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Morgen stürmen Jecken das Rathaus / Thema der Session: „Mit dem Kettenhemd durchs Mittelalter“

Vor dem Frohsinn steht ernsthafte Arbeit

Ockensen/Wallensen (gök). Von wegen trübe Wintertage – richtig hoch her geht es in der alten Schule in Ockensen. Fröhliche Stimmen und flotte Musik klingt aus dem Dorfgemeinschaftshaus – der Übungsraum ist Dreh- und Angelpunkt für die Gruppen des Ockenser Carneval-Vereins (OCV). Während im Nebenraum der Schützenverein Schwarzer Bär seine Schießübungen durchführt, fliegen bei den Gardemädchen des OCV die Röcke. Die Betriebsamkeit hat einen besonderen Grund: die fünfte Jahreszeit, die für die Salzhemmendorfer Jecken unmittelbar bevorsteht und mit der Rathausstürmung am morgigen Samstag beginnt.

veröffentlicht am 06.01.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 19:21 Uhr

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Bereits vor der Jahreshauptversammlung Ende Oktober/ Anfang November treffen sich die Pfefferkörner, Garde, Funkys und die anderen und besprechen ihr Programm zur Prunksitzung im Ratskeller in Wallensen. „Bereits bei der Prunksitzung des vorangegangenen Jahres entsteht meist die Idee für das nächste Motto“, so Vizepräsident Friedhelm Braukmann. Während der ruhigeren Vereinsmonate bis zur Jahreshauptversammlung sammelt das Komitee dann seine Ideen für die Umsetzung, beispielsweise für das Bühnenbild. Nach der Sitzung ist vor der Sitzung: Direkt nach den beiden Prunksitzungen werden die Termine mit den Musikern wie Peter Heinemeyer aus Kirchbrak fix gemacht, damit Planungssicherheit herrscht.

„Wir haben das Glück, dass die verschiedenen Gruppen sehr gefestigt und somit auch zuverlässig sind. Sie setzen sich im Herbst das erste Mal zusammen und beraten die Choreografie“, sagt Braukmann. Probleme gebe es mittlerweile nur mit dem vereinseigenen Fischstand – weil er so beliebt ist. Er wird gerne beim Wallenser Stadtfest, beim Weihnachtsmarkt in Ockensen oder auch beim Mostfest eingesetzt. „Es ist aber schwierig, den Stand immer durchgängig mit Mitgliedern zu besetzen. Meistens sieht man die gleichen Gesichter.“ Das eingenommene Geld kommt dem Verein für die zahlreichen auflaufenden Kosten zugute. Denn Bühnenbild und Programmheft reißen Löcher in die Vereinskasse. Klaus Valentin klappert als Ehrenpräsident zusammen mit den Komitee-Mitgliedern die Sponsoren ab, damit das Programm rechtzeitig in Druck gehen kann.

Bei mehreren Terminen werden dann die Eintrittskarten für die zwei Prunksitzungen, die am 11. und 12. Februar im Ratskeller Wallensen über die Bühne gehen, verkauft. Organisiert werden muss die Bestellung der Orden; auch Plakate müssen in der Umgebung verteilt werden.

Einen Tag nach den Prunksitzungen, am Sonntagnachmittag, ist Kinderkarneval angesagt. Hier findet die Jugendarbeit des Vereins ihren Niederschlag. Viele Kinder aus Wallensen, Thüste und dem Kernort Ockensen haben die verschiedenen Gruppen des Vereins durchlaufen. Immer wieder formieren sich Gruppen durch den Einsatz ehrenamtlicher Helfer wie zurzeit Sarah Paulessen, die zusammen mit anderen fünf- bis siebenjährige Kinder betreut. Auch sie werden auftreten.

Das Thema lautet dieses Jahr: „Mit dem Kettenhemd durchs Mittelalter.“ Ein Motto, das reichlich Futter für Sketche und Vorführungen birgt. Besonders gespannt sind die Besucher der Prunksitzungen dabei auf die Fantasie bei den Choreografien oder den gewagten Kostümen des Männerballetts.

Seit einigen Jahren stürmen die Jecken zum Auftakt das Salzhemmendorfer Rathaus – nicht zuletzt wollen sie damit auf die Prunksitzungen aufmerksam machen. Am morgigen Samstag ergattern sie wieder den Rathausschlüssel und haben bis zum Aschermittwoch den Hut auf. „Die schönen Frauen der Garde werden die Politiker um den kleinen Finger wickeln, doch das wird nur ein Vorgeschmack auf die Prunksitzungen im Februar sein“, versprechen die Jecken. Die Garde ist über die Grenzen Salzhemmendorfs beliebt und wird wegen ihres professionellen Auftretens auch ,,gebucht“. Unter Leitung von Jutta Bindewald-Kunze gab es Auftritte beim Stadtfest, der Marienauer Messe oder anderen Karnevalssitzungen. Dabei ist das Üben mittlerweile sehr schwierig geworden, da die jungen Frauen teilweise weit entfernt studieren oder eine Ausbildung begonnen haben. „Schwierig ist es zudem jedes Jahr, genug Freiwillige für den Elferrat zu finden. Zwar gibt es kein Geld, aber immerhin freien Eintritt und freie Getränke“, sagt Braukmann mit Augenzwinkern.

Spektakuläre Sketche, wie hier „Wetten, dass…?“ bei der letzten Prunksitzung, sind wieder im Programm.



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