorfer Standort derzeit nicht ausbauen

Vorerst keine Erweiterung

OLDENDORF. Die Nachricht von der geplanten Erweiterung des Naturkosmetik-Herstellers Logocos sorgte Ende 2015 für ausgezeichnete Stimmung in der Politik. Man war sich einig: Die Erweiterung werde ausdrücklich begrüßt (Karl-Heinz Grießner, SPD) und die positive Entwicklung des Unternehmens sei auch für die Gemeinde gut (Helmut Schmiedekind, Grüne). Für die gewünschten Änderungen in der Bauleitplanung gab es schließlich grünes Licht seitens der Politik. Doch in absehbarer Zeit werden keine Baumaschinen am Unternehmensstandort Zur Kräuterwiese anrücken, macht Vorstandsmitglied Dirk Höfer in einem aktuellen Gespräch mit unserer Zeitung klar.

veröffentlicht am 03.04.2017 um 22:28 Uhr

Die Erweiterungspläne des Naturkosmetik-Herstellers Logocos am Standort in Oldendorf wurden seitens der Kommunalpolitik sehr begrüßt. Wann diese Pläne in die Tat umgesetzt werden sollen, lässt das Unternehmen aber offen. Foto: ms
Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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Als Logocos dem Flecken seinerzeit seinen Erweiterungswunsch mitteilte, verwies das Unternehmen auf die Mitarbeiterzahlen, die seit 2006 von 160 bis auf 340 im Jahr 2015 angestiegen seien und teilte damals mit, dass die „räumlichen Ressourcen zum derzeitigen Zeitpunkt gänzlich erschöpft“ seien. Daher plane „die Logocos Naturkosmetik AG, ihre Produktions- und Lagerstätte am Standort im Flecken Salzhemmendorf zu erweitern“. Eine Formulierung, die Erwartungen weckte, auch wenn freilich noch kein konkretes Datum für den Baubeginn seitens des Unternehmens genannt wurde.

Doch auch wie diese Erweiterung aussehen sollte, wurde bereits mitgeteilt. Östlich des bestehenden Grundstücks plane das Unternehmen, eine 3700 Quadratmeter große Lager- und Kommissionierhalle zu bauen. Der Parkplatz soll für Kunden und Mitarbeiter erweitert werden und auch der alte Siloturm, auf dem heute noch der Schriftzug „Logona“ prangt, könnte abgerissen werden, um diesen Platz für ein neues Verwaltungsgebäude zu nutzen. „Diese Maßnahmen sind Grundvoraussetzungen dafür, den Standort Salzhemmendorf für unser Unternehmen zukunftsfähig zu machen“, heißt es in dem Schreiben von Logocos an die Gemeinde mit Unterschrift des Vorstandsmitgliedes Heinz-Jürgen Weiland. Das Schriftstück stammt vom November 2015. Kurz danach gab Logocos bekannt, dass Weiland den Vorstand des Unternehmens Ende 2015 verlassen werde. Weiland ist einer von mehreren Wechseln, die die Öffentlichkeit in der Vergangenheit bei Logocos wahrnahm. 2013 wurde Logocos an eine Schweizer Holding verkauft, „damit gibt es zwangsläufig den ersten Wechsel in der Geschäftsführung“, sagt Vorstandsmitglied Dirk Höfer. Der Pfälzer ist seit Januar 2015 im Unternehmen.

Für Aufsehen sorgte das Ausscheiden von Ulrich Grieshaber – seit 2011 geschäftsführender Vorstand – wegen unüberbrückbarer Differenzen, wie das Unternehmen im Mai 2014 bekannt gab. Grieshaber sei nach innen und außen als Alleininhaber aufgetreten und habe sich damit etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt. Firmengründer Hans Hansel hatte die Geschäftsführung seinerzeit an Grieshaber übergeben. Grieshabers Position übernahm Alexander Welter, der noch heute gemeinsam mit Dirk Höfer eine Doppelspitze im Vorstand bildet. Die unruhigen Zeiten sollen damit vorbei sein.

Zu dem 2015 vorgestellten Erweiterungsvorhaben sagt Höfer aktuell, dass dieses „absehbar nicht geplant“ sei. Man habe sich mit der geänderten Bauleitplanung die „theoretische Möglichkeit“ geschaffen, „in Zukunft etwas machen zu können“. Eine erste räumliche Not habe das Unternehmen bereits damit beseitigt, dass knapp 50 Mitarbeiter nicht in Salzhemmendorf, sondern in Hannover arbeiten. Vertrieb und Marketing seien Mitte 2016 auf das Expo-Gelände nach Hannover verlegt worden. Als vorteilhaft nennt Höfer auch die gute Infrastruktur in der Landeshauptstadt. Trotzdem stehe man zum Traditions-Standort in Salzhemmendorf: „Die Entscheidung zur Verlagerung ist keine gegen Salzhemmendorf“, betont Höfer. Und weiter: „Wir sind dabei, das Unternehmen weiterhin wettbewerbsfähig zu gestalten, auch an diesem Standort.“

Wie es derzeit um die Unternehmenszahlen steht, dazu hält sich Höfer bedeckt und unterstreicht stattdessen, dass zwischen 2014 und 2016 drei Millionen Euro in das Unternehmen investiert worden seien und in Zukunft noch weitere vier Millionen Euro hinzukommen sollen. Laut Bundesanzeiger, in dem Unternehmenszahlen öffentlich einsehbar sind, hat Logocos 2015 einen Umsatz in Höhe von 51,4 Millionen Euro erzielt. Als Jahresüberschuss werden 1,9 Millionen Euro ausgewiesen. 2014 waren es 48,6 Millionen Umsatz und ein Überschuss von rund 853 000 Euro. 2013 schrieb Logocos bei einem Umsatz von 49,2 Millionen Euro einen Verlust von 615 000 Euro. Zahlen von 2016 sind noch nicht veröffentlicht. Logocos möchte dazu bisher nur so viel sagen, dass der Umsatz 2016 entsprechend dem Markt für Naturkosmetik gewachsen sei. Hier liege das Wachstum bei zirka vier bis fünf Prozent.

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