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Lesefreitag thematisiert Widersinn der Alltagsregeln / Zwei weitere Termine mit der Kulturinitiative „Unser Dorf liest“ im Oktober

Von Passkontrollen an der Tür und anderen Peinlichkeiten

Coppenbrügge (sto). Egal, ob Ehefrau oder Kinder, Freunde oder Fremde – sobald jemand die Wohnung betritt, muss er seinen Pass vorzeigen. Erst nach eingehender Kontrolle durch den Hausherrn darf passiert werden. Ein Stempel im Pass besiegelt den Einlass. Wer seinen Ausweis vergessen hat, bleibt draußen. Ganz klar. Auch ein ungültiges Dokument fällt durch die (peinliche) Passkontrolle. Die Ehefrau ist verzweifelt. Ihr Mann, ein pensionierter Beamter des Passamtes, scheint seinen Ruhestand noch nicht verkraftet zu haben. Hilfesuchend wendet sie sich telefonisch an die Lebensberatungspraxis Dr. Jaeger. Was der „Beichtvater der Nation“ der Frau rät, erfuhren die Besucher am fünften „Lesefreitag“ der achtteiligen Freitagsserie von „Unser Dorf liest“. Unter dem Motto „Vom Widersinn der Alltagsregeln“ wurde im Buchladen Stender Humorvolles vorgetragen von Rafik Shami, Wladimir Kaminer, Franz Hohler und Heino Jaeger.

veröffentlicht am 08.10.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 02:21 Uhr

Björn Jenssen, Ingeborg Wöbbeking, Ernst Wöbbeking und Hubertus Wöllenstein (v. li.) lesen im Buchladen Stender. Foto: sto
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Obwohl sich die bereits erwähnte Geschichte „Passkontrolle“ eher nach Loriot anhört, stammt sie aus der „Feder“ des Schriftstellers, Malers, Grafikers und Satirikers Heino Jaeger. Nur wenige der Zuhörer kannten diesen Künstler, über den Loriot einst gesagt haben soll: „Wie konnte es geschehen, dass Heino Jaeger 25 Jahre ein Geheimtipp blieb? Wir haben ihn wohl nicht verdient.“

Die Coppenbrügger Kultur-Initiative, stets auf der Suche nach nicht alltäglichen Geschichten, Begebenheiten und Autoren, hatte die „Lebensberatungspraxis“ des 1997 verstorbenen Schriftstellers schon mehrmals im Programm. Diesmal wurde der Sketch vorgetragen von Hubertus Wöllenstein, der an der Telefonstrippe in die Rolle des Dr. Jaeger und auch gleich in die der hilfesuchenden Gattin des Passkontrolleurs geschlüpft war. Zur großen Freude der Zuhörer, die sich bestimmt schon auf das nächste „Beratungsgespräch“ mit Dr. Jaeger, alias Hubertus Wöllenstein, freuen. Und sicherlich auch auf ein Wiederhören mit Björn Jenssen, dem Akteur mit der „Radiostimme“, dessen gelungenes Lesedebüt neugierig gemacht hat auf weiteres Vorlesen.

Nach der Lesung gestern Abend im Seniorenheim „Rosenaue“, in der die Kultur-Initiative nach einem Manuskript von Heiner Stender den Selbstmord Heinrich von Kleists beleuchtete, geht es am Freitag, 14. Oktober, ab 19.30 Uhr im Buchladen Stender, Osterstraße 13, um „Die Macht der Wörter von A wie Anfang bis Z wie Zettelkram“. Die Kultur-Initiative lässt den Schriftsteller Günter Grass das Leben der Brüder Grimm erzählen. Ausklang der „Altweibersommerlichen Freitagslesungen“ ist am 21. Oktober. Im Buchladen Stender werden „Die Perlen der Dada-Dichtung“ gesät – mit Texten von Jandl und Schwitters. Die Veranstaltung beginnt ebenfalls um 19.30 Uhr.

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